Archiv für Wettkampf

Erstes DNF

Leider hat der Fuß nicht gehalten, ab Kilometer 8 hatte ich beim Laufen Schmerzen. Damit war der Traum vom zweiten Ironman-Finish bereits sehr früh vorbei und auch der von Hawaii. Bei KM16 bin ich dann ausgestiegen und ziemlich frustriert. Daher halte ich mich hier auch so kurz, freue mich für den Moment, dass der Fuß keinen langfristigen Schaden genommen hat und auf den Urlaub ab morgen. Mit Langdistanz-Triathlon war’s das für mich erstmal für die nächsten Jahre.

Danke euch für das jahrelange treue Lesen, der Leistungssportler wird jetzt Gesundheitssportler und Vollzeit-Papa 🙂

Mehr Vorfreude als Angst

Morgen ist der große Tag, mein zweiter Ironman in Frankfurt. Und endlich, seit zehn Tagen, bin ich schmerzfrei und blicke dem Wettkampf deutlich optimistischer entgegen. Langsam werde ich nervös, die Anspannung steigt. Doch trotz der weiter bestehenden Unsicherheit über den Fuß, der angekündigten Hitze und den Materialschäden der letzten Tage (unten gleich mehr) überwiegt die Vorfreude eindeutig der Angst – das war vor Moret noch ganz anders.

Am Dienstag hatte ich am Wettkampfrad einen Platten, musste also nochmal den Schlauchreifen neu verkleben. Das hat gut geklappt, aber um im Wettkampf noch Ersatz zu haben, musste ich nochmal einkaufen gehen. Jetzt ist zusätzlich auch Pannenspray am Rad montiert. Donnerstag ist mir dann tatsächlich die Sohle vom Radschuh abgerissen (siehe Bild 🙂 ). Da mir bei meinem Sturz auch das Zweitpaar Schuhe kaputt gegangen ist, starte ich nun mit leicht gefütterten Schuhen ohne Schnell-Verschluss, die ich im Winter gefahren bin. Aber hauptsache sie passen und sind eingefahren.

Ansonsten fühle ich mich echt gut, habe mich erholen können und bin mental bereit für den Angriff aufs Altersklassenpodium. Die angekündigte Hitze macht mir wenig aus, damit kam ich bislang immer gut klar. Die Laufzeit wird dadurch für alle langsamer, aber meine Platzierung wird nicht schlechter. Als eher langsamer Läufer mit wenig Körperfett sollte mich das sogar eher weniger beeinflussen.

Ich freue mich auf alle, die ich morgen an und auf der Strecke sehe, die mich anfeuern oder mein Rennen im Athleten Tracker verfolgen. Der Support der letzten Monate hat mir sehr geholfen, denn es waren deprimierende Tage und Wochen dabei, die ich bewältigen musste. Morgen zählt’s nun und ich bin bereit.

Gelungene Generalprobe

Gestern war unser drittes Liga-Rennen, eine olympische Distanz beim Moret Triathlon. Ich muss zugeben, ich hatte vorher große Angst, mir mit einem Start die letzte Chance auf ein gutes Finish in Frankfurt zu verschießen. Aber da die anderen Jungs teilweise auch angeschlagen waren/sind, wollte ich nicht zurückziehen und mich dann einfach beim Laufen etwas zurückhalten.

Der Start lief dann direkt deutlich besser als erwartet. Die ersten und zweiten Hessenligen der Damen und Herren gingen alle zusammen ins Rennen und nach etwa 100 Metern war ich an der Spitze des Feldes. Das hat beim Moret Triathlon ja irgendwie schon fast Tradition, auf der Mitteldistanz kam ich schon zweimal als Erstes aus dem Wasser. Auch gestern hätte das fast geklappt, erst kurz vorm Schwimmausstieg ist mein „Wasserschatten“ an mir vorbei gezogen.

Auf dem Rad war ich auf den ersten Kilometern dann wieder an der Spitze, relativ schnell kam aber eine Traube aus zehn Athleten an mir vorbei. Ab dem Zeitpunkt war klar, dass selbst die besten Beine nicht reichen würden, um diesem Feld auf einem flachen Kurs zu entkommen. Aber dranbleiben fühlte sich dann relativ entspannt an. Am Ende der Radstrecke waren (mich mit eingeschlossen) noch sechs Athleten übrig und es ging mit der ersten Gruppe auf die Laufstrecke. Markus Becker war bis zehn Kilometer vor Ende der Radstrecke auch dabei, dann musste er etwas abreißen lassen. Weiter hinten holte Tobi immer weiter auf und auch Freddy und Benny lagen im vorderen Mittelfeld.

Wie geplant bin ich den Lauf dann mit Dreiviertelgas angegangen, um den Fuß nicht zu überlasten. Geplant waren 4:20-4:30 min/km. Das hat die ersten beiden Kilometer gut geklappt, danach war mir das einfach zu langsam und locker. Gefühlt war es weiterhin entspannt, am Ende stand ein 4:10er-Schnitt auf der Uhr. Den Fuß hatte ich zwischendrin mal gespürt und auch nach dem Wettkampf, aber heute merke ich zum Glück nichts mehr – das macht richtig Hoffnung für den Ironman!

In der Liga-Wertung war ich am Ende Neunter, Tobi einen Rang hinter mir, Markus, Freddy und Benny ebenfalls in der vorderen Hälfte – was im Team erneut für Platz drei gereicht hat. Mit dem Aufstieg wird es dieses Jahr durch die fehlende Wertung beim ersten Wettkampf zwar leider nichts mehr, aber der dritte Rang ist noch drin.

Ziele langsam runterschrauben

Nur noch ein Monat bis zum Ironman und seit dem letzten Blog-Eintrag ist wieder so viel passiert. Mit Kind komme ich leider nur noch selten dazu, mich hier mitzuteilen, weswegen ich diesen Blog trotz der weiterhin vielen interessierten Leser einstellen möchte. Ich habe mich immer über die vielen positiven Reaktionen gefreut und auch aktuell über alle, die mich darauf ansprechen, ich solle doch wieder mehr schreiben. Die Prioritäten haben sich mit der Geburt von Miriam klar verschoben und mir die Zeit für ein paar Zeilen zu nehmen, fällt mir immer schwieriger.

Bis dahin jedoch möchte ich euch weiter an meinem triathletischen Leben teilhaben lassen. Leider macht mein linker Mittelfuß weiterhin Probleme. Um unsere Chancen auf den Aufstieg zu wahren, bin ich beim Liga-Sprint in Griesheim gestartet und habe mit dem fünften Platz auch meinen Teil zu unserer ersten Podiumsplatzierung des Jahres beigetragen. Leider hat der Fuß es mir nach dem Wettkampf gerächt und schmerzt wieder. Hinter mir liegen – den Wettkampf und zwei lockere Vorbereitungsläufe davor mal ausgenommen – also mittlerweile drei Wochen ohne strukturiertes Lauftraining und eine Besserung ist nur marginal in Sicht. Inzwischen geht es nicht mehr darum, mit einer ordentlichen Laufform zum Ironman zu gelangen, sondern ob ich überhaupt in der Lage sein werde, 42 Kilometer zu laufen.

Dritter Platz in Griesheim mit dem Tria-Team. Wir beklatschen unsere Lieblingskonkurrenten aus Oberurff, die hinter Darmstadt auf Rang zwei landeten und damit in der Tabelle knapp vor uns liegen.

Einer der lockeren Läufe vor Griesheim war ein besonders interessanter: Ich habe an einer Studie der Uniklinik Frankfurt teilgenommen, die bei ambitionierten Triathleten untersucht, ob zwischen einem „normalen“ Lauf und einem Koppellauf Unterschiede im Laufstil festzustellen sind.

In diesem Anzug durfte ich zunächst einen Lauf ohne Vorermüdung absolvieren und dann eine Koppeleinheit. Dabei wurden mit Sensoren an allen Gelenken die Bewegungen in den einzelnen Gelenken gemessen und verglichen. Sehr große Unterschiede zwischen beiden Läufen gab es nicht, aber die Erkenntnisse waren dennoch sehr interessant. Ich knicke in der Stützphase mit der Hüfte ein, was auf eine Schwäche der Abduktoren hindeutet. Außerdem überkreuzen meine Füße sehr stark, was meinen Laufstil ja schon lange charakterisiert: auf dem Foto oben ist gut zu sehen wie der Fuß in der Schwungphase nach innen rotiert.

 

Für den Ironman bringt das nichts mehr, aber für die Zeit danach. Aktuell ist mein Training ohnehin gezwungenermaßen wieder fast ausschließlich Radtraining. Da läuft es richtig gut, schwimmen wird auch endlich wieder. Ich werde also schnell in der zweiten Wechselzone sein. Ob ich dann das Ziel erreiche, entscheidet der Fuß.

Zweite Meisterschaft in Folge

Das Wichtigste zuerst: Der Vereinskollegin geht es deutlich besser und die Operationen sind gut verlaufen. Morgen können wir sie erstmals besuchen.

Für uns war es am Sonntag Zeit, uns wieder dem Sport zu widmen. Der Viernheimer Triathlon lud die Teams der Hessenliga zum Saisonfinale ein und als Tabellenführer wollten wir natürlich nichts anderes als den Aufstieg und die Meisterschaft klarmachen. Für Freddy und Benny rückten Max und René in die Mannschaft, zudem waren Markus, Raffa und ich dabei.

Schon der Wecker verlangte uns am frühen Morgen alles ab, 5 Uhr aufstehen, 5:25 Uhr Abfahrt. In Viernheim wurden parallel auch die Deutschen Meisterschaften auf der Olympischen Distanz ausgetragen, entsprechend hochkarätig war das Teilnehmerfeld. Beim Schwimmstart werde ich nie wieder den Fehler machen mich in die zweite Reihe zu stellen, denn von Anfang an herrschte im Pulk harter Körpereinsatz. Die Waschmaschine beendete den Schleudergang trauriger Weise erst, als ich vor dem Landgang blindlings den falschen Füßen hinterher schwamm und erstmal wieder umdrehen musste. Danach war es zwar etwas ruhiger, aber Markus, der vorher nach eigener Aussage hinter mir schwamm, war am Ende des 1,4 Kilometer langen Kurses schließlich rund 30 Sekunden vor mir.

Ab aufs Rad, rein in die Schuhe. Vorerst zumindest, denn als der Schleudergang auf der holprigen Zubringerstrecke wieder angeschaltet wurde, bemerkte ich ein Steinchen in meinem linken Schuh, exakt am Druckpunkt des Fußballens. Also erstmal wieder raus aus dem Schuh, wieder rein, raus, rein, raus. Das Steinchen steckte nicht im Fuß, sondern im Schuh, und da wollte es auch bleiben. Ich entschloss mich angesichts der bereits zahlreichen verlorenen Plätze, den Schmerz zu ignorieren und weiterzufahren. Nach etwa fünf Minuten, als ich den Anstieg zur Juhöhe erreichte, lösten leider Rückenschmerzen den Fußschmerz ab. Angesichts der Verletzungshistorie meines Bruders nahm ich sofort den Druck vom Pedal. Wichtig war heute angesichts unseres komfortablen Vorsprungs in der Tabelle nur gesund anzukommen.

Den Anstieg, immerhin ca. 15-20 Minuten lang, fuhr ich fast komplett im Wiegetritt, weil sich der Rücken dabei weniger verspannte als im Sitzen. Oben angekommen hatte Raffa seinen Schwimmrückstand bereits rausgefahren und fuhr an mir vorbei –bei ihm lief es glücklicherweise deutlich besser. Auf der Abfahrt verlor ich weiter Zeit und hatte beim ersten Wendepunkt bereits fünf Minuten Rückstand auf Markus und drei auf Raffa. Dabei blieb es dann auf der flachen zweiten Hälfte auch und ich wechselte als gefühlt Dreihundertster zum Laufen.

Darauf hatte ich mich den ganzen Tag gefreut und angesichts der unfreiwillig gesparten Körner lief es auch richtig rund. Mit 39:16 Minuten kam ich sogar bis auf 20 Sekunden an Raffa heran. Markus kam knapp drei Minuten vor uns ins Ziel und Max eine Viertelstunde später. Im Tagesranking reichte das zu Platz drei und in der Liga-Gesamtwertung zur Meisterschaft und zum Aufstieg in die 1. Hessenliga. Mit uns steigen unsere Freunde vom CJD Oberurff auf, die uns nicht nur in Viernheim wieder erstklassig Paroli geboten haben, sondern die ganze Saison lang der härteste Konkurrent um die Meisterschaft waren. Wir alle freuen uns sehr, dass ausgerechnet dieses sympathische Team mitkommt in die 1. Liga. Auf viele weitere spannende Duelle im Jahr 2019! 🙂

Keine Bestzeit

32 Grad, der kühlste Tag der Woche – der gestrige Sonntag war quasi wie gemacht für eine neue 10km-Bestzeit. Also klingelte der Wecker bereits um 6 Uhr fürs Frühstück, damit ich um 8:50 Uhr (bei immerhin erst 25 Grad) ohne vollen Magen am Start des Waldlaufes in Obertshausen stehen konnte.

Auf der Strecke ragten insb. an Anfang und Ende viele Wurzeln aus dem Boden, was das Laufen erschwerte und einen weiteren Bänderriss brauche ich nun wirklich nicht. Doch daran lag es nicht, dass es mir ungewohnt schwer fiel, das angestrebte Tempo von 3:42-3:45 min/km zu laufen. Von Anfang an fühlte sich das nicht wirklich gut oder leicht an, wie es eigentlich die ersten Kilometer noch sein müsste. Und so wurde ich auch schnell langsamer, schon nach dem dritten Kilometer war keine Bestzeit mehr in Aussicht.

Die offizielle Endzeit von 38:28 Minuten täuscht über das schlechte Ergebnis hinweg, da die Strecke 250 Meter (und somit rund eine Minute) zu kurz war. Mein Ziel habe ich damit um zwei Minuten verfehlt, was auf 10km schon sehr deutlich ist. Möge ich beim nächsten Mal einen besseren Tag erwischen. Eigentlich wollte ich erst Ende September in Rodenbach den nächsten 10er laufen, jetzt treibt es mich eventuell schon Mitte August nach Karben.

Sieg am Edersee

Der Edersee-Triathlon am Samstag war für mich der Abschluss der ersten Saisonhälfte und zugleich einer der diesjährigen Highlights. Der Start der 2. Hessenliga war zusammen mit der 1. Hessenliga für 11:35 Uhr angesetzt und es versprach kalt zu werden. Ein perfekter Tag also um ein extra langes Warm-Up zu testen, mit dem ich beim Lauf-Tempotraining zuletzt gute Erfahrungen gemacht habe. Bereits 50 Minuten vor dem Start begann ich mit Warmlaufen, Dehnen, Stabi, Steigerungen und 2×200 Meter im Wettkampftempo.

Teamfoto kurz vor dem Start, von links: Tobi, Freddy, ich, Benny und Raffa

Gut aufgewärmt ging es auch gut los. Hinter Weltmeister Patrick Lange, der als „VIP-Starter“ an der Spitze ein einsames Rennen machte, konnte ich mich in einer dreiköpfigen Gruppe behaupten und nach 21:30 Minuten als Dritter aus dem Wasser klettern. Auf die Kontrahenten, die bei den ersten beiden Liga-Wettkämpfen mit mir aus dem Wasser stiegen, bedeutete das schon mal ein Polster von 30-40 Sekunden.

Auf dem Rad überholten mich nach dem ersten Anstieg zwei Starter aus der ersten Liga und zwei Kontrahenten vom CJD Oberurff. Die beiden letzteren sollte ich allerdings im Normalfall beim Laufen im Griff haben, also fuhr ich weiter meinen Stiefel. Den letzten weiteren sich vor mir befindlichen Liga-Rivalen überholte ich etwa nach 15 Kilometern und konnte ihn am nächsten Berg abschütteln. Am letzten Anstieg des 43-Kilometer-Kurses fuhren noch zwei Starter aus der 1. Hessenliga vorbei, in unserer Liga blieb ich aber auf Rang drei.

Auf dem Rad hatte ich dieses Jahr ja schon des Öfteren gute Tage, nun sollte allerdings der erste werden, an dem es auch beim Laufen „flutschte“. Es lief von Anfang an richtig rund und die Steigungen sowie der Kiesboden der 10km-Strecke machten mir keine Probleme. Ich überholte schon vor dem Wendepunkt, den ich nach knapp 20 Minuten erreichte, die beiden Oberurffer und machte mich in Führung liegend auf den Rückweg. Auf den letzten drei Kilometern ließ ich es im Bewusstsein, dass da heute niemand mehr von hinten kommen sollte, nochmal richtig laufen, alle drei in 3:45 min/km oder gar schneller. Und so stand am Ende nicht nur Platz eins in der Liga-Einzelwertung sondern auch eine Laufzeit unter 39 Minuten.

Freddy und Tobi machten mit ebenfalls sehr flotten Läufen auf der Laufstrecke mächtig Boden gut und kamen weit vorne ins Ziel, während Benny und Raffa mehr Probleme hatten. Mit Platz zwei in der Teamwertung haben wir vor dem letzten Liga-Wettkampf Ende August nun drei Punkte Vorsprung auf Oberurff und sogar sieben Punkte auf Viernheim – der erneute Aufstieg ist also so gut wie sicher.

Die Siegerehrung musste leider ohne mich stattfinden, da ich vom Ziel aus direkt weiter zu einer Hochzeit durfte

Zurücklehnen wollen wir uns trotzdem nicht, denn in der 1. Liga wäre selbst ich mit meiner Zeit „nur“ Siebter geworden. Auf die nächste Saison blickend wartet also jede Menge Arbeit.

Die Krux mit dem eigenen Anspruch

Letztes Jahr sind wir durch die 3. Hessenliga marschiert, ohne es in der Form erwartet zu haben. Unser Ziel und auch Anspruch war und ist es, das dieses Jahr in der 2. Hessenliga zu wiederholen. Dass Siegen trotz unseres starken Teams aber nicht selbstverständlich ist, haben wir gestern in Darmstadt erfahren müssen.

Mit riesigem Team am Start. Glückwunsch an unsere Damen zum sensationellen Gesamtsieg!!

Der Woogsprint ist zugegebenermaßen alles andere als auf unser Team zugeschnitten. Ein brettflacher, schneller Radkurs gepaart mit einer kräftezehrenden Wendepunktstrecke beim Laufen spielt uns als starken Radfahrern und schlechten Läufern nicht in die Karten.

Bei mir lief am Anfang alles nach Plan. Zwar war ein Athlet, der beim MTV Kronberg aus der ersten Mannschaft aushalf, weit vorne weg und blieb im gesamten Rennverlauf außer Konkurrenz. Dahinter aber stieg ich in der Spitzengruppe aus dem Wasser, Markus direkt hinter mir. In der Wechselzone verpasste Markus dann leider knapp den Anschluss und so war ich diesmal der einzige Bruchköbeler ganz vorne.

Auf dem Rad gab es dann nicht wirklich viele Verschiebungen. Zwar konnten Freddy, Benny und Raffa allesamt ein bisschen Boden gut machen. Aber wirklich große Unterschiede taten sich hier nicht auf und im Prinzip fuhren alle 48 Starter ein ähnliches Tempo. Raffa hatte dann noch bei einem Überholvorgang Pech und erhielt eine gelbe Karte.

Die Laufstrecke mit insgesamt sechs Wendepunkten nahm ich dann an Position fünf in Angriff. Es fühlte sich total hart an, über 4:00 min/km kam ich irgendwie trotzdem nicht hinaus. Der Sieger aus Fritzlar zog erneut an mir vorbei, ansonsten hielt ich meine Position bis zum Ziel. Während Freddy einen starken Lauf zeigte und fast zeitgleich mit Markus an Position 10 und 11 ins Ziel kam, wurde Raffa nachträglich disqualifiziert, weil er seine Zeitstrafe zwar im Ziel beim Kampfrichter meldete, diese aber bereits nach dem Radfahren hätte absitzen müssen. Glücklicherweise lieferte Benny eine starke Leistung ab und kam als 15. ins Ziel und in die Wertung.

Als die Ergebnislisten dann aushingen, mussten wir erstmal rechnen: Spiridon, Vierheim, Oberurff, heute allesamt weit hinter uns. Aber: Die Kronberger waren dank des eingesprungenen Nachwuchstalents knapp vor uns und sicherten sich den Tagessieg. Zwar haben wir die Tabellenführung mit dem zweiten Platz deutlich ausbauen können, dennoch war die Stimmung irgendwie gedrückt – vielleicht auch durch Raffas Pechstag.

Das macht deutlich, wie mit dem Erfolg auch der eigene Anspruch gestiegen ist. Wir sind allesamt sehr ehrgeizig und genau das hat uns sicherlich auch so stark gemacht. Auch wenn Markus uns am Edersee in zwei Wochen durch die Ironman-Teilnahme in Nizza fehlen wird, blicken wir sehr optimistisch auf das Rennen. Die bergige Radstrecke ist wie für uns gemacht und das Ziel wird dort wie selbstverständlich erneut sein: der Tagessieg.

Es wird ernst und endlich passt alles

Gestern war unser Liga-Auftakt in Fritzlar. Markus Becker, Raffa, Tobi, Benny, Freddy und ich waren allesamt fit und so reisten wir mit dem luxuriösen Personalproblem an, dass Raffa als Einzelstarter in der offenen Klasse antreten durfte/konnte/musste. Und auch ohne unser im letzten Jahr stärkstes Zugpferd war unser Ziel klar: Die Tabellenführung.

Nach dem Aufstieg wussten wir nicht genau, was uns in der 2. Hessischen Triathlon-Liga (kurz: 2. HTL) erwartet, rechneten aber schon damit, dass die stärkste Konkurrenz die Mitaufsteiger vom CJD Oberurff sein würden. Denn auch in der 2. HTL waren ja die stärksten Teams aufgestiegen.

Mein Training lief nach dem frustrierenden Wettkampf in Langenselbold schnell wieder sehr gut. Zwei Tage nach dem Kinzigman bin ich die bislang schnellsten Intervalle meines Lebens gelaufen und habe auch in den weiteren zwei Wochen gut trainiert. Das Selbstbewusstsein war also wieder da, einen Nachweis in Form eines guten Wettkampfes war ich mir aber noch schuldig.

Zum Auftakt konnte ich mich auf den 15 Schwimmbahnen an Michael Böhler hängen, der die 750 Meter wie ein Uhrwerk konstant in 1:22 – 1:24 Minuten abspulte. Das sparte ordentlich Kraft und ich kam kurz hinter Markus Becker an Position fünf aus dem Wasser. An meinem Rad habe ich seit zwei Wochen einen Leistungsmesser (dazu demnächst mal mehr in einem eigenen Beitrag) und hatte mir vorgenommen, mich von Anfang an an den Wattwerten aus dem Training zu orientieren. Ich kann definitiv sagen, dass ich bislang bei jedem Triathlon, den ich gemacht habe, zu schnell losgefahren bin! Das fühlte sich zunächst an wie eine Kaffeefahrt und am Anfang verlor ich auch leicht Boden auf die Konkurrenz. Doch schon zum Ende des ersten Anstiegs war ich wieder an Position vier und am Ende der 21 Kilometer lagen Markus und ich vorne.

Tobi, Freddy und Benny machten derweil etwa 1-2 Minuten hinter uns Boden gut. Beim ersten Wendepunkt der 5km-Laufstrecke kamen mir – mit Markus im Schlepptau in Führung liegend – alle drei unter den Top-20 entgegen. Da war die Laune gleich noch besser, als sie ob der Position des Gesamtführenden eh schon war. Die Hitze machte mir zwar zunehmend zu schaffen, aber das war bei den Konkurrenten offenkundig nicht anders. Bis auf einen. Bei Kilometer 3 oder 4 überholte mich ein Viernheimer mit einem abartigen Tempo. Als ich nach soliden 19:25 Minuten ins Ziel kam, erklärte er mir, schon sichtlich erholt, dass er ehemaliger Leichtathlet sei, ab heute aber Triathlet. Die 16:50 finde ich trotzdem echt bemerkenswert, chapeau!

Wenige Sekunden nach mir folgte Markus auf Rang 4, dann bald auch schon Tobi (9), Freddy (10) und Benny (14). Kein anderes Team war auch nur annähernd so geschlossen vorne im Tableau vertreten und der Gesamtsieg stand fest. Dass am Ende gar Oberurff und Spiridon mit uns auf dem Podium standen – wie also letztes Jahr in der 3. HTL – war dann das Sahnehäubchen und wir mussten alle kurz schmunzeln. Raffa belegte im Einzelklassement übrigens Platz zwei!

Schon in zwei Wochen steht in Darmstadt der nächste Sprint an, dann mit brettflacher Radstrecke und einer nervenraubenden Wendepunkt-Laufstrecke. Für mich geht’s allerdings schon diesen Sonntag weiter. Beim Quarterman helfe ich in unserer zweiten Mannschaft aus, da Wolfgang sich verletzt hat. Hoffentlich sehe ich dort viele von euch auf und neben der Strecke 🙂

Ratlos in Langenselbold

Voll motiviert bin ich gestern zum Kinzigman gefahren. Ich war im Gegensatz zum Wettkampf in Gelnhausen gut vorbereitet, erholt und wollte das Podium erklimmen. Zunächst sah auch alles danach aus, als würde das klappen. Warum dann doch alles anders kam, darüber bin ich auch am Tag nach dem Rennen noch ratlos.

Kinzigman_2018_10

Das Schwimmen lief gut. Es war zwar ungewohnt, wieder im Neo zu schwimmen, aber nach 7:12 Minuten (die Strecke ist hier immer etwas zu lang) kam ich als Vierter aus dem Wasser, 40 Sekunden hinter dem Führenden. Auf die Radstrecke ging ich zeitgleich mit Vincent Größer, dem Titelverteidiger und Sieger vom Kinzigtal-Triathlon letzte Woche. Dranbleiben konnte ich zwar nicht, aber die anderen drei vor mir sammelte ich bis zum letzten Wendepunkt ein und kam insgesamt mit einem Schnitt knapp über 40 km/h auf Platz zwei zurück zur Wechselzone am Kinzigsee und hatte noch Power fürs Laufen übrig.

Kinzigman_2018_03

Und nun kommt der Teil, den ich mir nach wie vor nicht erklären kann. Ich fühlte mich beim Laufen von Anfang an wie gelähmt, die Füße wollten einfach nicht vom Boden weg. Die drei jungen Kerle (Jahrgänge 96/97!), die ich auf dem Rad alle 1-2 Minuten distanziert hatte, kassierten mich wieder und auch Tobi überholte mich auf dem letzten Kilometer mit einem bärenstarken Lauf. Dranbleiben? Keine Chance! Satte 90 Sekunden lief er am Ende schneller als ich und damit einem hochverdienten fünften Platz entgegen. Für mich blieb Rang sechs und große Ratlosigkeit.

Kinzigman_2018_07

Ja wo bleibt er denn?

Was war los? Zu wenig Zucker, zu kleines Frühstück? Zu viel Gartenarbeit und Haushalt am Wochenende? Fehlendes Koppeltraining? Zu viele andere Dinge im Kopf? Die Leistungsdaten zeigen jedenfalls keine Ausreißer. Ich lief von Anfang bis Ende konstant. Nur eben konstant zu langsam.

Jetzt werde ich ein paar gute Trainingsläufe brauchen, um zum ersten Ligarennen wieder an meine Selbstwirksamkeit zu glauben. Zu wissen, dort mit Tobi, Raffa, Markus, Freddy, Benny und Max sechs Mitstreiter zu haben, die allesamt für ein Top-Ergebnis sorgen können, nimmt aber glücklicherweise Druck von mir. Die beste Konkurrenz kommt aus den eigenen Reihen. Und ob ich am Ende vor den Jungs liege oder dahinter ist mir relativ schnuppe. Hauptsache niemand aus den anderen Teams tut es 😉

(Bilder: Volker Meyer / OPTIMUM)