Archiv für Training

Drei gute letzte Wochen

Die vergangenen drei Wochen, also der letzte Trainingsblock bevor nun die Erholung im Vordergrund steht, waren nochmal richtig gut. Beim Schwimmen bin ich endlich in Form und bin zuversichtlich in Frankfurt eine ähnliche Zeit zu schwimmen wie vor zwei Jahren. Auf dem Rad kam ich jede Woche auf über 500 km bei 4-5 Einheiten mit ordentlich Intervallen. Und selbst laufen konnte ich wieder regelmäßig. Alle zwei Tage 10-15 Kilometer, nichts was mich voranbringt, aber als Grundbelastung reicht es.

Somit habe ich wieder Hoffnung, dass ich in Frankfurt durchkomme. Ob’s klappt, sehe ich natürlich erst am Wettkampftag selbst, aber zumindest versuche ich, mich bestmöglich vorzubereiten. Wenn der Fuß mitmacht, soll auch die Leistung stimmen.

Die Trainingsphase ist jetzt vorbei, jeden Reiz, den ich noch setzen würde, könnte der Körper nicht mehr rechtzeitig verarbeiten. Die Kunst ist nun also wieder, genau so viel zu trainieren, dass eine Grundspannung erhalten bleibt und dabei ordentlich zu regenerieren. Da ich vor zwei Jahren auf den Punkt genau fit war, orientiere ich mich in der finalen Vorbereitung sehr an dem damaligen Ablauf. Dem Fuß kann das nochmal ordentlich helfen, wenn jetzt 2 1/2 Wochen deutlich weniger Belastung ansteht.

Am Sonntag starte ich beim dritten Liga-Rennen beim Moret-Triathlon, bis aufs Laufen werde ich da auch nochmal Vollgas geben. Dann folgen zwei Wochen mit kleinen Wettkampfsimulationen und schon ist der 30. Juni da. „Das ging jetzt ganz schön schnell“ kann ich diesmal nicht behaupten, denn durch die vielen Unterbrechungen und ungeplanten Abbiegungen im Training gab es irgendwie in der gesamten Vorbereitung keinen Monat, wo es wirklich gradlinig lief und dadurch drohte langweilig zu werden.

Ziele langsam runterschrauben

Nur noch ein Monat bis zum Ironman und seit dem letzten Blog-Eintrag ist wieder so viel passiert. Mit Kind komme ich leider nur noch selten dazu, mich hier mitzuteilen, weswegen ich diesen Blog trotz der weiterhin vielen interessierten Leser einstellen möchte. Ich habe mich immer über die vielen positiven Reaktionen gefreut und auch aktuell über alle, die mich darauf ansprechen, ich solle doch wieder mehr schreiben. Die Prioritäten haben sich mit der Geburt von Miriam klar verschoben und mir die Zeit für ein paar Zeilen zu nehmen, fällt mir immer schwieriger.

Bis dahin jedoch möchte ich euch weiter an meinem triathletischen Leben teilhaben lassen. Leider macht mein linker Mittelfuß weiterhin Probleme. Um unsere Chancen auf den Aufstieg zu wahren, bin ich beim Liga-Sprint in Griesheim gestartet und habe mit dem fünften Platz auch meinen Teil zu unserer ersten Podiumsplatzierung des Jahres beigetragen. Leider hat der Fuß es mir nach dem Wettkampf gerächt und schmerzt wieder. Hinter mir liegen – den Wettkampf und zwei lockere Vorbereitungsläufe davor mal ausgenommen – also mittlerweile drei Wochen ohne strukturiertes Lauftraining und eine Besserung ist nur marginal in Sicht. Inzwischen geht es nicht mehr darum, mit einer ordentlichen Laufform zum Ironman zu gelangen, sondern ob ich überhaupt in der Lage sein werde, 42 Kilometer zu laufen.

Dritter Platz in Griesheim mit dem Tria-Team. Wir beklatschen unsere Lieblingskonkurrenten aus Oberurff, die hinter Darmstadt auf Rang zwei landeten und damit in der Tabelle knapp vor uns liegen.

Einer der lockeren Läufe vor Griesheim war ein besonders interessanter: Ich habe an einer Studie der Uniklinik Frankfurt teilgenommen, die bei ambitionierten Triathleten untersucht, ob zwischen einem „normalen“ Lauf und einem Koppellauf Unterschiede im Laufstil festzustellen sind.

In diesem Anzug durfte ich zunächst einen Lauf ohne Vorermüdung absolvieren und dann eine Koppeleinheit. Dabei wurden mit Sensoren an allen Gelenken die Bewegungen in den einzelnen Gelenken gemessen und verglichen. Sehr große Unterschiede zwischen beiden Läufen gab es nicht, aber die Erkenntnisse waren dennoch sehr interessant. Ich knicke in der Stützphase mit der Hüfte ein, was auf eine Schwäche der Abduktoren hindeutet. Außerdem überkreuzen meine Füße sehr stark, was meinen Laufstil ja schon lange charakterisiert: auf dem Foto oben ist gut zu sehen wie der Fuß in der Schwungphase nach innen rotiert.

 

Für den Ironman bringt das nichts mehr, aber für die Zeit danach. Aktuell ist mein Training ohnehin gezwungenermaßen wieder fast ausschließlich Radtraining. Da läuft es richtig gut, schwimmen wird auch endlich wieder. Ich werde also schnell in der zweiten Wechselzone sein. Ob ich dann das Ziel erreiche, entscheidet der Fuß.

Schutzengel

Vor knapp zwei Wochen hatte ich einen schweren Sturz mit dem Rad, bin aber den Umständen entsprechend extrem glimpflich davon gekommen. Bei etwa 50km/h habe ich auf einer Abfahrt den Lenker verrissen und bin ein paar Meter über den Asphalt gerutscht. Ich konnte zwar direkt wieder aufstehen, aber meine Klamotten waren total zerfetzt und auch der Helm kaputt. Ich wurde dann ins Krankenhaus gefahren und einmal komplett durchgecheckt – bis auf eine leichte Rippenprellung, ein paar Blutergüssen und etliche Schürfwunden ist alles in Ordnung. Da habe ich richtig Glück gehabt, bei dem Tempo kann das ganz anders ausgehen…

Früher mal ein Aerohelm, jetzt nur noch ein Helm. Die Spitze ist beim Sturz abgebrochen.

Mein Training musste ich natürlich erstmal aussetzen, konnte es aber sehr schnell wieder aufnehmen – erst nur locker, inzwischen auch wieder intensiv. Leider war es nun aber mal wieder zu viel des Guten und seit Dienstag schmerzt der linke Mittelfuß. Vorher lief das Training richtig gut und somit bin ich eigentlich in Form. Aber mit dem Fuß muss ich jetzt sehr vorsichtig sein und da ich bei jedem Schritt Schmerzen habe, fällt auch der erste Liga-Wettkampf am Samstag für mich aus 🙁

Somit weiß ich aktuell nicht genau wo ich stehe. Meine FTP-Leistung auf dem Rad ist höher als je zuvor und die wettkampfspezifischen Läufe liefen auch sehr gut. Aber es sind nur noch weniger als acht Wochen bis Frankfurt und eine lange Pause ist jetzt nicht mehr drin. In den nächsten Tagen hilft erstmal nur abwarten.

zwischen 99 und 101%

Ehrgeizige Ziele bringen im Leistungssport immer ein gewisses Risiko mit sich. Ich bewege mich in diesem Jahr ständig auf einem schmalen Grat zwischen bestmöglicher Entwicklung und zu viel des Guten. Letzte Woche habe ich Schmerzen im Mittelfuß bekommen, den Lauf dann aber glücklicherweise direkt abgebrochen und damit Schlimmeres verhindert. Durch die dadurch entstandene Pause habe ich erst realisiert, wie hoch die Grundermüdung nach mittlerweile zwölf Wochen mit einem Schnitt von über 20 Wochenstunden Training ist/war und dem Körper dann erstmal das gegeben, wonach er verlangt hat: Ruhe.

Vier Tage hat es gedauert, bis ich mich wieder angriffsbereit gefühlt habe. Dem Fuß habe ich noch ein paar Tage mehr gegönnt, sodass ich inzwischen nichts mehr merke und zugleich auf dem Rad ordentlich Power spüre. Vielleicht sogar mehr als zuvor? Als hätte ich den Körper für ein paar nötige Updates kurz herunterfahren müssen.

Radtraining mit Alex (l.) und Michael (Fotograf 🙂 )

Ich bin zuversichtlich, dass es mit der einen Woche Laufpause getan ist und sich da nichts entwickelt. Unabhängig davon bin ich mit dem aktuellen Trainingsstand zufrieden. Im Februar und März hatte ich viele Urlaubstage und konnte damit jede Woche 2-3 lange Fettstoffwechsel-Einheiten machen. Wofür die meisten ins Trainingslager reisen (müssen) konnte ich also in den heimischen Gefilden durchziehen. Das Training des Fettstoffwechsels, der wohl wichtigste Faktor in der Langdistanz-Vorbereitung, scheint jetzt soweit ausgereizt zu sein, selbst 4- bis 5-stündige Radeinheiten gehen in der letzten Stunde genauso leicht von der Hand wie in der ersten. Auch die maximale Sauerstoffaufnahme sollte gut entwickelt sein, denn alle entsprechenden Trainingsreize konnte ich gut und regelmäßig durchziehen.

Das Herunterfahren und Neustarten kam quasi zeitgleich zum größten Umbruch im Verlauf des Trainingsjahres – denn in den noch verbleibenden elf Wochen bis zum Ironman verschieben sich die Trainingsinhalte. Die langen, lockeren Einheiten werden seltener und dienen lediglich dem Erhalt des guten Fettstoffwechsels. Auch das hochintensive Training reduziere ich ab jetzt, wenngleich auch dies weiter in einem Mindestmaß erhalten bleibt. Vermehrt kommt jetzt Langdistanz-Wettkampftempo ins Spiel, um hier eine Ökonomisierung zu erreichen und den Bewegungsapparat an dieses Tempo zu gewöhnen. Hinzu kommen Einheiten zur Verringerung der Laktatbildungsrate, ein für mich bislang nicht strukturiert genutzter Trainingsreiz. Ich bin sehr gespannt, wie das anschlägt.

Papa meldet sich zurück

Hinter mir liegt die längste Schreibpause seit Start dieses Blogs, was weniger damit zu tun hat, dass es nichts zu berichten gegeben hätte, sondern eher an meinem neuen Dasein als junger Papa. Einen Tag nach meinem letzten Eintrag kam Miriam zur Welt und bereichert uns seitdem jeden einzelnen Tag auf unvorstellbar schöne Weise!

Abgesehen davon, dass vieles nicht mehr so kompromisslos planbar ist wie vorher, läuft mein Training seitdem erstaunlich gut und konstant. Seit Anfang Dezember gehen Lauf- und Radumfänge und auch die Form stetig bergauf und auch wenn Miriam natürlich ganz klare Priorität Nummer eins ist, klappt es im Zusammenspiel mit Maria bislang super, mein Training weiterhin durchzuziehen.

Das Radtraining hat sich schon im Dezember stabilisiert und lässt sich seitdem ohne Einschränkungen durchziehen. Geholfen hat auch der erstmalige Einsatz von Rollentraining als Alternative, bei der ich nebenbei noch auf Miriam aufpassen konnte (das Surren der Rolle beruhigt sie total!) und Maria entlasten konnte – Payday für alle Beteiligten.

Die Laufschuhe habe ich im Dezember und Januar zunächst nur für lockere Einheiten geschnürt. Ausgangspunkt waren die zuletzt beschriebenen 5 Einheiten/Woche à 40-50 Minuten, im Januar waren es dann jeweils 60-70 Minuten und somit schon ein guter Grundstock von etwa 5-6 Stunden pro Woche. Alles im Grundlagentempo und ohne die sonst wichtigsten Reize in Richtung Intervalle oder langer Lauf. Aber eben genug, um wieder eine gute Belastungsverträglichkeit herzustellen. Einen der Läufe konnte ich Woche für Woche in Richtung langer Lauf ausbauen und kann mittlerweile wieder zwei Stunden laufen. Seit Anfang des Monats sind auch Intervalle dabei, Fußschmerzen habe ich nur noch sehr selten und weiß gut, was und wann genug ist.

Alles also quasi voll im Soll. Wer hätte das Anfang Dezember noch gedacht?! Und mehr als das. Der FTP-Test auf dem Rad letzte Woche hat schon fast dieselben Werte geliefert, die ich letztes Jahr zum Saisonhöhepunkt treten konnte. Beim Laufen ist mein Grundlagentempo etwa 20-30 s/km schneller als noch im letzten Winter. Da scheint sich das harte Lauftraining der letzten Saison nun trotz langer Verletzungspause doch auszuzahlen.

Auch mental bin ich durch die Verletzungspause gereift und habe wieder erfahren, dass ich aus jeder Situation etwas Positives mitnehmen kann – wenn ich mich auf das konzentriere, was ich beeinflussen kann. So bin ich durch vermehrtes Dehnen deutlich flexibler geworden, sowohl in der Hüfte als auch im Gluteus, was mir beim Laufen einen längeren Schritt und beim Radfahren einen offeneren Kniewinkel mit 1cm höherem Sattel ermöglicht. Beides beeinflusst das Tempo positiv und dient zusätzlich als Verletzungsprophylaxe.

Ihr seht, ich bin sehr positiv gestimmt und weiß genau, wo mein Fahrplan hingehen soll. Durch die lange Phase an Alternativtraining bin ich noch richtig hungrig und unverbraucht was das spezifische Training angeht und sehe noch viel Potenzial bis zur Langdistanz.

6 km Laufen, 6 km Schwimmen

So sehen die Tage bei mir zurzeit häufig aus. Satte elf Wochen musste ich aufs Laufen und Radeln verzichten und auch jetzt ist der Wiedereinstieg sehr mühselig. Von 2 km habe ich mich langsam auf bis zu 10 km gesteigert, wobei mein Körper es mich direkt bereuen lässt, wenn ich mal zehn Minuten mehr laufe als geplant. Richtig gut läuft dafür das Schwimmen.

Endlich wieder laufen!

Bis ich wieder voll belastbar bin, wird wohl noch sehr lange dauern. Radfahren macht mir komischerweise mehr Probleme als Laufen, zumindest mit Klickpedalen, weil das Ödem quasi direkt auf dem Druckpunkt am Pedal sitzt. Aber mir ist es auch wichtiger, erstmal wieder ins Lauftraining reinzukommen. 4x/Woche 30-45 Minuten sind schon wieder gut möglich. Überhaupt wieder die Laufschuhe zu schnüren ist schon ein Hoch der Gefühle. Und es reicht als Mindestumfang, um eine gewisse Belastungsverträglichkeit herzustellen und – langsam gesteigert – kann ich dann hoffentlich etwa im Februar auch wieder mit Intervallen starten und nach und nach meinen langen Lauf vom Wasser (Aquajogging steht grade hoch im Kurs) ans Land verlegen.

Auf der anderen Seite gibt mir die Verletzungs- und Rehazeit die Möglichkeit, mal so viel zu Schwimmen, wie ich möchte. Auf den Ausgang eines Triathlons hat das nur einen marginalen Einfluss, daher halte ich die Belastung hier, wenn ich gesund bin, zugunsten der beiden wichtigeren Disziplinen eher gering. Aber jetzt, wo ich nicht Radeln und Laufen kann, gehe ich im Wasser voll auf. Ich schwimme 5-6 Mal die Woche und mir wird nie langweilig, selbst bei Ausdauereinheiten über zwei Stunden. Dieses klassische Grundlagenausdauer-Training macht man ja normalerweise nur an Land. Daneben mache ich alle vier Woche eine Schwerpunktwoche mit vier HIT-Intervalleinheiten, in den übrigen Wochen jeweils nur eine. Und die Entwicklung der Zeiten stimmt mich sehr positiv, dass mich das im Schwimmen nach Jahren des Stillstands ein gutes Stück voranbringt.

Meine Langdistanz-Zeit in der Auftaktdisziplin um die angestrebten 15 Minuten zu drücken wird zugegebener Maßen schwer, denn mit 52:12 Minuten war ich schon 2017 nur fünf Minuten von den schnellsten Profis entfernt. Aber zumindest eine Verbesserung um zwei Minuten halte ich inzwischen für realistisch. 50:02 Minuten sind ein Schnitt von 1:19min/km, das kann ich mir gut vorstellen. Das wäre durchaus cool, unter den ersten zehn Agegroupern aus dem Wasser zu kommen. Entscheidend für die Hawaii-Quali wird aber natürlich sein, ob ich rechtzeitig ins Rad- und Lauftraining komme, um an den verbleibenden 13 Minuten zu arbeiten 🙂

Immer noch verletzt

Die Saisonpause ist längst vorbei, doch an einen normalen Trainingsrhythmus ist leider noch nicht zu denken. Der Mittelfuß macht nach wie vor Probleme. Freitag steht endlich ein Termin beim Orthopäden an, der mir vermutlich die Diagnose Ermüdungsbruch ausstellen wird. Seit sechs Wochen bin ich nicht gelaufen, auch das Radfahren habe ich inzwischen komplett eingestellt und kompensiere das mehr schlecht als recht mit Schwimmen, Aquajogging und Krafttraining.

Im Herbsttraining steht eigentlich der Spaß im Vordergrund, insbesondere bei so tollem Wetter wie jetzt. Vielseitiges, zwangloses Bewegen, Mountainbiking, Klettern & Co., um eine Grundfitness aufzubauen oder zu erhalten. Leider kann ich den verlängerten Sommer nicht auskosten. Schwimmen macht richtig Spaß, aber nur damit kann ich mich selbst mit 15-20 km pro Woche nicht genug belasten, ohne abends im Bett zu liegen und aufgrund eines Bewegungsdrangs nicht einschlafen zu können. Selbst mit zusätzlichem Aquajogging und Krafttraining fällt das häufig schwer, insbesondere meine Beine sind einfach mehr Bewegung gewohnt.

Auch an der Motivation kratzt das Ganze sehr. Schon von Kleinigkeiten, wie zu vielen Brustschwimmern auf der Schwimmbahn, lasse ich mich runterziehen und bin oft kurz davor das Training hinzuschmeißen. Eigentlich bin ich jemand, der sich sehr selten zum Training motivieren muss, aber momentan ist es häufig ein großer Krampf.

Auch wenn es noch sehr lange hin ist, mache ich mir Sorgen um meinen zweiten Langdistanz-Start. Mein Ziel ist insb. auf der Laufstrecke 15 Minuten schneller zu werden und damit dann im Idealfall die WM-Qualifikation. Natürlich ist jetzt noch nichts entschieden und wenn der Fuß in vier Wochen auskuriert ist, ist noch mehr als genug Zeit für eine Top-Vorbereitung. Dennoch lassen sich die negativen Gedanken im Kopf nicht ausblenden.

Glücklicherweise wartet im Dezember eine viel größere Herausforderung auf mich, die mit all dem nichts zu tun hat, und gewiss viele Überraschungen bereithalten wird. Ob es als Papa dann überhaupt noch einen TrainingsPLAN gibt, oder nur noch Training, wer weiß. Aber die Gewissheit, dass der Ironman im nächsten Jahr ohnehin nicht die erste Priorität hat, hilft mir in der aktuellen Situation, das ganze Verletzungschaos durchzustehen.

Trainingslager Oberstdorf

Kaum zu glauben, ein Jahr ist der Ironman bereits her. Das diesjährige Rennen habe ich nicht wirklich verfolgen können, aber dass der letzte Hawaii-Slot in meiner Altersklasse in 9:54 Stunden weggegangen ist, habe ich dann doch mit einem weinenden Auge mitbekommen.

Ich will mich aber nicht selbst bemittleiden, im falschen Jahr gestartet zu sein, sondern vielmehr arbeite ich daran, beim nächsten Mal noch deutlich besser zu sein. Heute geht mein Lauftrainingslager in Oberstdorf zu Ende und es hätte für mich keine bessere Möglichkeit gegeben, an meiner schwächsten Disziplin zu arbeiten, als mit so einer starken Truppe wie den Jungs vom SSC Hanau-Rodenbach.

Fast immer ganz hinten, aber es motiviert unheimlich, starke Leute um sich rum bzw. vor sich zu haben

Die Tage sahen meistens so aus: 7:15 Uhr Stabi, anschließend ein kurzer Morgenlauf zum Fluss und dort ein paar Steigerungen plus kurzes Kneipen im kalten Wasser. Dann Frühstück und gegen 11 Uhr eine Tempoeinheit, entweder auf der Bahn oder am Fluss entlang. Mit langem Warm-Up, Stabi, Koordinations- und Dehnübungen dauerten diese Sessions meist etwa 2,5 Stunden mit etwa 12-18km auf der Uhr. Im Anschluss folgte dann meist ein langer Spaziergang mit Maria und Nala durch die traumhafte Landschaft, eventuell noch ein Schwimmbadbesuch und nach dem Abendessen dann Sauna.

 

 

 

Den Tempodauerlauf und die extensiven Intervalle am Fluss fielen mir deutlich leichter als das intensive Bahntraining. Da kamen pro Einheit etwa 3km im 800-Meter-Renntempo zusammen, was in ordentlichem Muskelkater in den Fußballen und Waden mündete. Durchziehen konnte ich dennoch alle Einheiten. An den sieben Tagen haben sich 106 Lauf-Kilometer angesammelt, wobei das weniger aussagekräftig ist, als die Intensität, die die Einheiten bestimmt hat.

Vor jeder Einheit stand ein langes Stabi- und Koordinationsprogramm.

 

Offiziell geht das Trainingslager bis Sonntag, wir reisen allerdings aufgrund einer Hochzeit am Wochenende schon am Donnerstag ab. Um den Effekt noch etwas mitzunehmen, soll ich Freitag und Sonntag daheim noch zwei intensive Einheiten dranhängen – zum Glück habe ich auch dafür starke Trainingspartner gefunden, dann wird das nicht ganz so schwer. Darauf folgt eine ruhige Woche. Ende Juli laufe ich einen 10er in Obertshausen und der Rückenwind aus Oberstdorf gibt mir das Selbstvertrauen, dort die 37 Minuten anzugreifen.

Für Nala war Oberstdorf mit all den Flüssen ein Traum! Zweimal war es sogar warm genug, um zusammen in der eiskalten Iller zu schwimmen (auf der Stelle, gegen die Strömung).

 

Das wird ein Spaß

Mein erstes reines Lauftrainingslager ist gebucht!

Wer fleißig mitliest, weiß dass mein Trainingsfokus schon seit 2-3 Jahren auf dem Laufen liegt. Weil ich hier die größten Defizite habe und auch, weil es mir einfach am meisten Spaß macht. Besonders erfolgreich war das bislang noch nicht, aber ich gebe nicht auf. Seit etwa sechs Wochen bin ich wieder regelmäßig im Lauftraining beim SSC Hanau-Rodenbach und fahre Anfang Juli nun sogar mit ins Trainingslager.

Laufen: Nicht gerade meine Stärke, aber meine Leidenschaft

Das bisherige Training hat schon viel gebracht, auch wenn sich das so kurzfristig natürlich noch nicht in Wettkampfergebnisse ummünzen ließ. Ich denke, in der zweiten Saisonhälfte wird man das dann auch in den Rennen merken. Aber daran, dass die Einheiten mich mittelfristig schneller machen, besteht kein Zweifel. In der Gruppe kann ich härter laufen – bzw. in meinem Fall reicht es sogar hinter der Gruppe herzulaufen, weil alle dort deutlich schneller als ich sind 😉

Übermorgen steht erstmal der dritte Liga-Wettkampf, eine Olympische Distanz am Edersee an. Das Rennen hat es in sich und dafür habe ich diese Woche in allen drei Disziplinen mal bewusst ruhiger gemacht. Wir starten in einer Startgruppe mit der 1. Hessenliga, das motiviert zusätzlich und ich will auch in dem doppelt so großen und stärkeren Feld eine Platzierung unter den Top 10 erreichen.

Vom 5.-12. Juli fahren wir dann nach Oberstdorf. Da dort nicht nur viel Training sondern auch eine traumhafte Landschaft wartet, begleiten Maria und Nala mich und wir machen gleichzeitig Urlaub. Der Trainingsplan für die Woche klingt mit insg. ca. 115km inkl. fünf Tempo-Einheiten echt brutal, da kann es nicht schlecht sein, zwischen den Einheiten gut zu entspannen und die Natur zu genießen. Ob ich tatsächlich jede Einheit mitlaufe oder 1-2 auslasse, weiß ich noch nicht. Schwer einzuschätzen, wie viel ich verkrafte, wenn mal kein Schwimmen und Radeln auf dem Programm steht. Aber auch ohne vollständige Planerfüllung wird es auf jeden Fall sehr „lohnend“, wie unser Trainer Sascha es schön beschrieben hat.

Unverhoffter Saisoneinstieg

Schmerzfrei durch Gelnhausen: Sowohl im positiven als auch im negativen Sinne: Zum einen hatte ich beim Kinzigtal-Triathlon keine Schmerzen im Fuß, der mir in der Vorwoche noch deutliche Probleme bereitet hatte. Zum anderen kam ich in keiner Wettkampfphase wirklich so recht aus der Komfortzone raus. Ob ich nicht konnte, oder aus Vorsicht nur nicht wollte? Schwer zu sagen.

Das Tria-Team war mit einer großen Mannschaft am Start.

Eigentlich hatte ich den Wettkampf letzte Woche bereits abgeschrieben. Freitagmorgen hatte ich bei den ersten Schritten nach dem Aufstehen noch leichte Mittelfußschmerzen. Samstag war dann alles gut, daher habe ich morgens ein hartes Krafttraining mit Muskelkater-Garantie absolviert – quasi als Absicherung, dass ich Sonntag nicht auf dumme Ideen komme und doch starte. Dann den ganzen Tag Umzugshelfer für Robert, abends noch einen schönen großen Salat, eigentlich die ideale Nicht-Wettkampf-Vorbereitung 😀  Um 5 Uhr morgens war ich dann kurz wach, der Muskelkater grüßte bereits aus Brust, Latissimus, Rückenstrecker und den Adduktoren, doch der Fuß hatte nichts zu meckern. Also kurzerhand ein paar Haferflocken eingeweicht, nochmal zwei Stunden hingelegt und dann gegessen, Sachen gepackt und ab nach Gelnhausen…

Die Schwimmleistung über 500 Meter war mit 7:15 Minuten extrem schwach, aber angesichts des Muskelkaters in nahezu der gesamten Antriebsmuskulatur habe ich dafür eine gute Entschuldigung. 😉 Im hinteren Teil der Top 10 des wie immer stark besetzten Feldes stieg ich dann aufs Rad und musste dort erstmal hart arbeiten um zu den Verfolgern aufzuschließen. Dort war das Tempo dann für mein Gefühl irgendwie zu niedrig. Sollte ich versuchen wegzufahren? Da fehlte mir irgendwie auch eine taktische Grundeinstellung zu dem Rennen und so blieb es bei einem eher lockeren Ritt.Kinzigtal_Rad

Beim Laufen konnte ich nach einer kurzen „Testphase“ dann doch auf das angestrebte Lauftempo zwischen 3:55 und 3:45 min/km erhöhen – ohne Schmerzen 🙂 800 Meter vor dem Ziel bin ich leider falsch abgebogen und ein paar Meter umsonst gelaufen. Daher kam ich mit über 5,1 Kilometern und einer Zeit nur knapp unter 20 Minuten ins Ziel, was aber auf die Endplatzierung (10) keinen Einfluss mehr hatte.

Zwar war ich hier beim letzten Mal Vierter, aber für DIE Vorbereitung ist das okay. Schon bis zum Kinzigman am kommenden Sonntag gibt’s für mich einige Stellschrauben, an denen ich drehen kann: Optimale Regeneration, Ernährung und Schlaf vorab, das Einsteigen in die Radschuhe muss ich noch üben und vor allem starte ich dort dann mit einer klaren Renntaktik. Die große Unbekannte bleibt die Schmerztoleranz, wenn’s böse wird. Dass ich das kann, muss ich mir am Sonntag noch beweisen.