Archiv für Markus

Immer noch verletzt

Die Saisonpause ist längst vorbei, doch an einen normalen Trainingsrhythmus ist leider noch nicht zu denken. Der Mittelfuß macht nach wie vor Probleme. Freitag steht endlich ein Termin beim Orthopäden an, der mir vermutlich die Diagnose Ermüdungsbruch ausstellen wird. Seit sechs Wochen bin ich nicht gelaufen, auch das Radfahren habe ich inzwischen komplett eingestellt und kompensiere das mehr schlecht als recht mit Schwimmen, Aquajogging und Krafttraining.

Im Herbsttraining steht eigentlich der Spaß im Vordergrund, insbesondere bei so tollem Wetter wie jetzt. Vielseitiges, zwangloses Bewegen, Mountainbiking, Klettern & Co., um eine Grundfitness aufzubauen oder zu erhalten. Leider kann ich den verlängerten Sommer nicht auskosten. Schwimmen macht richtig Spaß, aber nur damit kann ich mich selbst mit 15-20 km pro Woche nicht genug belasten, ohne abends im Bett zu liegen und aufgrund eines Bewegungsdrangs nicht einschlafen zu können. Selbst mit zusätzlichem Aquajogging und Krafttraining fällt das häufig schwer, insbesondere meine Beine sind einfach mehr Bewegung gewohnt.

Auch an der Motivation kratzt das Ganze sehr. Schon von Kleinigkeiten, wie zu vielen Brustschwimmern auf der Schwimmbahn, lasse ich mich runterziehen und bin oft kurz davor das Training hinzuschmeißen. Eigentlich bin ich jemand, der sich sehr selten zum Training motivieren muss, aber momentan ist es häufig ein großer Krampf.

Auch wenn es noch sehr lange hin ist, mache ich mir Sorgen um meinen zweiten Langdistanz-Start. Mein Ziel ist insb. auf der Laufstrecke 15 Minuten schneller zu werden und damit dann im Idealfall die WM-Qualifikation. Natürlich ist jetzt noch nichts entschieden und wenn der Fuß in vier Wochen auskuriert ist, ist noch mehr als genug Zeit für eine Top-Vorbereitung. Dennoch lassen sich die negativen Gedanken im Kopf nicht ausblenden.

Glücklicherweise wartet im Dezember eine viel größere Herausforderung auf mich, die mit all dem nichts zu tun hat, und gewiss viele Überraschungen bereithalten wird. Ob es als Papa dann überhaupt noch einen TrainingsPLAN gibt, oder nur noch Training, wer weiß. Aber die Gewissheit, dass der Ironman im nächsten Jahr ohnehin nicht die erste Priorität hat, hilft mir in der aktuellen Situation, das ganze Verletzungschaos durchzustehen.

Saisonende ohne Finale

Gerne hätte ich die Saison mit einem Dreikampf in Nidderau beendet, mit Raffa und Markus, die dort letztlich in einem spannenden Zweikampf Erster und Zweiter geworden sind. Aber als letzten Donnerstag der rechte Mittelfußknochen anfing zu schmerzen, war klar, dass das Saisonende in diesem Jahr ohne Finale vonstattengehen müsse. Einen besseren Zeitpunkt hätte es im Prinzip nicht geben können (okay, drei Tage später vielleicht 🙂 ), denn jetzt ist ohnehin Off-Season.

Nicht zum ersten Mal in diesem Jahr hatte ich Mittelfußprobleme und auch wenn es diesmal keinen wirklichen Auslöser gab und der Schmerz nach fünf Tagen wieder weg war, ist das sicherlich ein Anzeichen für zu hohe Belastung. Der Bänderanriss im Februar hat meine Saison leider sehr nachhaltig geprägt, nach der Reha-Phase kamen wiederholt Folgeverletzungen wie Umknicken, Überlastung der Fußballenmuskulatur oder eben jeder Mittelfußschmerz. Die Belastungstoleranz des Fußes war im Vergleich zum restlichen Körper einfach zu niedrig.

Im Herbst wird die Steigerung der Belastungsverträglichkeit der Füße als Verletzungsprophylaxe zum Wiedereinstieg eine wichtige Rolle spielen. Das umfasst zunächst propriozeptives Training (also Übungen auf wackeligem Untergrund), Barfußlaufen, bald folgend intensives Krafttraining und letztlich Prellsprünge. Das Lauftraining werde ich parallel dazu beginnen, zunächst mit niedrigen Umfängen.

Ansonsten besteht der Trainingsplan fürs Erste aus „Spaß haben“. Die kommende Saison wird ohnehin lang und hart genug.

Zweite Meisterschaft in Folge

Das Wichtigste zuerst: Der Vereinskollegin geht es deutlich besser und die Operationen sind gut verlaufen. Morgen können wir sie erstmals besuchen.

Für uns war es am Sonntag Zeit, uns wieder dem Sport zu widmen. Der Viernheimer Triathlon lud die Teams der Hessenliga zum Saisonfinale ein und als Tabellenführer wollten wir natürlich nichts anderes als den Aufstieg und die Meisterschaft klarmachen. Für Freddy und Benny rückten Max und René in die Mannschaft, zudem waren Markus, Raffa und ich dabei.

Schon der Wecker verlangte uns am frühen Morgen alles ab, 5 Uhr aufstehen, 5:25 Uhr Abfahrt. In Viernheim wurden parallel auch die Deutschen Meisterschaften auf der Olympischen Distanz ausgetragen, entsprechend hochkarätig war das Teilnehmerfeld. Beim Schwimmstart werde ich nie wieder den Fehler machen mich in die zweite Reihe zu stellen, denn von Anfang an herrschte im Pulk harter Körpereinsatz. Die Waschmaschine beendete den Schleudergang trauriger Weise erst, als ich vor dem Landgang blindlings den falschen Füßen hinterher schwamm und erstmal wieder umdrehen musste. Danach war es zwar etwas ruhiger, aber Markus, der vorher nach eigener Aussage hinter mir schwamm, war am Ende des 1,4 Kilometer langen Kurses schließlich rund 30 Sekunden vor mir.

Ab aufs Rad, rein in die Schuhe. Vorerst zumindest, denn als der Schleudergang auf der holprigen Zubringerstrecke wieder angeschaltet wurde, bemerkte ich ein Steinchen in meinem linken Schuh, exakt am Druckpunkt des Fußballens. Also erstmal wieder raus aus dem Schuh, wieder rein, raus, rein, raus. Das Steinchen steckte nicht im Fuß, sondern im Schuh, und da wollte es auch bleiben. Ich entschloss mich angesichts der bereits zahlreichen verlorenen Plätze, den Schmerz zu ignorieren und weiterzufahren. Nach etwa fünf Minuten, als ich den Anstieg zur Juhöhe erreichte, lösten leider Rückenschmerzen den Fußschmerz ab. Angesichts der Verletzungshistorie meines Bruders nahm ich sofort den Druck vom Pedal. Wichtig war heute angesichts unseres komfortablen Vorsprungs in der Tabelle nur gesund anzukommen.

Den Anstieg, immerhin ca. 15-20 Minuten lang, fuhr ich fast komplett im Wiegetritt, weil sich der Rücken dabei weniger verspannte als im Sitzen. Oben angekommen hatte Raffa seinen Schwimmrückstand bereits rausgefahren und fuhr an mir vorbei –bei ihm lief es glücklicherweise deutlich besser. Auf der Abfahrt verlor ich weiter Zeit und hatte beim ersten Wendepunkt bereits fünf Minuten Rückstand auf Markus und drei auf Raffa. Dabei blieb es dann auf der flachen zweiten Hälfte auch und ich wechselte als gefühlt Dreihundertster zum Laufen.

Darauf hatte ich mich den ganzen Tag gefreut und angesichts der unfreiwillig gesparten Körner lief es auch richtig rund. Mit 39:16 Minuten kam ich sogar bis auf 20 Sekunden an Raffa heran. Markus kam knapp drei Minuten vor uns ins Ziel und Max eine Viertelstunde später. Im Tagesranking reichte das zu Platz drei und in der Liga-Gesamtwertung zur Meisterschaft und zum Aufstieg in die 1. Hessenliga. Mit uns steigen unsere Freunde vom CJD Oberurff auf, die uns nicht nur in Viernheim wieder erstklassig Paroli geboten haben, sondern die ganze Saison lang der härteste Konkurrent um die Meisterschaft waren. Wir alle freuen uns sehr, dass ausgerechnet dieses sympathische Team mitkommt in die 1. Liga. Auf viele weitere spannende Duelle im Jahr 2019! 🙂

Freud und Leid, so eng bei einander

Gestern freute ich mich noch über meinen Sieg beim Rodgau-Triathlon, mein erster Gesamtsieg außerhalb der Liga seit dem Quarterman-Erfolg 2014. Heute Morgen erreichte mich dann die bittere Nachricht, dass eine gute Freundin beim Radtraining  gestürzt ist und auf der Intensivstation liegt. Einmal mehr zeigt sich, wie wichtig es ist, sich über das zu freuen, was man hat, insbesondere über Gesundheit und Freunde. 🙁

Sport und Umweltbewusstsein

In diesem Tagen beginnen viele endlich nachzudenken, ob das mit dem Klimawandel doch keine Erfindung irgendwelcher Apokalyptiker sei, und uns die trockene Hitze gepaart mit heftigen Unwettern in den nächsten Jahren häufiger begegnen könnte. Das ist gut und längst überfällig, hilft aber im ersten Schritt wenig weiter. Weiterhelfen wird nur eine grundlegende Verhaltensänderung jedes Einzelnen im täglichen Leben und Umgang mit den Ressourcen dieser Welt. Oft heißt das, mit jahrelangen Gewohnheiten zu brechen, was dem Mensch als Gewohnheitstier grundsätzlich schwer fällt. Ich hinterfrage mein Konsumverhalten in den letzten Jahren immer stärker und möchte diese Plattform nutzen, um euch darzulegen, was ich in meinem Alltag und auch im Sport seitdem geändert habe.

Angefangen habe ich damit, das Autofahren auf das Allernötigste zu reduzieren. 2013 habe ich versucht, mehr Kilometer auf dem Rad als im Auto zu verbringen. Ich bin zwar knapp gescheitert, weil ich auf der Arbeit keine Chance (oder keinen Mumm) hatte, nein zu sagen. Mein Verständnis und auch meine Bereitschaft dafür, mal einen längeren und unkomfortableren Weg auf mich zu nehmen, sind dadurch deutlich gestiegen und seitdem hätte ich dieses Ziel in jedem der fünf Jahre locker erreicht.

Meine Wettkampfwahl richtet sich inzwischen danach, was einfach zu erreichen ist, nur auf die Liga-Wettkämpfe habe ich leider keinen Einfluss. Mit dem Auto zum Training zu fahren ist für mich ein absolutes No-Go. In die letzten beiden Trainingslager bin ich mit dem Zug gereist und werde das, wann immer praktikabel, wiederholen.

Ein weiterer großer Punkt ist das Einkaufen. Wir haben leider nach wie vor keinen Bioladen in Erlensee, aber in Offenbach liegt ein Alnatura auf meinem Heimweg, wo ich mir oft den Rucksack fülle. Doch selbst im Supermarkt kann man mit Augenmerk sich und seiner Umwelt Gutes tun: Warum muss Obst und Gemüse in Plastik gepackt werden?! Alles, was irgendwie unverpackt erhältlich ist, kaufe ich nur so. Auch wenn das oft heißt, dass ich in zwei weitere Läden gehen muss.

Über das Essen hinaus gibt es weitere Stellschrauben, an denen man einfach drehen kann. Bei Alltagskleidung kommt nur noch Bio-Qualität in Frage, wobei noch besser als Gutes kaufen gar nichts kaufen ist – und da mein Kleiderschrank voll ist, brauche ich derzeit nichts. Spülmittel, Allzweckreiniger, Entkalkungstabletten und andere Dinge, die im handelsüblichen Format mit Chemie vollgepumpt sind, kann man total easy selbst herstellen, einfach mal im Internet stöbern. Dem Ökosystem ist damit ein riesiger Gefallen getan.

Umweltbewusster zu werden kostet Überwindung, gesunden Menschenverstand und vor allem tiefe innere Überzeugung. Für Umweltschutz kriegst du keine Plakette, keine Anerkennung, kein Danke, wirst belächelt und ausgelacht. In diesem Fall erfüllt es mich mit Stolz, Außenseiter zu sein.

Keine Bestzeit

32 Grad, der kühlste Tag der Woche – der gestrige Sonntag war quasi wie gemacht für eine neue 10km-Bestzeit. Also klingelte der Wecker bereits um 6 Uhr fürs Frühstück, damit ich um 8:50 Uhr (bei immerhin erst 25 Grad) ohne vollen Magen am Start des Waldlaufes in Obertshausen stehen konnte.

Auf der Strecke ragten insb. an Anfang und Ende viele Wurzeln aus dem Boden, was das Laufen erschwerte und einen weiteren Bänderriss brauche ich nun wirklich nicht. Doch daran lag es nicht, dass es mir ungewohnt schwer fiel, das angestrebte Tempo von 3:42-3:45 min/km zu laufen. Von Anfang an fühlte sich das nicht wirklich gut oder leicht an, wie es eigentlich die ersten Kilometer noch sein müsste. Und so wurde ich auch schnell langsamer, schon nach dem dritten Kilometer war keine Bestzeit mehr in Aussicht.

Die offizielle Endzeit von 38:28 Minuten täuscht über das schlechte Ergebnis hinweg, da die Strecke 250 Meter (und somit rund eine Minute) zu kurz war. Mein Ziel habe ich damit um zwei Minuten verfehlt, was auf 10km schon sehr deutlich ist. Möge ich beim nächsten Mal einen besseren Tag erwischen. Eigentlich wollte ich erst Ende September in Rodenbach den nächsten 10er laufen, jetzt treibt es mich eventuell schon Mitte August nach Karben.

Trainingslager Oberstdorf

Kaum zu glauben, ein Jahr ist der Ironman bereits her. Das diesjährige Rennen habe ich nicht wirklich verfolgen können, aber dass der letzte Hawaii-Slot in meiner Altersklasse in 9:54 Stunden weggegangen ist, habe ich dann doch mit einem weinenden Auge mitbekommen.

Ich will mich aber nicht selbst bemittleiden, im falschen Jahr gestartet zu sein, sondern vielmehr arbeite ich daran, beim nächsten Mal noch deutlich besser zu sein. Heute geht mein Lauftrainingslager in Oberstdorf zu Ende und es hätte für mich keine bessere Möglichkeit gegeben, an meiner schwächsten Disziplin zu arbeiten, als mit so einer starken Truppe wie den Jungs vom SSC Hanau-Rodenbach.

Fast immer ganz hinten, aber es motiviert unheimlich, starke Leute um sich rum bzw. vor sich zu haben

Die Tage sahen meistens so aus: 7:15 Uhr Stabi, anschließend ein kurzer Morgenlauf zum Fluss und dort ein paar Steigerungen plus kurzes Kneipen im kalten Wasser. Dann Frühstück und gegen 11 Uhr eine Tempoeinheit, entweder auf der Bahn oder am Fluss entlang. Mit langem Warm-Up, Stabi, Koordinations- und Dehnübungen dauerten diese Sessions meist etwa 2,5 Stunden mit etwa 12-18km auf der Uhr. Im Anschluss folgte dann meist ein langer Spaziergang mit Maria und Nala durch die traumhafte Landschaft, eventuell noch ein Schwimmbadbesuch und nach dem Abendessen dann Sauna.

 

 

 

Den Tempodauerlauf und die extensiven Intervalle am Fluss fielen mir deutlich leichter als das intensive Bahntraining. Da kamen pro Einheit etwa 3km im 800-Meter-Renntempo zusammen, was in ordentlichem Muskelkater in den Fußballen und Waden mündete. Durchziehen konnte ich dennoch alle Einheiten. An den sieben Tagen haben sich 106 Lauf-Kilometer angesammelt, wobei das weniger aussagekräftig ist, als die Intensität, die die Einheiten bestimmt hat.

Vor jeder Einheit stand ein langes Stabi- und Koordinationsprogramm.

 

Offiziell geht das Trainingslager bis Sonntag, wir reisen allerdings aufgrund einer Hochzeit am Wochenende schon am Donnerstag ab. Um den Effekt noch etwas mitzunehmen, soll ich Freitag und Sonntag daheim noch zwei intensive Einheiten dranhängen – zum Glück habe ich auch dafür starke Trainingspartner gefunden, dann wird das nicht ganz so schwer. Darauf folgt eine ruhige Woche. Ende Juli laufe ich einen 10er in Obertshausen und der Rückenwind aus Oberstdorf gibt mir das Selbstvertrauen, dort die 37 Minuten anzugreifen.

Für Nala war Oberstdorf mit all den Flüssen ein Traum! Zweimal war es sogar warm genug, um zusammen in der eiskalten Iller zu schwimmen (auf der Stelle, gegen die Strömung).

 

Sieg am Edersee

Der Edersee-Triathlon am Samstag war für mich der Abschluss der ersten Saisonhälfte und zugleich einer der diesjährigen Highlights. Der Start der 2. Hessenliga war zusammen mit der 1. Hessenliga für 11:35 Uhr angesetzt und es versprach kalt zu werden. Ein perfekter Tag also um ein extra langes Warm-Up zu testen, mit dem ich beim Lauf-Tempotraining zuletzt gute Erfahrungen gemacht habe. Bereits 50 Minuten vor dem Start begann ich mit Warmlaufen, Dehnen, Stabi, Steigerungen und 2×200 Meter im Wettkampftempo.

Teamfoto kurz vor dem Start, von links: Tobi, Freddy, ich, Benny und Raffa

Gut aufgewärmt ging es auch gut los. Hinter Weltmeister Patrick Lange, der als „VIP-Starter“ an der Spitze ein einsames Rennen machte, konnte ich mich in einer dreiköpfigen Gruppe behaupten und nach 21:30 Minuten als Dritter aus dem Wasser klettern. Auf die Kontrahenten, die bei den ersten beiden Liga-Wettkämpfen mit mir aus dem Wasser stiegen, bedeutete das schon mal ein Polster von 30-40 Sekunden.

Auf dem Rad überholten mich nach dem ersten Anstieg zwei Starter aus der ersten Liga und zwei Kontrahenten vom CJD Oberurff. Die beiden letzteren sollte ich allerdings im Normalfall beim Laufen im Griff haben, also fuhr ich weiter meinen Stiefel. Den letzten weiteren sich vor mir befindlichen Liga-Rivalen überholte ich etwa nach 15 Kilometern und konnte ihn am nächsten Berg abschütteln. Am letzten Anstieg des 43-Kilometer-Kurses fuhren noch zwei Starter aus der 1. Hessenliga vorbei, in unserer Liga blieb ich aber auf Rang drei.

Auf dem Rad hatte ich dieses Jahr ja schon des Öfteren gute Tage, nun sollte allerdings der erste werden, an dem es auch beim Laufen „flutschte“. Es lief von Anfang an richtig rund und die Steigungen sowie der Kiesboden der 10km-Strecke machten mir keine Probleme. Ich überholte schon vor dem Wendepunkt, den ich nach knapp 20 Minuten erreichte, die beiden Oberurffer und machte mich in Führung liegend auf den Rückweg. Auf den letzten drei Kilometern ließ ich es im Bewusstsein, dass da heute niemand mehr von hinten kommen sollte, nochmal richtig laufen, alle drei in 3:45 min/km oder gar schneller. Und so stand am Ende nicht nur Platz eins in der Liga-Einzelwertung sondern auch eine Laufzeit unter 39 Minuten.

Freddy und Tobi machten mit ebenfalls sehr flotten Läufen auf der Laufstrecke mächtig Boden gut und kamen weit vorne ins Ziel, während Benny und Raffa mehr Probleme hatten. Mit Platz zwei in der Teamwertung haben wir vor dem letzten Liga-Wettkampf Ende August nun drei Punkte Vorsprung auf Oberurff und sogar sieben Punkte auf Viernheim – der erneute Aufstieg ist also so gut wie sicher.

Die Siegerehrung musste leider ohne mich stattfinden, da ich vom Ziel aus direkt weiter zu einer Hochzeit durfte

Zurücklehnen wollen wir uns trotzdem nicht, denn in der 1. Liga wäre selbst ich mit meiner Zeit „nur“ Siebter geworden. Auf die nächste Saison blickend wartet also jede Menge Arbeit.

Das wird ein Spaß

Mein erstes reines Lauftrainingslager ist gebucht!

Wer fleißig mitliest, weiß dass mein Trainingsfokus schon seit 2-3 Jahren auf dem Laufen liegt. Weil ich hier die größten Defizite habe und auch, weil es mir einfach am meisten Spaß macht. Besonders erfolgreich war das bislang noch nicht, aber ich gebe nicht auf. Seit etwa sechs Wochen bin ich wieder regelmäßig im Lauftraining beim SSC Hanau-Rodenbach und fahre Anfang Juli nun sogar mit ins Trainingslager.

Laufen: Nicht gerade meine Stärke, aber meine Leidenschaft

Das bisherige Training hat schon viel gebracht, auch wenn sich das so kurzfristig natürlich noch nicht in Wettkampfergebnisse ummünzen ließ. Ich denke, in der zweiten Saisonhälfte wird man das dann auch in den Rennen merken. Aber daran, dass die Einheiten mich mittelfristig schneller machen, besteht kein Zweifel. In der Gruppe kann ich härter laufen – bzw. in meinem Fall reicht es sogar hinter der Gruppe herzulaufen, weil alle dort deutlich schneller als ich sind 😉

Übermorgen steht erstmal der dritte Liga-Wettkampf, eine Olympische Distanz am Edersee an. Das Rennen hat es in sich und dafür habe ich diese Woche in allen drei Disziplinen mal bewusst ruhiger gemacht. Wir starten in einer Startgruppe mit der 1. Hessenliga, das motiviert zusätzlich und ich will auch in dem doppelt so großen und stärkeren Feld eine Platzierung unter den Top 10 erreichen.

Vom 5.-12. Juli fahren wir dann nach Oberstdorf. Da dort nicht nur viel Training sondern auch eine traumhafte Landschaft wartet, begleiten Maria und Nala mich und wir machen gleichzeitig Urlaub. Der Trainingsplan für die Woche klingt mit insg. ca. 115km inkl. fünf Tempo-Einheiten echt brutal, da kann es nicht schlecht sein, zwischen den Einheiten gut zu entspannen und die Natur zu genießen. Ob ich tatsächlich jede Einheit mitlaufe oder 1-2 auslasse, weiß ich noch nicht. Schwer einzuschätzen, wie viel ich verkrafte, wenn mal kein Schwimmen und Radeln auf dem Programm steht. Aber auch ohne vollständige Planerfüllung wird es auf jeden Fall sehr „lohnend“, wie unser Trainer Sascha es schön beschrieben hat.

Die Krux mit dem eigenen Anspruch

Letztes Jahr sind wir durch die 3. Hessenliga marschiert, ohne es in der Form erwartet zu haben. Unser Ziel und auch Anspruch war und ist es, das dieses Jahr in der 2. Hessenliga zu wiederholen. Dass Siegen trotz unseres starken Teams aber nicht selbstverständlich ist, haben wir gestern in Darmstadt erfahren müssen.

Mit riesigem Team am Start. Glückwunsch an unsere Damen zum sensationellen Gesamtsieg!!

Der Woogsprint ist zugegebenermaßen alles andere als auf unser Team zugeschnitten. Ein brettflacher, schneller Radkurs gepaart mit einer kräftezehrenden Wendepunktstrecke beim Laufen spielt uns als starken Radfahrern und schlechten Läufern nicht in die Karten.

Bei mir lief am Anfang alles nach Plan. Zwar war ein Athlet, der beim MTV Kronberg aus der ersten Mannschaft aushalf, weit vorne weg und blieb im gesamten Rennverlauf außer Konkurrenz. Dahinter aber stieg ich in der Spitzengruppe aus dem Wasser, Markus direkt hinter mir. In der Wechselzone verpasste Markus dann leider knapp den Anschluss und so war ich diesmal der einzige Bruchköbeler ganz vorne.

Auf dem Rad gab es dann nicht wirklich viele Verschiebungen. Zwar konnten Freddy, Benny und Raffa allesamt ein bisschen Boden gut machen. Aber wirklich große Unterschiede taten sich hier nicht auf und im Prinzip fuhren alle 48 Starter ein ähnliches Tempo. Raffa hatte dann noch bei einem Überholvorgang Pech und erhielt eine gelbe Karte.

Die Laufstrecke mit insgesamt sechs Wendepunkten nahm ich dann an Position fünf in Angriff. Es fühlte sich total hart an, über 4:00 min/km kam ich irgendwie trotzdem nicht hinaus. Der Sieger aus Fritzlar zog erneut an mir vorbei, ansonsten hielt ich meine Position bis zum Ziel. Während Freddy einen starken Lauf zeigte und fast zeitgleich mit Markus an Position 10 und 11 ins Ziel kam, wurde Raffa nachträglich disqualifiziert, weil er seine Zeitstrafe zwar im Ziel beim Kampfrichter meldete, diese aber bereits nach dem Radfahren hätte absitzen müssen. Glücklicherweise lieferte Benny eine starke Leistung ab und kam als 15. ins Ziel und in die Wertung.

Als die Ergebnislisten dann aushingen, mussten wir erstmal rechnen: Spiridon, Vierheim, Oberurff, heute allesamt weit hinter uns. Aber: Die Kronberger waren dank des eingesprungenen Nachwuchstalents knapp vor uns und sicherten sich den Tagessieg. Zwar haben wir die Tabellenführung mit dem zweiten Platz deutlich ausbauen können, dennoch war die Stimmung irgendwie gedrückt – vielleicht auch durch Raffas Pechstag.

Das macht deutlich, wie mit dem Erfolg auch der eigene Anspruch gestiegen ist. Wir sind allesamt sehr ehrgeizig und genau das hat uns sicherlich auch so stark gemacht. Auch wenn Markus uns am Edersee in zwei Wochen durch die Ironman-Teilnahme in Nizza fehlen wird, blicken wir sehr optimistisch auf das Rennen. Die bergige Radstrecke ist wie für uns gemacht und das Ziel wird dort wie selbstverständlich erneut sein: der Tagessieg.