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Trainingslager Oberstdorf

Kaum zu glauben, ein Jahr ist der Ironman bereits her. Das diesjährige Rennen habe ich nicht wirklich verfolgen können, aber dass der letzte Hawaii-Slot in meiner Altersklasse in 9:54 Stunden weggegangen ist, habe ich dann doch mit einem weinenden Auge mitbekommen.

Ich will mich aber nicht selbst bemittleiden, im falschen Jahr gestartet zu sein, sondern vielmehr arbeite ich daran, beim nächsten Mal noch deutlich besser zu sein. Heute geht mein Lauftrainingslager in Oberstdorf zu Ende und es hätte für mich keine bessere Möglichkeit gegeben, an meiner schwächsten Disziplin zu arbeiten, als mit so einer starken Truppe wie den Jungs vom SSC Hanau-Rodenbach.

Fast immer ganz hinten, aber es motiviert unheimlich, starke Leute um sich rum bzw. vor sich zu haben

Die Tage sahen meistens so aus: 7:15 Uhr Stabi, anschließend ein kurzer Morgenlauf zum Fluss und dort ein paar Steigerungen plus kurzes Kneipen im kalten Wasser. Dann Frühstück und gegen 11 Uhr eine Tempoeinheit, entweder auf der Bahn oder am Fluss entlang. Mit langem Warm-Up, Stabi, Koordinations- und Dehnübungen dauerten diese Sessions meist etwa 2,5 Stunden mit etwa 12-18km auf der Uhr. Im Anschluss folgte dann meist ein langer Spaziergang mit Maria und Nala durch die traumhafte Landschaft, eventuell noch ein Schwimmbadbesuch und nach dem Abendessen dann Sauna.

 

 

 

Den Tempodauerlauf und die extensiven Intervalle am Fluss fielen mir deutlich leichter als das intensive Bahntraining. Da kamen pro Einheit etwa 3km im 800-Meter-Renntempo zusammen, was in ordentlichem Muskelkater in den Fußballen und Waden mündete. Durchziehen konnte ich dennoch alle Einheiten. An den sieben Tagen haben sich 106 Lauf-Kilometer angesammelt, wobei das weniger aussagekräftig ist, als die Intensität, die die Einheiten bestimmt hat.

Vor jeder Einheit stand ein langes Stabi- und Koordinationsprogramm.

 

Offiziell geht das Trainingslager bis Sonntag, wir reisen allerdings aufgrund einer Hochzeit am Wochenende schon am Donnerstag ab. Um den Effekt noch etwas mitzunehmen, soll ich Freitag und Sonntag daheim noch zwei intensive Einheiten dranhängen – zum Glück habe ich auch dafür starke Trainingspartner gefunden, dann wird das nicht ganz so schwer. Darauf folgt eine ruhige Woche. Ende Juli laufe ich einen 10er in Obertshausen und der Rückenwind aus Oberstdorf gibt mir das Selbstvertrauen, dort die 37 Minuten anzugreifen.

Für Nala war Oberstdorf mit all den Flüssen ein Traum! Zweimal war es sogar warm genug, um zusammen in der eiskalten Iller zu schwimmen (auf der Stelle, gegen die Strömung).

 

Das wird ein Spaß

Mein erstes reines Lauftrainingslager ist gebucht!

Wer fleißig mitliest, weiß dass mein Trainingsfokus schon seit 2-3 Jahren auf dem Laufen liegt. Weil ich hier die größten Defizite habe und auch, weil es mir einfach am meisten Spaß macht. Besonders erfolgreich war das bislang noch nicht, aber ich gebe nicht auf. Seit etwa sechs Wochen bin ich wieder regelmäßig im Lauftraining beim SSC Hanau-Rodenbach und fahre Anfang Juli nun sogar mit ins Trainingslager.

Laufen: Nicht gerade meine Stärke, aber meine Leidenschaft

Das bisherige Training hat schon viel gebracht, auch wenn sich das so kurzfristig natürlich noch nicht in Wettkampfergebnisse ummünzen ließ. Ich denke, in der zweiten Saisonhälfte wird man das dann auch in den Rennen merken. Aber daran, dass die Einheiten mich mittelfristig schneller machen, besteht kein Zweifel. In der Gruppe kann ich härter laufen – bzw. in meinem Fall reicht es sogar hinter der Gruppe herzulaufen, weil alle dort deutlich schneller als ich sind 😉

Übermorgen steht erstmal der dritte Liga-Wettkampf, eine Olympische Distanz am Edersee an. Das Rennen hat es in sich und dafür habe ich diese Woche in allen drei Disziplinen mal bewusst ruhiger gemacht. Wir starten in einer Startgruppe mit der 1. Hessenliga, das motiviert zusätzlich und ich will auch in dem doppelt so großen und stärkeren Feld eine Platzierung unter den Top 10 erreichen.

Vom 5.-12. Juli fahren wir dann nach Oberstdorf. Da dort nicht nur viel Training sondern auch eine traumhafte Landschaft wartet, begleiten Maria und Nala mich und wir machen gleichzeitig Urlaub. Der Trainingsplan für die Woche klingt mit insg. ca. 115km inkl. fünf Tempo-Einheiten echt brutal, da kann es nicht schlecht sein, zwischen den Einheiten gut zu entspannen und die Natur zu genießen. Ob ich tatsächlich jede Einheit mitlaufe oder 1-2 auslasse, weiß ich noch nicht. Schwer einzuschätzen, wie viel ich verkrafte, wenn mal kein Schwimmen und Radeln auf dem Programm steht. Aber auch ohne vollständige Planerfüllung wird es auf jeden Fall sehr „lohnend“, wie unser Trainer Sascha es schön beschrieben hat.

Wichtige Reize im Trainingslager

Diesmal alles anders. Anderes Land, andere Anreise, andere Ziele und vor allem: andere Trainingsinhalte. Im letzten Frühjahr war mein Trainingslager noch eher klassisch, sowohl vom Reiseziel (Lanzarote) als auch von der Anreise (Flug) und den Kerninhalten (Grundlagenausdauer). Gründe das zu ändern gab bzw. gibt es viele. Zum einen mein Umweltbewusstsein, das mich dazu gebracht hat, die Bahn als Alternative zum Flug ausprobieren zu wollen. Damit auch zwangsläufig die Anpassung des Reiseziels ganz pragmatisch daran, wie ich mit dem Zug an einem Tag möglichst weit in den Süden komme. Und nicht zuletzt die Saisonziele und damit die Trainingsinhalte, die dieses Jahr harte Intervall-Einheiten erfordern.

Also startete unsere muntere Reisegruppe, bestehend aus Tobi, Julia, Maria, Nala, mir und drei Radkoffern, von Frankfurt mit dem TGV nach Aix en Provence. Die Zugfahrt selbst war mega entspannt, ich glaube in den Frankreich-Urlaub fahre ich ab sofort nur noch mit dem Zug. Stressig war lediglich das Einladen der Radkoffer in den Zug und später ins Taxi, die sind schließlich sehr sperrig. Aber als wir erstmal drin waren, verging die Zeit mit Spielen und Trainingsplanung auch im Zug wie im Flug 🙂

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In Aix en Provence hatten wir ein Appartement im Süden, direkt am Park – ganz zur Freude von Nala, die dort fast jeden Tag im Bach war. Die Stadt selbst zu durchfahren / durchlaufen ist Horror, da die Verkehrsführung grauenhaft ist und es überall staut. Aber meist haben wir einen der direkten Wege nach draußen genommen und uns erwarteten reihenweise Berge, die erklommen werden wollten.

Mein geprellter Ellbogen hat mich beim Radtraining leider noch stark eingeschränkt und in Aeroposition konnte ich gar nicht fahren. In den Abfahrten hatte ich dann selbst in Tobis Windschatten Schwierigkeiten dranzubleiben, aber trotzdem sind wir fast alle Einheiten zusammen gefahren – eine tolle Abwechslung zum Training in Deutschland, das ich fast ausschließlich allein absolviere.

Doch auch wenn ich bei jeder Bodenwelle einen Arm vom Lenker nehmen musste: meine wichtigsten Intervall-Einheiten konnte ich allesamt durchziehen. Auf dem Rad waren dies drei Einheiten im Sprintdistanz-Wettkampftempo. Beim Laufen habe ich meine beiden Intervall-Einheiten sogar je zweimal hinbekommen, allesamt mit ordentlich Bums in den Beinen. Die eine Einheit waren 6x1km in durchschnittlich 3:50 min/km mit 90 Sekunden Pause, wobei da bergauf welche in 4:40 und bergab auch welche in 3:20 dabei waren. Die zweite Einheit waren 3x800m, 3x400m, 2x800m und 2x400m; etwas schneller als die 1km-Intervalle, dafür aber auch je drei Minuten Pause.

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Stabi war durch den Ellbogen auf zehn Minuten am Tag beschränkt. Zusätzlich natürlich täglich umfassendes Dehnen, denn im Trainingslager hat man ja endlich mal ausgiebig Zeit dafür. Schwimmen war ich nach drei Wochen Pause immerhin zweimal, beim zweiten Mal auch selbst beim Tempotraining schmerzfrei.

An Training habe ich also alles erfüllt, was ich mir vorgenommen hatte, und fühle mich zugleich gut erholt. Mit deutlich weniger Wochenstunden aber auch deutlich härteren Einheiten war es ein ganz anderes Trainingslager als auf Lanzarote. Zum Erfolg brauche ich diese Woche jetzt die Ruhe, die Trainingsbelastung sacken zu lassen und dann ab nächster Woche die Kraft, weitere wichtige Trainingsreize in derselben Qualität zu setzen. Nicht mehr lang bis zu den ersten Wettkämpfen!

Nicht kleinzukriegen

Manchmal läuft’s und manchmal halt nicht. Wichtig ist nur, wie man damit umgeht. Ich hole diese Saison all das nach, was mir letztes Jahr glücklicherweise erspart geblieben ist. Der Bänderriss hat mich vor allem im Laufen ordentlich zurückgeworfen. Bei den ersten Intervall-Einheiten nach der Pause war ich ca. 15 Sekunden langsamer auf den Kilometer, das ist schon ’ne Menge Holz. Dennoch freue ich mich einfach, wieder schnell laufen zu können!

Der nächste Rückschlag folgte letzten Dienstag beim ersten Rad-Intervalltraining. Kurz vor Schluss wurde ich umgefahren, jetzt ist der Ellbogen geprellt und die zuletzt gute Schwimmform schwindet unaufhaltsam dahin, wie zuvor bereits die Laufform. Also erstmal einarmig Radfahren. Aber hey – ich kann ja immer noch laufen! 🙂

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Leichter kleinzukriegen als ich: Mein Rad 😉

Umso mehr freue ich mich auf die Auszeit im Süden. Heute treten zwei Paare, drei Räder und ein Hund, die wohl unkonventionellste Reisegruppe im europäischen Schienenverkehr, die Reise nach Aix-en-Provence/Südfrankreich an. Ein paar Kilometer von der Mittelmeerküste entfernt verbringen wir über Ostern dort acht Tage und wollen einerseits ein bisschen ausspannen, andererseits auch an der Form arbeiten. Ob ich dann Schwimmen, Radfahren, Laufen oder doch nur Boccia spielen kann? Ich wage keine Prognosen. Genießen werde ich es aber auf jeden Fall. Und das Schöne an unserem sportlichen Dreikampf ist ja: Irgendwas geht immer! 😀

Trainingslager-Auswertung

Letzte Woche bin ich nun von Lanzarote zurückgekommen und die drei Wochen im Trainingsparadies waren ein voller Erfolg. Erst in den letzten Tagen war ich wirklich spürbar ermüdet, wodurch ich mich nun sehr über die zwei Entlastungswochen freue. Die letzte Woche war recht einsam und deswegen auch nicht immer leicht, dem Training hat das aber nicht geschadet. Die Lauf-Intervalle im Stadion sowie die Rad-Intervalle am Berg und die Schwimm-Intervalle mit Flossen waren alle im letzten Block schneller als in der ersten Woche des Trainingslagers, die Qualität hat also bis zum Ende gestimmt.

Insgesamt habe ich rund 100 Stunden trainiert, in allen drei Disziplinen mehr gemacht, als ich mir vorgenommen habe, und bin mit dem Gesamtoutput überaus zufrieden. Was ich dort an Training geleistet und auch gut weggesteckt habe stimmt mich sehr positiv für den Ironman. Ich habe die Auswertung mal zweigeteilt, in quantitativ und qualitativ:

Quantitative Auswertung:

  • Gesamtbelastung: Insgesamt über 100 Stunden Training
  • Grundlagenausdauer:
    • Bike: sieben vier- bis fünfstündige Radeinheiten, alle inkl. 3 bis 12 Kilometer langem Koppellauf.
    • Run: fünf Läufe über zwei Stunden, davon zwei über drei Stunden
  • Tempotraining:
    • Swim: zwei Intervall-Einheiten mit Flossen, drei Intervall-Einheiten im angestrebten Ironman-Renntempo
    • Bike: drei Einheiten 5×4 Minuten am Berg, da fehlte noch etwas Power
    • Run: drei Bahn-Einheiten, 8×800 Meter, alle im Tempo 3:45 – 3:50 min/km; immer mit gutem Gefühl, in der letzten Woche am Schnellsten
  • Ergänzendes Training: JEDEN Tag Stabi und JEDEN Tag Dehnen mit Fokus auf meine Schwachstelle Gluteus/Ischios. Zusätzlich fünf Einheiten intensives Krafttraining
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Zwar war nicht jeden Tag allerbestes Wetter, aber nass geworden bin ich auf dem Rad kein einziges Mal! 🙂

Qualitative Auswertung:

  • Gesamtbelastung: Diese habe ich sehr gut vertragen, was eine tolle Bestätigung des Wintertrainings bzw. des Trainings der letzten beiden Jahre ist, denn dort habe ich mir diese Belastungsverträglichkeit erarbeitet.
  • Grundlagenausdauer: Beim Laufen habe ich das Gefühl, in meinem sehr ruhigen Grundlagen-Tempo (um die 5:30 min/km) endlos laufen zu können, auch wenn man mich nachts um drei weckt. Beim Radfahren ist es noch nicht so locker flockig, aber die Einheiten im Trainingslager haben hier sicherlich geholfen, die Form auf ein neues Level zu heben. Lange zu schwimmen war ja nie ein Problem, das habe ich im Trainingslager auch nicht spezifisch trainiert.
  • Tempotraining: Wenn ich bei den Lauf- und Schwimmintervallen in den nächsten vier Wochen noch ein bisschen was draufpacken kann, bin ich genau da, wo ich am Ende der Base-Phase sein will. Beim Rad ist es wie immer schwer einzuschätzen, aber vom Gefühl her würde ich sagen, fehlt da noch am Meisten.
  • Ergänzendes Training: Ich wollte auf Lanzarote gezielt an meiner Beweglichkeit im Gluteus sowie der ischiokruralen Gruppe und an der Tiefenmuskulatur im Rumpf arbeiten. Mit dem Ziel, die Position auf dem Rad besser und länger fahren zu können – Das ist mir mehr als gelungen. Es hat zwar das ein oder andere Mal Überwindung gekostet, mich morgens oder auch abends nach der letzten Einheit nochmal aufzuraffen und 20 Minuten auf die Matte zu gehen, es hat sich aber enorm gelohnt. Ich habe meinen Lenker um 1cm senken und die Auflieger 2cm enger zusammen stellen können. Diese Position fahre ich nun angenehmer als die alte vorm Trainingslager. Das ist schon ein enormer Fortschritt, was Rad-spezifisch die Aerodynamik und Sportart-übergreifend die Beweglichkeit angeht. Ich wusste, dass ich im Trainingslager endlich mal die Zeit habe, daran zu arbeiten, und habe das nutzen können. Wichtig ist jetzt nur, dass ich es schaffe, da im Alltag dranzubleiben.
  • Nicht zuletzt ein gaaanz wichtiger Punkt: Viele, viele Stunden Italienisch-Lernen, auch hier muss ich nun im Alltag dranbleiben 😀

Wie geht’s weiter? Zunächst habe ich noch eine Woche Entlastung und die brauche ich auch. Der Puls war am Ende des Trainingslagers sehr niedrig, was für eine große Ermüdung spricht. So war es ja gewollt. Aktuell merke ich wirklich Tag für Tag, wie der Körper sich erholt – und hoffentlich am Ende dieses Prozesses auch ein neues Niveau erreicht. Es folgen vor Frankfurt noch ein Grundlagenblock und danach geht es in die spezifische Vorbereitung im angestrebten Wettkampftempo. Ich bin wieder topmotiviert und fest davon überzeugt, dass Frankfurt riiiichtig gut werden kann! 🙂

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Auch Profis trifft man auf Lanzarote immer wieder: Selfie am Schwimmbad mit Faris Al Sultan. Patrick Lange war im Becken, den wollte ich nicht stören 😉

Lanzarote – Leben wie ein Profi

Heute ist mein achter Tag hier auf Lanzarote und ich fühle mich wie im Paradies. Hinter mir liegen sechs Trainings- und ein Ruhetag. Heute ist der zweite Ruhetag, den ich gerade bei 26 Grad unter einem wolkenfreien Himmel genieße. Auf der Haben-Seite stehen bereits 17 Stunden auf dem Rad mit drei langen Touren über vier Stunden, zehn Stunden Lauftraining mit einer Intervalleinheit und zwei Läufen von über zwei Stunden, außerdem vier Stunden Kraft- und Stabitraining sowie knappe sieben Stunden im Wasser. Es folgen noch drei weitere Blöcke à drei Tage Belastung und einem Tag Entlastung, ich bin also bei 40%, wenn man so will.

Während das Wetter in den ersten Tagen häufig wechselte, zwischen viel und wenig Wind, stark oder leicht bewölkt und auch ein paar kältere Stunden dabei waren, haben wir inzwischen selbst für Lanzarote ungewöhnlich warmes Wetter. Dem heutigen Tag sollen noch weitere mit purem Sonnenschein bis zu 30 Grad folgen – hab ich nichts dagegen! 🙂

Körperlich geht es mir prima, fast schon zu gut um wahr zu sein. Keinerlei muskuläre Probleme, keine Schmerzen, nicht mal die Grundermüdung scheint im Laufe der Tage zuzunehmen. Das ist schon eine Bestätigung für die solide Grundlage, die ich in Deutschland über Monate hinweg aufgebaut habe. So vertrage ich hier auch deutlich über 30 Wochenstunden, mehr als erwartet.

Morgen stehen erneut die Bahn-Intervalle vom ersten Tag an, da wird sich dann an Tempo und Puls zeigen, ob sich unterbewusst doch schon eine größere Erschöpfung angestaut hat, oder ob alles so gut ist, wie es sich anfühlt. Ich bin jedenfalls heiß auf mehr und springe jetzt erstmal zur Abkühlung ins Wasser. Bis die Tage!

Hasta la vista, Deutschland!

Das Fahrrad ist zerlegt und verstaut, die Koffer gepackt, die Haare geschoren und die Vorfreude nicht mehr zu toppen. Morgen geht’s endlich nach Lanzarote!!!

RaceCut

Ein wahrer Race-Cut: Nasse Haare bringen schnell Erkältungen, also einfach weg damit.

Dort warten drei Wochen Training in der Sonne mit einer geilen Trainingsgruppe auf mich. Mit dabei sind Freddy und Nina, Tobi und Julia, Alex Inge, Stephan Nolte, Annette und zumindest für die ersten paar Tage zum Glück auch Maria 😀

Ich werde mich bestimmt auch von dort mal mit einem Zwischenbericht zu Wort melden. Die Wettervorhersage jedenfalls ist schon mal sehr gut, es sind wie immer viel Sonne, viel Wind und Temperaturen um die 20 Grad angekündigt.

Das Abenteuer beginnt

Der lange Weg zum Ironman 2017 hat begonnen. Ich bin schon eine ganze Weile wieder im Training, insb. im Laufen auch strukturiert und sehr intensiv. Die großen Wehwehchen der letzten Saison sind mittlerweile abgeklungen. Nach etwa achtwöchiger Radpause sowie täglichem Dehn- und Massageprogramm sind die Knieschmerzen besiegt und selbst meinem Piriformis geht es aktuell besser, auch wenn dieser lästige Schmerz im hinteren Oberschenkel mich vermutlich noch Jahre bei längerem Sitzen begleiten wird.

Meine Pläne/Ziele für kommendes Jahr sind natürlich unverändert. Ironman Frankfurt und dann erstmal lange nichts. Da Vorbereitungswettkämpfe kaum nötig bzw. sinnvoll sind und ich nach Frankfurt eh flexibel bin, starte ich 2017 nach einjähriger Pause wieder fürs Tria-Team in der Liga. Zwar ist die weite Anreise zu den Wettkämpfen da oft mehr als nervig, aber die Wettkämpfe im Team vermisse ich schon. Es waren trotz allem Gemotze oft schöne Erlebnisse mit den Jungs.

Gänzlich verändert haben sich dagegen die Trainingslager-Pläne. Das Dezember-TL in Sevilla fällt aus und ich muss auf die Gnade des deutschen Winters hoffen (haha). Dafür ist das TL im März nun festgezurrt. Für drei Wochen fliege ich zwar leider erstmals ohne Maria, dafür aber mit Alex Inge, Freddy, Nina, Tobi und Julia nach Lanzarote. Da wartet also eine starke Trainingstruppe und sicherlich auch jede Menge Sonne 🙂

Eine Neuerung gibt’s noch von den Medien: Der Bruchköbeler Kurier begleitet den Weg unseres vierköpfigen OPTIMUM-Teams auf dem Weg zum Ironman (Alex I., Alex B., Marcel und ich). Der Teaser dazu war bereits vor zwei Wochen in der Zeitung. Neben diesem Blog findet ihr dort in den kommenden neun Monaten also immer mal wieder einen Gastbeitrag von mir.

Lanzarote-Trainingslager in Bildern

 

Lanza Diary

In Deutschland fällt es aktuell schwer zu glauben, dass Weihnachten ist. Noch surrealer erschien das aber in unseren neun Tagen auf Lanzarote. Bei kurzen Hosen, Sonnenschein und bis zu 25 Grad war der Running Gag der Woche schnell gefunden: „Noch X Tage bis Weihnachten!“ 🙂 Und nicht nur das Wetter war ein purer Genuss, auch die Zeit mit Maria, das Essen und das Training auf der Insel waren absolut genial.

12421371_10206565753994874_2028125190_nWir waren in einem kleinen Appartement in La Santa, einem kleinen Fischerort auf der Nordseite der Insel. Wer dort lebt ist entweder Surfer, Fischer oder arbeitet im Restaurant. Nur zwei Kilometer entfernt ist der berühmte Club La Santa, ein wahnsinniger Hotelkomplex mit allen möglichen Sportanlagen (Tennis, Squash, Laufbahn, Pool, …) Auf der gesamten Insel, insb. an den Küsten ist es sehr windig, der Wellengang macht auch das Schwimmen im Meer schwierig. Ausprobiert habe ich es natürlich trotzdem, bei angenehmen 22 Grad Wassertemperatur kann man nicht viel falsch machen.

Impressionen vom fischigen Essen

Impressionen vom fischigen Essen

Zwischen unseren unzähligen, unheimlich leckeren Fisch-Mahlzeiten habe ich mit dem Rad fast die ganze Insel erkundet, knapp 6.000 Höhenmeter gesammelt und über 20 Stunden im Sattel verbracht. Sehr beeindruckend, was man dort alles sieht, was eine auf dem Papier triste Vulkanlandschaft doch hergibt und was die Natur dort alles geformt hat. So war jede Radtour auch immer ein Erlebnis. Zu Beginn der Touren gibt es von der Küste startend eigentlich nur eine Möglichkeit: Bergauf. Hinzu kam in den ersten Tagen ein starker Südwind, sodass des Öfteren nach einer Stunde nur 17-18 Kilometer auf der Uhr standen. Dafür vergingen die letzten 20 dann wie im Flug, teils mit einem Schnitt an die 50 km/h. Je weiter man hoch fährt und sich dem Kern der Insel nähert, desto besser sind die Straßen ausgebaut, mehr Verkehr gibt es trotzdem nicht und es ist sehr, sehr angenehm dort zu fahren. Was bleibt: Es geht fast nur bergauf- und ab.

Impressionen vom Training

Impressionen vom Training

Auch läuferisch war ich fleißig, habe insgesamt vier Intervalleinheiten am Berg absolviert, zwei lange Läufe und ein paar Koppelläufe. Die Königsetappe am vorletzten Tag war ein langer Lauf auf einen Vulkan, 300 Höhenmeter kamen allein bei dieser Einheit zusammen. Die Aussicht von dort oben war unbezahlbar schön, im Sonnenuntergang über die halbe Insel zu blicken und die Woche mehr als zufrieden Revue passieren zu lassen.

Die neun Tage hätte ich mir nicht schöner ausmalen können. Ich habe nicht nur gut trainiert und körperlich alles bestens verkraftet, sondern auch eine tolle Zeit mit Maria verbracht und diese sehr genossen. Ein Traumurlaub, der auf jeden Fall wiederholt wird, vielleicht schon im April. Zurück in Deutschland wird nun wieder verstärkt an der Laufform gearbeitet, es stehen weitere Intervalle am Berg, Sprungläufe und auch längere Einheiten an. Von der Sonne Lanzarotes werde ich noch lange zehren können, meine Akkus sind „voll aufgeladen“. Und es sind nur noch 363 Tage bis Weihnachten! 😀