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Zwischen Höhen und Tiefen – Moret Triathlon 2016

Heute war Showtime, die letzten Monate Training galten alle dem heutigen Moret Triathlon. Nervös war ich dennoch kaum, jedoch mein Magen hat mich in der Vornacht mit starken Krämpfen geplagt, das kannte ich so noch nicht. Zum Start war aber glücklicherweise wieder alles gut. Auf den 1,9 Kilometer war nur ein Kontrahent schneller als ich und ich ging nach 25:50 Minuten mit 55 Sekunden Rückstand auf den Ersten und einer knapp 30 Sekunden Vorsprung auf die Verfolger in die Wechselzone.

Moret_2016_Swim_Out
Der erste Wechsel sollte dann meine leider größte Errungenschaft des Tages werden: Schnellste Wechselzeit aller Teilnehmer, yeah. Nur noch 45 Sekunden Rückstand.

Moret_2016_T1
Auch das Radfahren lief wirklich gut. Drei Athleten konnten mich auf der ersten Radrunde überholen, den schnellsten Schwimmer konnte ich überholen. Auf der zweiten Runde änderte sich nichts mehr an den Positionen, also kam ich als Vierter und mit eigentlich noch guten Beinen in die zweite Wechselzone, etwa zwei Minuten Abstand nach vorne und nach hinten.Moret_2016_Run
Tja und dann der Lauf. Was soll ich sagen, alles wie immer. Ich konnte die Trainingsleistungen null umsetzen und bin spätestens ab der zweiten Runde in einem Tempo gelaufen, dass sich in jedem Training, auch im Koppeltraining total locker anfühlen würde. Der 1:37er-Halbmarathon hat mir dann auch eine Top-Platzierung versaut, bis auf Rang 13 (8. Platz Hessische Meisterschaft) ging’s runter. Dennoch: Mein bislang bestes Ergebnis auf der Mitteldistanz und mit 4:29 Stunden sieben Minuten schneller als vor zwei Jahren. Der professionellen Vorbereitung wird das aber leider nicht gerecht und mit dem geplanten 1:30er Halbmarathon wär’s Platz drei geworden.
Moret_2016_Finish
Was ich zum Schluss noch sagen will: Wiedermal TOP organisiert, eine tolle Stimmung bei Athleten, Helfern und Veranstalter, sehr faires Fahrverhalten und es hat, zumindest in den ersten beiden Disziplinen, richtig Spaß gemacht. Danke an das Team vom VfL Münster, ich komme gerne wieder. Danke auch an die treuen Fans vor Ort und die vieeelen Nachrichten vor dem Wettkampf, hat mich sehr gefreut! Jetzt brauche ich aber mal ein paar Tage Abstand vom Triathlon-Training, Kopf und Körper sind richtig erschöpft. Und auch der Hund ist platt 😛

Moret_2016_Fluffy

Laufen mit Schwimmbrille

Am Wochenende war ich beim Kinzigman in Langenselbold und wollte diesen als Generalprobe für den Moret Triathlon nutzen. Gleicher Ablauf am Morgen, gleicher Wechsel (auch wenn der für die Sprintdistanz zu langsam ist) und Start mit Uhr am Handgelenk. Im Ziel war ich zufrieden und platt – der Weg dahin lief aber nicht ganz so gradlinig wie erhofft 😉
Kinzigtal_2016_Finish
Nach dem Start suchte ich direkt die Beine von Tom Weber und fand mich damit mitten im Geprügel an der Front wieder. Es waren auch fünf Bundesliga-Starter des DSW Darmstadt dabei, da merkt man auch direkt, dass es rauer zugeht. Zum ersten Mal ist es mir passiert, dass jemand mein Bein komplett gepackt und sich daran nach vorne gezogen hat. Der Anschluss an die Spitzengruppe war dann leider weg, aber mit 6:52 Minuten kam ich dennoch als Sechster aus dem Wasser.

Kinzigtal_2016_T1
Die Abläufe in der Wechselzone waren noch nicht so eingespielt, wie das für einen Hauptwettkampf nötig sein wird. Auf die Radstrecke ging’s also nicht nur mit Helm, Startnummer und Sonnenbrille, sondern auch mit Schwimmbrille unterm Helm (siehe Bild oben 😀 ). Ich merkte zwar, dass da etwas stört und habe immer wieder hingefasst. Ich dachte aber, es wäre ein Polster aus dem Helm, das sich gelöst hat.

Kinzigtal_2016_Bike
Und so war sie auch in der zweiten Wechselzone, die ich als immer noch Sechster mit etwas Abstand zur fünfköpfigen Spitzengruppe erreichte, noch dran. Erst beim Aufsetzen des Bandanas habe ich die Schwimmbrille identifizieren können und folglich nach dem ersten Kilometer Marcel zugeworfen, der an der Strecke stand, um mich anzufeuern. Für einen ordentlichen Lacher habe ich bei uns beiden damit jedenfalls sorgen können 😀 😀 😀
Kinzigtal_2016_Run

Gut gelaunt ging’s also auf die anschließenden fünf Laufkilometer, die großteils über schwierig zu laufende Wiesenflächen führte. In der Top Ten konnte ich mich behaupten, mehr war aber nicht drin. Mit der Leistung und den Werten, die die Pulsuhr ausgespuckt hat, bin ich zufrieden. Das Wechseln muss ich aber definitiv noch üben.

Kinzigtal-Triathlon

Unspektakulär und durchschnittlich. So kann ich wohl meinen Saisoneinstieg in Gelnhausen bezeichnen. Und so negativ das auch klingt, war das eigentlich genau das, was ich wollte…

Kaiserwetter auf dem Rad

Kaiserwetter auf dem Rad

Die Sprint-Distanz bin ich aus dem vollen Training heraus angegangen, freitags habe ich u.a. noch 5×1.000 Meter im 10er-Renntempo absolviert. Für die Sprintdistanz war ich als Mitteldistanzler nicht gut vorbereitet und bei dem starken Starterfeld gab es für mich nichts zu holen. Von daher habe ich lieber mein Training voll durchgezogen und den Wettkampf als harte Einheit in den Plan integriert. Nach dem Sturz im letzten Jahr war mir wichtig, einfach und ohne Komplikationen in die Saison reinzukommen.

Nach dem „Einrollen“ zum Ort des Geschehens durfte ich dann vom Kommentator sogar mehrmals vernehmen, dass ich zum erweiterten Favoritenkreis zählen sollte. Hört, hört. Was mich aber besonders gefreut hat, dass mich auf der Strecke inzwischen teilweise Leute namentlich anfeuern, die ich gar nicht oder kaum kenne. Irgendwie scheine ich mir in der Region nach und nach doch einen Namen gemacht zu haben :)

Heute jedoch sollte ich mich nicht mit Ruhm bekleckern. Durch das reduzierte Schwimmtraining blieb mir selbst der kurze Moment erspart, vorne aus dem Wasser zu steigen und die Erwartungen an den „Mitfavoriten“ aufrecht zu erhalten. Mit knapp sieben Minuten war ich langsamer als in den letzten Jahren, während die Konkurrenz – heute  bestehend aus zwei kompletten 2.-Bundesliga-Teams – über den Winter wohl die richtigen Reize gesetzt hat. So ging es in der Verfolgergruppe um den Hanau-Sieger Max Ostermeier aufs Rad.

Dort war das Tempo der Konkurrenz zunächst sehr verhalten, also führte ich die Gruppe über einen großen Teil des „Hinwegs“ an. Immer wieder gab es kleinere Überholmanöver und wir sammelten auch noch ein, zwei Athleten ein.  Erst als der Vorjahressieger Sven Bartels vorbeirauschte, erhöhte sich auch bei uns das Tempo. Kurz vor dem Wendepunkt ließ ich mich nach einem Überholmanöver dann nicht schnell genug zurückfallen und bekam prompt eine Zeitstrafe durch einen Kampfrichter. Meine erste Zeitstrafe jemals, puh. Sehr ärgerlich, aber vertretbar. Und vor allem: Schön zu sehen, dass hart durchgegriffen wird. Wenn ich mal nach hinten schaute, fuhren die Konkurrenten alle sehr fair mit 10 Meter Abstand, das war in den letzten Jahren bei diesem Rennen auch nicht immer so.

Mit dem Ausgang des Rennens hatte ich nun erst recht nichts mehr zu tun, eine Minute auf der Sprintdistanz ist eine Welt. Umso besser, dachte ich mir, dass das Rennen als harte Trainingseinheit geplant war. Denn der Trainingsreiz ändert sich dadurch nicht und kommt nur, wenn man weiterschuftet. Also ging’s auch auf dem „Rückweg“ (großteils an der Spitze der inzwischen ausgedünnten Drei-Mann-Verfolgergruppe) mit ordentlichem Druck Richtung Wechselzone.

Zieleinlauf

Zieleinlauf

Der Lauf fühlte sich dann recht hart an und ich verlor auch nicht allzu viel Zeit auf die beiden starken Läufer, die mit mir die Wechselzone erreichten. 19:50 Minuten sind am Ende aber ziemlich ernüchternd, das fühlte sich schneller an. Da rächte sich dann wohl die Intervalleinheit von Freitag.

Inkl. Zeitstrafe war der Training Day dann nach 1:08:52 Stunden vorbei und Rang acht ist hinsichtlich des starken Starterfeldes und meiner Saison-Ambitionen absolut zufriedenstellend. Neben fünf 2.-Bundesliga-Startern vor mir habe ich ja immerhin auch drei hinter mir lassen können. Und vor allem: Ich bin heil angekommen im Wettkampfjahr! 😀

Frankfurter Halbmarathon mit dem schnellsten Komiker

Gruppenfoto vor dem Start

Gruppenfoto vor dem Start

Knöchel und Fußnagel sind ausgeheilt, bis aufs Schwimmen ist alles wieder auf dem Stand von vor der Verstauchung. Heute ging’s dann mit einer großen Tria-Team-Truppe nach Frankfurt – angeführt von unserem Vereinskomiker René. Das muss einfach mal gesagt sein, wenn er dabei ist hat man immer Spaß – egal wo, egal wann und egal wie schnell oder langsam. So waren Hin- und Rückfahrt die eigentlichen Highlights des Tages, garniert durch ein flottes Laufintermezzo :)

Gut gelaunt ging’s also Richtung Start, den ich leider zu spät erreichte und so die Gruppe unter 1:30 verpasste. Im langsameren Block ging’s dann etwas später auf die Strecke und mit mit einer Hand voll weiterer Läufer, die sich ebenfalls „falsch“ einsortiert hatten auf Verfolgungsjagd des vorigen Startblockes. Mein Lauf war von Anfang bis Ende nicht überragend, aber OK. Ich hab nicht wirklich in einen Wettkampfmodus gefunden und blieb großteils im Wohlfühlbereich. Auch die Schwankungen waren sehr groß, da fehlen um die Jahreszeit einfach noch die Tempodauerläufe und das Gefühl fürs Tempo. Dafür ist die Zeit dann aber reccht ordentlich und etwa zwei Minuten schneller als letztes Jahr. 1:27:28 Stunden sind eine neue Bestzeit, aber da ist mit mehr Quäl-Dich-Feeling noch mehr drin. Da das aber vor Moret der letzte Halbmarathon war, werde ich es nie erfahren.

Neue Bestzeiten gab’s im Team heute gleich fünf, Pausenclown René kann nicht nur unterhalten, sondern auch auf der Strecke liefern. Er blieb erstmals unter 1:32,  Freddy und Markus Becker kamen mit ca. 1:30:30 rein und Nina nach 2:13. Das Trainingslager kann also für uns alle kommen, wir freuen uns tierisch auf Lanzarote!

(L)Aufwärtstrend

Yeah, heute 38:46 Minuten beim 10-Kilometer-Lauf in Rodgau gelaufen und die Bestzeit um eine Minute verbessert. Was mich aber am meisten freut, ist, dass endlich mal nach einem guten Trainingsblock auch gutes Resultat als Belohnung folgt. Nachdem der Sommer mir keinen einzigen Wettkampf bot, bei dem ich meine gute Form rauslassen konnte, war das eine echte Genugtuung, denn das Training der letzten Wochen war top.

Der Trainingsfokus lag im zurückliegenden 3-Wochen-Block komplett auf Laufintervallen. Genau alle drei Tage eine solche Einheit, insgesamt sieben Stück, alles dazwischen war Bonus. Und das zahlt sich aus, schon im Training habe ich gemerkt, dass die Grundschnelligkeit und auch die Verträglichkeit gegenüber Geschwindigkeiten zwischen 3:30 und 4:00 min/km deutlich gestiegen ist.

Der Lauf heute war also nur das i-Tüpfelchen eines perfekten Blocks, der heute endet. Jetzt hat der Körper eine Woche Zeit, das alles mal zu verarbeiten und sich für’s Trainingslager ausruhen – die Vorfreude auf Lanzarote könnte kaum größer sein! :)

5er in Rodenbach

Ein Berg voll Ingwer

…OK, dieser „Gewürzstand“ hat nix mit dem Lauf zu tun. Trotzdem möchte ich diesen Laden hier nochmal abfeiern. 3 Meter Ingwer – Klares Statement, mehr braucht der Mensch nicht! :D

 

…Nun zum Lauf 😀 Nach einer schönen Bahneinheit am Dienstag wollte ich dieses Wochenende mal einen Ist-Zustand für den Winter festlegen und bin beim 5km-Straßenlauf in Rodenbach gestartet.

Geplant hatte ich einen 3:50er Schnitt, mit der Option, ab KM3 je nach Gefühl noch ein bisschen was drauf zu legen, um unter 19 Minuten zu bleiben. Am Start war es zwar schwierig das Tempo richtig einzuschätzen, da die meisten Kinder, die sich beim Start ganz nach vorne stellten, wie verrückt losrannten. Spätestens aber als es nach 300 Metern aus dem Stadion rausging, fand ich gut in meinen Rhythmus und siehe da – erster Kilometer 3:49 min, fühlte sich noch sehr gut an.

Um mich rum liefen lauter 12-14-Jährige, da sieht man mal, dass es sich lohnt, früh an der Grundschnelligkeit zu arbeiten :) Für mich ging’s nun nur noch nach vorne, da die meisten den Lauf zu schnell angegangen sind – aber wer hat das in dem Alter nicht gemacht…

Der zweite Kilometer war mit 3:42 min der schnellste. Inzwischen auch begleitet von zwei „gleichgroßen“ Startern aus der Herrenklasse, lief es immer noch gut, Kilometer drei und vier folgten mit 3:47 und 3:46 min. Dann wurde es zwar langsam zäh, aber die sub19 war noch drin und trieben mich an, weiter den Schritt zu halten. Derweil war Jannik sicher längt beim zweiten Becher Tee, mit knallharten 15:56 min wurde er Gesamt-Dritter und blieb erstmals unter der magischen 16-Minuten-Grenze. Hut ab!

Nach dem Lauf mit Alex und Jannik - die natürlich beide schon längst umgezogen sind, wenn ich ins Ziel komme - OK, fast ;)

Nach dem Lauf mit Alex und Jannik – die natürlich beide schon längst umgezogen sind, wenn ich ins Ziel komme – OK, fast ;)

Für mich haben auch schlappe 19 Minuten schon was halb-magisches, mit kleinen Brötchen muss man anfangen. Hat dann am Ende auch grade so gereicht, 18:58 Minuten standen auf der Uhr. Offizielle Zeit genau 19 Minuten, die zwei Sekunden on top kommen vom verzögerten Start, es gab nur eine Brutto-Zeitnahme.

Also für den Moment sehr happy, darauf soll nun im Winter aufgebaut werden, diese Zeit gilt es zu verbessern.

Irgendwo im Nirgendwo

…nicht nur passend zum Wettkampf in Waldeck, sondern auch zur aktuellen Situation. Nach Kraichgau fingen die Oberschenkelschmerzen wieder an und halten sich trotz täglichen Blackrolltrainings recht hartnäckig. Radfahren war ich nach Kraichgau bis zum Wettkampf in Waldeck nicht mehr, Schwimmen dagegen täglich und Laufen im normalen Umfang. Jedes Wochenende werden die Schmerzen besser, unter der Woche bei der Arbeit und beim sonstigen Sitzen wieder schlechter.

Nichtsdestotrotz musste ich in Waldeck ran, wir waren wieder mal nicht genug Starter. Das ausgerechnet hier dann der erste Wettkampf des Jahres kommen sollte, mit dem ich wirklich zufrieden sein kann, hätte ich nicht gedacht, ist aber umso mehr Balsam für die Seele.

Tria Team Mannschaft Waldeck 2015

Mannschaftsfoto Waldeck

Beim Schwimmen fühlte ich mich sehr gut und setzte mich schnell an die Spitze. Größtes Problem war fortan vor allem den schwer erkenntlichen Kurs zu finden. Weiße Boden in weiter Ferne, mittelstarker Wellengang durch ein durchgehend neben mir fahrendes DLRG-Motorboot und ein nicht gekennzeichneter Schwimmausstieg sorgten für die nötige Abwechslung und zugegeben auch etwas Orientierungslosigkeit 😉

Die zwei Junioren, die mitschwimmen konnten, wechselten langsamer und so durfte ich erstmal alleine den Führungswagen begleiten. Auf dem Weg in die erste Wechselzone sah ich aber bereits Michael Böhler, etwa eine Minute Rückstand sollte er schnell aufholen können. Bis km 22 hielt ich mich vor ihm, danach dahinter, alles dennoch recht einsam, da sich das Feld auf dem bergigen Kurs weit verteilte. Bis auf Michael, der noch eine Minute Vorsprung rausfahren konnte, kam bis zur zweiten Wechselzone weit und breit keiner mehr.

Der Wendepunkt auf der Laufstrecke verschaffte dann Klarheit. Ein Athlet hatte mich da gerade eingeholt, dahinter etwas Abstand und dann schon zwei weitere Konkurrenten und Bernie, der sich mit der schnellsten Laufzeit des Tages noch bis auf Rang vier vorarbeiten sollte! Da war ich allerdings schon 2 1/2 Minuten im Ziel, meinen dritten Platz konnte ich mit einem guten Lauf behaupten. Mit Bernie auf vier, Marcel auf 26 und Max, der sich für seine erste Olympische Distanz kaum ein härteres Pflaster hätte aussuchen können, auf Platz 40 war die Mannschaftsleistung zum Glück deutlich besser als beim verpatzten Saisonauftakt in Fritzlar.

Bei mir sind jetzt nur noch die Sprints in Griesheim und Hanau geplant, evtl. noch die OD in Frankfurt. Aber ein wirkliches Highlight ist nicht mehr dabei. Wissend, dass die Form ohne Radtraining stetig schlechter werden wird, macht alles andere wenig Sinn. Momentan genieße ich den „Luxus“, so viel Zeit fürs Schwimmtraining zu haben und versuche schon eher Grundlagen fürs nächste Jahr zu legen, insb. Grundschnelligkeit. Insgesamt aber alles weniger verbissen und spontaner. Irgendwo im Nirgendwo eben 😉

Rennbericht IRONMAN 70.3 Kraichgau

Dieses Wochenende stand mein großes Highlight 2015, die Deutsche Meisterschaft über die Mitteldistanz beim IRONMAN 70.3 Kraichgau an. Zwar konnte ich die letzten vier Wochen wegen Knieschmerzen kein Rad- und nur eingeschränkt Lauftraining machen, da ich nun aber schmerzfrei und erholt war und die ersten Einheiten sich super anfühlten, war ich vor dem Start weiter positiv gestimmt was ein gutes Abschneiden und die mögliche WM-Quali anging.

Nach dem Check-In konnten wir gestern Abend dann zunächst noch live das Rennen der 1. Triathlon-Bundesliga erleben, ein krasses Erlebnis. Einerseits der Speed und der Kampfgeist, den die dort an den Tag legen, andererseits die mit Windschattenfreigabe komplett andere Wettkampfsituation. Hat echt Spaß gemacht – und Richard Murray beim Laufen zuzuschauen ist wirklich ein Traum!

Zunächst lief es auch echt gut, habe im Wasser in der ersten Gruppe einen guten Wasserschatten gefunden und bin sehr entspannt 26:06 Minuten geschwommen, damit 34. von über 2.000 Startern. Auf dem Rad habe ich noch zwei überholt und lag dann auf Platz drei in meiner Altersklasse. Vor mir nur Markus Rolli, der von allen Startern die schnellste Schwimmzeit hatte, und Nils Reckemeier, der schon in Rügen einen WM-Slot gelöst hatte. Bei zwei zu vergebenen Quali-Slots in meiner AK war ich also genau im Soll.

Auf dem Rad konnte ich anfangs genau das abrufen, was ich trainiert hatte, nach 50km stand ein 37er Schnitt und ich immer noch auf Rang drei. Etwa bei KM60 stieß dann eine Gruppe als 7 Leuten zu mir, zwei davon aus meiner Altersklasse. Da wollten meine Beine dann nicht mehr, ich musste die Gruppe fahren lassen und wurde deutlich langsamer. Scheinbar hat zwar nicht die Geschwindigkeit, aber das Durchhaltevermögen unter der Verletzungspause gelitten. Ab hier ging’s dann nur noch bergab, bis zur zweiten Wechselzone wurde ich noch bis auf Rang 7 durchgereicht.

Das Rennen war damit gelaufen, eigentlich hatte ich keine Lust mehr auf den Halbmarathon. Aber irgendwie wollte ich es durchziehen, ging zu Plan B über – einfach nur „auslaufen“ und finishen. Auf den drei Laufrunden konnte ich mich dann immer mehr von dem Plan begeistern und genoss den Wettkampf mal aus einem anderen Blickwinkel, dankte allen Helfern und feuerte Leute an, die Gehpausen machen mussten.

Auch die ganzen stehenden, gehenden, liegenden, teils sich übergebenden Athleten zeigten mir – denen geht’s doch allen beschissen und irgendwie machen die alle weiter. So sind wir Triathleten halt :) Im Ziel war ich dann auch überhaupt nicht enttäuscht, sondern zufrieden, dass ich es durchgezogen hatte. Insgesamt Siebter und Fünfter bei der Deutschen Meisterschaft in der AK. Zwar stehe ich als Achter in der Wertung, ein Athlet, der knapp hinterm Podium gelandet ist, hat aber auf dem Rad abgekürzt – bzw. sich zwischen zwei Zeitmessmatten ins Gras gelegt und gewartet.

Wie’s jetzt weitergeht weiß ich selbst noch gar nicht, aber dafür lasse ich mir auch ein paar Tage Zeit. Jetzt muss ich erstmal Schlaf nachholen. Gute Nacht 😉

4. Platz in Fulda

Heute war ich in Fulda beim Barockstadt-Triathlon am Start. Die gute Nachricht direkt vorweg: Heute kein Sturz. Nach dem Wettkampf letzte Woche konnte ich glücklicherweise schnell wieder trainieren, nur mit Schwimmen habe ich bis zum Wochenende pausiert, um die Wunden heilen zu lassen. Dafür steckte in den Beinen eine sehr gute Trainingswoche und bereits vor dem Wettkampf 60 Lauf- und 250 Rad-Kilometer. Aber ich hatte mir auch ein paar Tage Urlaub dafür genommen und war daher recht gut erholt am Start.

Nachdem ich meine Schwimmbrille einfach nicht finden konnte und mehrmals zwischen Auto und Wechselzone hin und her lief, konnte ich schließlich von Steffen eine erschnorren, ein Glück war er schon so früh vor Ort, er startete mit der Senioren-Liga ja wesentlich später. Also zwei Minuten vor Start, ab ins Becken gerannt und noch schnell 100 Meter eingekrault. Zumindest war ich durch das viele Laufen sehr gut aufgewärmt, das kam mir spätestens zu Gute, als sich der Start um mehrere Minuten verzögerte und wir im 21°-warmen Becken schön brav zu warten hatten :)

Am Start kam ich direkt gut weg und die ersten 4-500 Meter konnte nur ein Schwimmer mithalten. Der fiel dann etwas zurück und so ging es für mich nur noch um die Höhe des Vorsprungs, den ich später noch brauchen sollte. Nachdem ich es tatsächlich mal geschafft habe, mich bei 30 Bahnen (!) nicht zu verzählen, ging’s als Erster aus dem Wasser. Nur wohin? Ich hatte keine Zeit mehr mir die Laufwege anzuschauen, also erstmal höflich bei der Helferin nachgefragt – nach links – herzlichen Dank 😀

40 Sekunden konnte ich mit auf die Radstrecke nehmen. Nur irgendwie war mir nach dem Schwimmausstieg total kalt, ich habe auf der Radstrecke richtig gefrohren. Es war zwar sehr windig und bewölkt, aber eigentlich warm genug. Naja, ich kam trotzdem halbwegs voran, die Konkurrenz aber auch. In einem Ort bremste mich in einer Abfahrt dann ein Auto aus und der erste Verfolger konnte mich überholen. Ich erinnerte mich nur an den Unfall letzte Woche und schloss mich der Entscheidung, den Autofahrer mich 60 Sachen zu überholen nicht an. Ein weiterer Radfahrer überholte mich noch, ein weiterer hängte sich an mich dran (aber absolut fair mit 10 Meter Abstand!) und kam mit mir in die Wechselzone 2.

Die Laufstrecke, die zwar niemals 10km lang ist, jedoch mit etwa 50% Kopfsteinpflaster nicht grade einfach daherkommt, ging ich also als Vierter an, viel Boden konnten die vor mir liegenden Athleten nicht gut machen. Später bekam ich leider etwas Seitenstechen und schaute mehr auf die Leute hinter mir. Da kam aber niemand mehr, somit wurde es mit einer Zeit von 2:04:37 Rang vier.

Unfall und DNF in Gelnhausen

Danke der vielen besorgten Nachfragen, die sich bzgl. meines DNF nach mir erkundigt haben. Beim Wettkampf in Gelnhausen bin ich heute in dem kritischen Kreisel kurz nach der Wechselzone mit Nina zusammengerauscht, ich auf dem Hin-, sie schon auf dem Rückweg. Mir ist nichts schlimmes passiert, nur ein paar Schürfwunden. Nina hatte leider weniger Glück, ihr Schlüsselbein ist gebrochen und sie muss wohl operiert werden :(

So hatten wir uns den Start in die Saison natürlich nicht vorgestellt, sind aber am Ende froh, dass zumindest die Bänder nichts abbekommen haben. Gesundheit bleibt unser höchstes Gut, man darf nie vergessen das zu schätzen.

Bis demnächst, dann hoffentlich wieder mit bessern Nachrichten.