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Papa meldet sich zurück

Hinter mir liegt die längste Schreibpause seit Start dieses Blogs, was weniger damit zu tun hat, dass es nichts zu berichten gegeben hätte, sondern eher an meinem neuen Dasein als junger Papa. Einen Tag nach meinem letzten Eintrag kam Miriam zur Welt und bereichert uns seitdem jeden einzelnen Tag auf unvorstellbar schöne Weise!

Abgesehen davon, dass vieles nicht mehr so kompromisslos planbar ist wie vorher, läuft mein Training seitdem erstaunlich gut und konstant. Seit Anfang Dezember gehen Lauf- und Radumfänge und auch die Form stetig bergauf und auch wenn Miriam natürlich ganz klare Priorität Nummer eins ist, klappt es im Zusammenspiel mit Maria bislang super, mein Training weiterhin durchzuziehen.

Das Radtraining hat sich schon im Dezember stabilisiert und lässt sich seitdem ohne Einschränkungen durchziehen. Geholfen hat auch der erstmalige Einsatz von Rollentraining als Alternative, bei der ich nebenbei noch auf Miriam aufpassen konnte (das Surren der Rolle beruhigt sie total!) und Maria entlasten konnte – Payday für alle Beteiligten.

Die Laufschuhe habe ich im Dezember und Januar zunächst nur für lockere Einheiten geschnürt. Ausgangspunkt waren die zuletzt beschriebenen 5 Einheiten/Woche à 40-50 Minuten, im Januar waren es dann jeweils 60-70 Minuten und somit schon ein guter Grundstock von etwa 5-6 Stunden pro Woche. Alles im Grundlagentempo und ohne die sonst wichtigsten Reize in Richtung Intervalle oder langer Lauf. Aber eben genug, um wieder eine gute Belastungsverträglichkeit herzustellen. Einen der Läufe konnte ich Woche für Woche in Richtung langer Lauf ausbauen und kann mittlerweile wieder zwei Stunden laufen. Seit Anfang des Monats sind auch Intervalle dabei, Fußschmerzen habe ich nur noch sehr selten und weiß gut, was und wann genug ist.

Alles also quasi voll im Soll. Wer hätte das Anfang Dezember noch gedacht?! Und mehr als das. Der FTP-Test auf dem Rad letzte Woche hat schon fast dieselben Werte geliefert, die ich letztes Jahr zum Saisonhöhepunkt treten konnte. Beim Laufen ist mein Grundlagentempo etwa 20-30 s/km schneller als noch im letzten Winter. Da scheint sich das harte Lauftraining der letzten Saison nun trotz langer Verletzungspause doch auszuzahlen.

Auch mental bin ich durch die Verletzungspause gereift und habe wieder erfahren, dass ich aus jeder Situation etwas Positives mitnehmen kann – wenn ich mich auf das konzentriere, was ich beeinflussen kann. So bin ich durch vermehrtes Dehnen deutlich flexibler geworden, sowohl in der Hüfte als auch im Gluteus, was mir beim Laufen einen längeren Schritt und beim Radfahren einen offeneren Kniewinkel mit 1cm höherem Sattel ermöglicht. Beides beeinflusst das Tempo positiv und dient zusätzlich als Verletzungsprophylaxe.

Ihr seht, ich bin sehr positiv gestimmt und weiß genau, wo mein Fahrplan hingehen soll. Durch die lange Phase an Alternativtraining bin ich noch richtig hungrig und unverbraucht was das spezifische Training angeht und sehe noch viel Potenzial bis zur Langdistanz.

6 km Laufen, 6 km Schwimmen

So sehen die Tage bei mir zurzeit häufig aus. Satte elf Wochen musste ich aufs Laufen und Radeln verzichten und auch jetzt ist der Wiedereinstieg sehr mühselig. Von 2 km habe ich mich langsam auf bis zu 10 km gesteigert, wobei mein Körper es mich direkt bereuen lässt, wenn ich mal zehn Minuten mehr laufe als geplant. Richtig gut läuft dafür das Schwimmen.

Endlich wieder laufen!

Bis ich wieder voll belastbar bin, wird wohl noch sehr lange dauern. Radfahren macht mir komischerweise mehr Probleme als Laufen, zumindest mit Klickpedalen, weil das Ödem quasi direkt auf dem Druckpunkt am Pedal sitzt. Aber mir ist es auch wichtiger, erstmal wieder ins Lauftraining reinzukommen. 4x/Woche 30-45 Minuten sind schon wieder gut möglich. Überhaupt wieder die Laufschuhe zu schnüren ist schon ein Hoch der Gefühle. Und es reicht als Mindestumfang, um eine gewisse Belastungsverträglichkeit herzustellen und – langsam gesteigert – kann ich dann hoffentlich etwa im Februar auch wieder mit Intervallen starten und nach und nach meinen langen Lauf vom Wasser (Aquajogging steht grade hoch im Kurs) ans Land verlegen.

Auf der anderen Seite gibt mir die Verletzungs- und Rehazeit die Möglichkeit, mal so viel zu Schwimmen, wie ich möchte. Auf den Ausgang eines Triathlons hat das nur einen marginalen Einfluss, daher halte ich die Belastung hier, wenn ich gesund bin, zugunsten der beiden wichtigeren Disziplinen eher gering. Aber jetzt, wo ich nicht Radeln und Laufen kann, gehe ich im Wasser voll auf. Ich schwimme 5-6 Mal die Woche und mir wird nie langweilig, selbst bei Ausdauereinheiten über zwei Stunden. Dieses klassische Grundlagenausdauer-Training macht man ja normalerweise nur an Land. Daneben mache ich alle vier Woche eine Schwerpunktwoche mit vier HIT-Intervalleinheiten, in den übrigen Wochen jeweils nur eine. Und die Entwicklung der Zeiten stimmt mich sehr positiv, dass mich das im Schwimmen nach Jahren des Stillstands ein gutes Stück voranbringt.

Meine Langdistanz-Zeit in der Auftaktdisziplin um die angestrebten 15 Minuten zu drücken wird zugegebener Maßen schwer, denn mit 52:12 Minuten war ich schon 2017 nur fünf Minuten von den schnellsten Profis entfernt. Aber zumindest eine Verbesserung um zwei Minuten halte ich inzwischen für realistisch. 50:02 Minuten sind ein Schnitt von 1:19min/km, das kann ich mir gut vorstellen. Das wäre durchaus cool, unter den ersten zehn Agegroupern aus dem Wasser zu kommen. Entscheidend für die Hawaii-Quali wird aber natürlich sein, ob ich rechtzeitig ins Rad- und Lauftraining komme, um an den verbleibenden 13 Minuten zu arbeiten 🙂

Immer noch verletzt

Die Saisonpause ist längst vorbei, doch an einen normalen Trainingsrhythmus ist leider noch nicht zu denken. Der Mittelfuß macht nach wie vor Probleme. Freitag steht endlich ein Termin beim Orthopäden an, der mir vermutlich die Diagnose Ermüdungsbruch ausstellen wird. Seit sechs Wochen bin ich nicht gelaufen, auch das Radfahren habe ich inzwischen komplett eingestellt und kompensiere das mehr schlecht als recht mit Schwimmen, Aquajogging und Krafttraining.

Im Herbsttraining steht eigentlich der Spaß im Vordergrund, insbesondere bei so tollem Wetter wie jetzt. Vielseitiges, zwangloses Bewegen, Mountainbiking, Klettern & Co., um eine Grundfitness aufzubauen oder zu erhalten. Leider kann ich den verlängerten Sommer nicht auskosten. Schwimmen macht richtig Spaß, aber nur damit kann ich mich selbst mit 15-20 km pro Woche nicht genug belasten, ohne abends im Bett zu liegen und aufgrund eines Bewegungsdrangs nicht einschlafen zu können. Selbst mit zusätzlichem Aquajogging und Krafttraining fällt das häufig schwer, insbesondere meine Beine sind einfach mehr Bewegung gewohnt.

Auch an der Motivation kratzt das Ganze sehr. Schon von Kleinigkeiten, wie zu vielen Brustschwimmern auf der Schwimmbahn, lasse ich mich runterziehen und bin oft kurz davor das Training hinzuschmeißen. Eigentlich bin ich jemand, der sich sehr selten zum Training motivieren muss, aber momentan ist es häufig ein großer Krampf.

Auch wenn es noch sehr lange hin ist, mache ich mir Sorgen um meinen zweiten Langdistanz-Start. Mein Ziel ist insb. auf der Laufstrecke 15 Minuten schneller zu werden und damit dann im Idealfall die WM-Qualifikation. Natürlich ist jetzt noch nichts entschieden und wenn der Fuß in vier Wochen auskuriert ist, ist noch mehr als genug Zeit für eine Top-Vorbereitung. Dennoch lassen sich die negativen Gedanken im Kopf nicht ausblenden.

Glücklicherweise wartet im Dezember eine viel größere Herausforderung auf mich, die mit all dem nichts zu tun hat, und gewiss viele Überraschungen bereithalten wird. Ob es als Papa dann überhaupt noch einen TrainingsPLAN gibt, oder nur noch Training, wer weiß. Aber die Gewissheit, dass der Ironman im nächsten Jahr ohnehin nicht die erste Priorität hat, hilft mir in der aktuellen Situation, das ganze Verletzungschaos durchzustehen.

Trainingslager Oberstdorf

Kaum zu glauben, ein Jahr ist der Ironman bereits her. Das diesjährige Rennen habe ich nicht wirklich verfolgen können, aber dass der letzte Hawaii-Slot in meiner Altersklasse in 9:54 Stunden weggegangen ist, habe ich dann doch mit einem weinenden Auge mitbekommen.

Ich will mich aber nicht selbst bemittleiden, im falschen Jahr gestartet zu sein, sondern vielmehr arbeite ich daran, beim nächsten Mal noch deutlich besser zu sein. Heute geht mein Lauftrainingslager in Oberstdorf zu Ende und es hätte für mich keine bessere Möglichkeit gegeben, an meiner schwächsten Disziplin zu arbeiten, als mit so einer starken Truppe wie den Jungs vom SSC Hanau-Rodenbach.

Fast immer ganz hinten, aber es motiviert unheimlich, starke Leute um sich rum bzw. vor sich zu haben

Die Tage sahen meistens so aus: 7:15 Uhr Stabi, anschließend ein kurzer Morgenlauf zum Fluss und dort ein paar Steigerungen plus kurzes Kneipen im kalten Wasser. Dann Frühstück und gegen 11 Uhr eine Tempoeinheit, entweder auf der Bahn oder am Fluss entlang. Mit langem Warm-Up, Stabi, Koordinations- und Dehnübungen dauerten diese Sessions meist etwa 2,5 Stunden mit etwa 12-18km auf der Uhr. Im Anschluss folgte dann meist ein langer Spaziergang mit Maria und Nala durch die traumhafte Landschaft, eventuell noch ein Schwimmbadbesuch und nach dem Abendessen dann Sauna.

 

 

 

Den Tempodauerlauf und die extensiven Intervalle am Fluss fielen mir deutlich leichter als das intensive Bahntraining. Da kamen pro Einheit etwa 3km im 800-Meter-Renntempo zusammen, was in ordentlichem Muskelkater in den Fußballen und Waden mündete. Durchziehen konnte ich dennoch alle Einheiten. An den sieben Tagen haben sich 106 Lauf-Kilometer angesammelt, wobei das weniger aussagekräftig ist, als die Intensität, die die Einheiten bestimmt hat.

Vor jeder Einheit stand ein langes Stabi- und Koordinationsprogramm.

 

Offiziell geht das Trainingslager bis Sonntag, wir reisen allerdings aufgrund einer Hochzeit am Wochenende schon am Donnerstag ab. Um den Effekt noch etwas mitzunehmen, soll ich Freitag und Sonntag daheim noch zwei intensive Einheiten dranhängen – zum Glück habe ich auch dafür starke Trainingspartner gefunden, dann wird das nicht ganz so schwer. Darauf folgt eine ruhige Woche. Ende Juli laufe ich einen 10er in Obertshausen und der Rückenwind aus Oberstdorf gibt mir das Selbstvertrauen, dort die 37 Minuten anzugreifen.

Für Nala war Oberstdorf mit all den Flüssen ein Traum! Zweimal war es sogar warm genug, um zusammen in der eiskalten Iller zu schwimmen (auf der Stelle, gegen die Strömung).

 

Das wird ein Spaß

Mein erstes reines Lauftrainingslager ist gebucht!

Wer fleißig mitliest, weiß dass mein Trainingsfokus schon seit 2-3 Jahren auf dem Laufen liegt. Weil ich hier die größten Defizite habe und auch, weil es mir einfach am meisten Spaß macht. Besonders erfolgreich war das bislang noch nicht, aber ich gebe nicht auf. Seit etwa sechs Wochen bin ich wieder regelmäßig im Lauftraining beim SSC Hanau-Rodenbach und fahre Anfang Juli nun sogar mit ins Trainingslager.

Laufen: Nicht gerade meine Stärke, aber meine Leidenschaft

Das bisherige Training hat schon viel gebracht, auch wenn sich das so kurzfristig natürlich noch nicht in Wettkampfergebnisse ummünzen ließ. Ich denke, in der zweiten Saisonhälfte wird man das dann auch in den Rennen merken. Aber daran, dass die Einheiten mich mittelfristig schneller machen, besteht kein Zweifel. In der Gruppe kann ich härter laufen – bzw. in meinem Fall reicht es sogar hinter der Gruppe herzulaufen, weil alle dort deutlich schneller als ich sind 😉

Übermorgen steht erstmal der dritte Liga-Wettkampf, eine Olympische Distanz am Edersee an. Das Rennen hat es in sich und dafür habe ich diese Woche in allen drei Disziplinen mal bewusst ruhiger gemacht. Wir starten in einer Startgruppe mit der 1. Hessenliga, das motiviert zusätzlich und ich will auch in dem doppelt so großen und stärkeren Feld eine Platzierung unter den Top 10 erreichen.

Vom 5.-12. Juli fahren wir dann nach Oberstdorf. Da dort nicht nur viel Training sondern auch eine traumhafte Landschaft wartet, begleiten Maria und Nala mich und wir machen gleichzeitig Urlaub. Der Trainingsplan für die Woche klingt mit insg. ca. 115km inkl. fünf Tempo-Einheiten echt brutal, da kann es nicht schlecht sein, zwischen den Einheiten gut zu entspannen und die Natur zu genießen. Ob ich tatsächlich jede Einheit mitlaufe oder 1-2 auslasse, weiß ich noch nicht. Schwer einzuschätzen, wie viel ich verkrafte, wenn mal kein Schwimmen und Radeln auf dem Programm steht. Aber auch ohne vollständige Planerfüllung wird es auf jeden Fall sehr „lohnend“, wie unser Trainer Sascha es schön beschrieben hat.

Unverhoffter Saisoneinstieg

Schmerzfrei durch Gelnhausen: Sowohl im positiven als auch im negativen Sinne: Zum einen hatte ich beim Kinzigtal-Triathlon keine Schmerzen im Fuß, der mir in der Vorwoche noch deutliche Probleme bereitet hatte. Zum anderen kam ich in keiner Wettkampfphase wirklich so recht aus der Komfortzone raus. Ob ich nicht konnte, oder aus Vorsicht nur nicht wollte? Schwer zu sagen.

Das Tria-Team war mit einer großen Mannschaft am Start.

Eigentlich hatte ich den Wettkampf letzte Woche bereits abgeschrieben. Freitagmorgen hatte ich bei den ersten Schritten nach dem Aufstehen noch leichte Mittelfußschmerzen. Samstag war dann alles gut, daher habe ich morgens ein hartes Krafttraining mit Muskelkater-Garantie absolviert – quasi als Absicherung, dass ich Sonntag nicht auf dumme Ideen komme und doch starte. Dann den ganzen Tag Umzugshelfer für Robert, abends noch einen schönen großen Salat, eigentlich die ideale Nicht-Wettkampf-Vorbereitung 😀  Um 5 Uhr morgens war ich dann kurz wach, der Muskelkater grüßte bereits aus Brust, Latissimus, Rückenstrecker und den Adduktoren, doch der Fuß hatte nichts zu meckern. Also kurzerhand ein paar Haferflocken eingeweicht, nochmal zwei Stunden hingelegt und dann gegessen, Sachen gepackt und ab nach Gelnhausen…

Die Schwimmleistung über 500 Meter war mit 7:15 Minuten extrem schwach, aber angesichts des Muskelkaters in nahezu der gesamten Antriebsmuskulatur habe ich dafür eine gute Entschuldigung. 😉 Im hinteren Teil der Top 10 des wie immer stark besetzten Feldes stieg ich dann aufs Rad und musste dort erstmal hart arbeiten um zu den Verfolgern aufzuschließen. Dort war das Tempo dann für mein Gefühl irgendwie zu niedrig. Sollte ich versuchen wegzufahren? Da fehlte mir irgendwie auch eine taktische Grundeinstellung zu dem Rennen und so blieb es bei einem eher lockeren Ritt.Kinzigtal_Rad

Beim Laufen konnte ich nach einer kurzen „Testphase“ dann doch auf das angestrebte Lauftempo zwischen 3:55 und 3:45 min/km erhöhen – ohne Schmerzen 🙂 800 Meter vor dem Ziel bin ich leider falsch abgebogen und ein paar Meter umsonst gelaufen. Daher kam ich mit über 5,1 Kilometern und einer Zeit nur knapp unter 20 Minuten ins Ziel, was aber auf die Endplatzierung (10) keinen Einfluss mehr hatte.

Zwar war ich hier beim letzten Mal Vierter, aber für DIE Vorbereitung ist das okay. Schon bis zum Kinzigman am kommenden Sonntag gibt’s für mich einige Stellschrauben, an denen ich drehen kann: Optimale Regeneration, Ernährung und Schlaf vorab, das Einsteigen in die Radschuhe muss ich noch üben und vor allem starte ich dort dann mit einer klaren Renntaktik. Die große Unbekannte bleibt die Schmerztoleranz, wenn’s böse wird. Dass ich das kann, muss ich mir am Sonntag noch beweisen.

Alles fit?

Ende April rätseln wieder alle Triathleten, ob denn das Training der letzten Monate fruchten wird. Bin ich fit? Werde ich gut abschneiden? Schaut man auf Facebook, Strava & Co., sieht man tausende Mitstreiter, die gefühlt vier Wochen auf Mallorca waren, bei purem Sonnenschein schon zehntausende Radkilometer abgespult haben und bestens vorbereitet in den ersten Wettkampf gehen. Wie gut, dass ich weiterhin weder auf Strava bin, noch den Facebook-Newsfeed allzu ausführlich durchforste. Denn beeinflussen kann ich nur meine eigene Form – und das habe ich (hoffentlich erfolgreich) in den letzten Monaten.

Radtraining

Radtraining auf dem Auflieger – nach der Ellbogenprellung erst seit knapp zwei Wochen wieder möglich

Eine Selbsteinschätzung in Schulnoten:
(Mal schauen, wie intensiv ich sie Sonntagabend überarbeiten darf/muss)

Allgemeine Form: 2-

Der Bänderriss und die Ellbogenprellung hatten mich ordentlich zurückgeworfen. Inzwischen kann ich wieder voll trainieren, aber etwas Trainingsrückstand ist noch da. Ob ich für eine Sprintdistanz schon „leidensfähig“ genug bin, kann ich wohl erst nach den ersten Wettkämpfen beurteilen. Das war in der Vergangenheit noch nicht unbedingt meine Stärke und im Training kann man das kaum simulieren. Darum sind grade die beiden Auftaktrennen in Gelnhausen und Langenselbold für mich sehr wichtig und ich hoffe auf bitterharte Zweikämpfe. 🙂

Schwimmen: 1-

Schon im Januar dieses Jahres bin ich im Training schnellere Zeiten als jemals zuvor geschwommen. Zwar konnte ich nach dem Bänderriss erstmal zwei Wochen nur mit Fußfessel und nach dem Radunfall drei Wochen gar nicht schwimmen, doch die Zeiten zeigen, dass ich zumindest wieder auf dem Niveau vom Jahresbeginn angekommen bin – und das ist schnell.

Rad: 2+

Die Form auf dem Rad wurde durch die zwei Ausfälle wohl am wenigsten beeinträchtigt. Das wochenlange einarmige Training selbst war zwar oft eine Tortour, dennoch war ich nie länger als zwei Wochen komplett raus. Insb. die Wochen seit dem Trainingslager stimmen mich sehr positiv, die Power ist da. Ob ich das Kraftniveau auch in Zeitfahrposition umsetzen kann, weiß ich noch nicht genau, schließlich kann ich erst seit knapp zwei Wochen wieder vorsichtig auf dem Auflieger fahren. Aber hier spielt die Zeit für mich und spätestens zum ersten Ligawettkampf bin ich wieder vollständig an die Aeroposition gewöhnt.

Laufen: 3+

Die lange Laufpause hat mir stark zugesetzt und der Wiedereinstieg erfolgte auf einem spürbar niedrigeren Niveau. Auch wenn die Reize ab Mitte März richtig gut waren fehlen einfach ein paar Wochen Training. Durch die Pause hat auch meine Belastungsverträglichkeit gelitten und es zwickt aktuell etwas im rechten Mittelfuß (Überlastung). Wenn das bis Sonntag bleibt, wird aus meinem Start in Gelnhausen noch nichts, dann steige ich erst beim Kinzigman ein. So blöd es auch ist, im Dezember und Januar war ich wohl schneller als jetzt. Auf den 5km werde ich im Wettkampf eine Zeit um die 19 Minuten laufen können – das hätte ich gerne 20-30 Sekunden schneller gehabt. Aber die Saison ist noch lang und auch hier wird die Zeit für mich spielen.

Ein Ruhetag, der sich doppelt auszahlt

Zum Abschluss der Entlastungswoche nach dem Trainingslager habe ich nochmal einen vollständigen Ruhetag eingelegt, um wieder fit in den nächsten Block zu starten. In der Vergangenheit war das durchaus eine Seltenheit bei mir, meist bin ich an Entlastungstagen zumindest kurz schwimmen oder radeln gegangen. Vielleicht war da im Nachhinein die eine oder andere Einheit, von der ich mehr profitiert hätte, wenn ich sie weggelassen hätte. Denn nach dem Tag Pause war ich wieder richtig fit und angriffslustig und hatte drei richtig gute Trainingstage bevor der nächste Entlastungstag folgte.

Nach zwei weiteren sehr intensiven Belastungstagen nehme ich die Erfahrung jetzt mit und halte heute den nächsten Tag ohne Sport ab. Natürlich mit der Absicht, ab morgen wieder Bäume auszureißen 🙂

Der Ruhetag letzte Woche hatte einen weiteren positiven Nebeneffekt: Ich habe den halben Tag an den Rädern geschraubt und gewerkelt und außerdem am Gemüsebeet im Garten gearbeitet. Fazit: Sowohl das Rennrad als auch das Triathlonrad laufen seit langem mal wieder wie Butter und im Garten sprießen seit gestern die ersten Spinat-Pflänzchen.

Heute lädt das Wetter nun wahrlich nicht zur Gartenarbeit ein, aber auch sonst gibt es genug zu tun, sodass der Kopf morgen frei ist fürs Training. Die nächsten Intervalle können kommen!

Wichtige Reize im Trainingslager

Diesmal alles anders. Anderes Land, andere Anreise, andere Ziele und vor allem: andere Trainingsinhalte. Im letzten Frühjahr war mein Trainingslager noch eher klassisch, sowohl vom Reiseziel (Lanzarote) als auch von der Anreise (Flug) und den Kerninhalten (Grundlagenausdauer). Gründe das zu ändern gab bzw. gibt es viele. Zum einen mein Umweltbewusstsein, das mich dazu gebracht hat, die Bahn als Alternative zum Flug ausprobieren zu wollen. Damit auch zwangsläufig die Anpassung des Reiseziels ganz pragmatisch daran, wie ich mit dem Zug an einem Tag möglichst weit in den Süden komme. Und nicht zuletzt die Saisonziele und damit die Trainingsinhalte, die dieses Jahr harte Intervall-Einheiten erfordern.

Also startete unsere muntere Reisegruppe, bestehend aus Tobi, Julia, Maria, Nala, mir und drei Radkoffern, von Frankfurt mit dem TGV nach Aix en Provence. Die Zugfahrt selbst war mega entspannt, ich glaube in den Frankreich-Urlaub fahre ich ab sofort nur noch mit dem Zug. Stressig war lediglich das Einladen der Radkoffer in den Zug und später ins Taxi, die sind schließlich sehr sperrig. Aber als wir erstmal drin waren, verging die Zeit mit Spielen und Trainingsplanung auch im Zug wie im Flug 🙂

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In Aix en Provence hatten wir ein Appartement im Süden, direkt am Park – ganz zur Freude von Nala, die dort fast jeden Tag im Bach war. Die Stadt selbst zu durchfahren / durchlaufen ist Horror, da die Verkehrsführung grauenhaft ist und es überall staut. Aber meist haben wir einen der direkten Wege nach draußen genommen und uns erwarteten reihenweise Berge, die erklommen werden wollten.

Mein geprellter Ellbogen hat mich beim Radtraining leider noch stark eingeschränkt und in Aeroposition konnte ich gar nicht fahren. In den Abfahrten hatte ich dann selbst in Tobis Windschatten Schwierigkeiten dranzubleiben, aber trotzdem sind wir fast alle Einheiten zusammen gefahren – eine tolle Abwechslung zum Training in Deutschland, das ich fast ausschließlich allein absolviere.

Doch auch wenn ich bei jeder Bodenwelle einen Arm vom Lenker nehmen musste: meine wichtigsten Intervall-Einheiten konnte ich allesamt durchziehen. Auf dem Rad waren dies drei Einheiten im Sprintdistanz-Wettkampftempo. Beim Laufen habe ich meine beiden Intervall-Einheiten sogar je zweimal hinbekommen, allesamt mit ordentlich Bums in den Beinen. Die eine Einheit waren 6x1km in durchschnittlich 3:50 min/km mit 90 Sekunden Pause, wobei da bergauf welche in 4:40 und bergab auch welche in 3:20 dabei waren. Die zweite Einheit waren 3x800m, 3x400m, 2x800m und 2x400m; etwas schneller als die 1km-Intervalle, dafür aber auch je drei Minuten Pause.

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Stabi war durch den Ellbogen auf zehn Minuten am Tag beschränkt. Zusätzlich natürlich täglich umfassendes Dehnen, denn im Trainingslager hat man ja endlich mal ausgiebig Zeit dafür. Schwimmen war ich nach drei Wochen Pause immerhin zweimal, beim zweiten Mal auch selbst beim Tempotraining schmerzfrei.

An Training habe ich also alles erfüllt, was ich mir vorgenommen hatte, und fühle mich zugleich gut erholt. Mit deutlich weniger Wochenstunden aber auch deutlich härteren Einheiten war es ein ganz anderes Trainingslager als auf Lanzarote. Zum Erfolg brauche ich diese Woche jetzt die Ruhe, die Trainingsbelastung sacken zu lassen und dann ab nächster Woche die Kraft, weitere wichtige Trainingsreize in derselben Qualität zu setzen. Nicht mehr lang bis zu den ersten Wettkämpfen!

Nicht kleinzukriegen

Manchmal läuft’s und manchmal halt nicht. Wichtig ist nur, wie man damit umgeht. Ich hole diese Saison all das nach, was mir letztes Jahr glücklicherweise erspart geblieben ist. Der Bänderriss hat mich vor allem im Laufen ordentlich zurückgeworfen. Bei den ersten Intervall-Einheiten nach der Pause war ich ca. 15 Sekunden langsamer auf den Kilometer, das ist schon ’ne Menge Holz. Dennoch freue ich mich einfach, wieder schnell laufen zu können!

Der nächste Rückschlag folgte letzten Dienstag beim ersten Rad-Intervalltraining. Kurz vor Schluss wurde ich umgefahren, jetzt ist der Ellbogen geprellt und die zuletzt gute Schwimmform schwindet unaufhaltsam dahin, wie zuvor bereits die Laufform. Also erstmal einarmig Radfahren. Aber hey – ich kann ja immer noch laufen! 🙂

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Leichter kleinzukriegen als ich: Mein Rad 😉

Umso mehr freue ich mich auf die Auszeit im Süden. Heute treten zwei Paare, drei Räder und ein Hund, die wohl unkonventionellste Reisegruppe im europäischen Schienenverkehr, die Reise nach Aix-en-Provence/Südfrankreich an. Ein paar Kilometer von der Mittelmeerküste entfernt verbringen wir über Ostern dort acht Tage und wollen einerseits ein bisschen ausspannen, andererseits auch an der Form arbeiten. Ob ich dann Schwimmen, Radfahren, Laufen oder doch nur Boccia spielen kann? Ich wage keine Prognosen. Genießen werde ich es aber auf jeden Fall. Und das Schöne an unserem sportlichen Dreikampf ist ja: Irgendwas geht immer! 😀