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Trainingslager Oberstdorf

Kaum zu glauben, ein Jahr ist der Ironman bereits her. Das diesjährige Rennen habe ich nicht wirklich verfolgen können, aber dass der letzte Hawaii-Slot in meiner Altersklasse in 9:54 Stunden weggegangen ist, habe ich dann doch mit einem weinenden Auge mitbekommen.

Ich will mich aber nicht selbst bemittleiden, im falschen Jahr gestartet zu sein, sondern vielmehr arbeite ich daran, beim nächsten Mal noch deutlich besser zu sein. Heute geht mein Lauftrainingslager in Oberstdorf zu Ende und es hätte für mich keine bessere Möglichkeit gegeben, an meiner schwächsten Disziplin zu arbeiten, als mit so einer starken Truppe wie den Jungs vom SSC Hanau-Rodenbach.

Fast immer ganz hinten, aber es motiviert unheimlich, starke Leute um sich rum bzw. vor sich zu haben

Die Tage sahen meistens so aus: 7:15 Uhr Stabi, anschließend ein kurzer Morgenlauf zum Fluss und dort ein paar Steigerungen plus kurzes Kneipen im kalten Wasser. Dann Frühstück und gegen 11 Uhr eine Tempoeinheit, entweder auf der Bahn oder am Fluss entlang. Mit langem Warm-Up, Stabi, Koordinations- und Dehnübungen dauerten diese Sessions meist etwa 2,5 Stunden mit etwa 12-18km auf der Uhr. Im Anschluss folgte dann meist ein langer Spaziergang mit Maria und Nala durch die traumhafte Landschaft, eventuell noch ein Schwimmbadbesuch und nach dem Abendessen dann Sauna.

 

 

 

Den Tempodauerlauf und die extensiven Intervalle am Fluss fielen mir deutlich leichter als das intensive Bahntraining. Da kamen pro Einheit etwa 3km im 800-Meter-Renntempo zusammen, was in ordentlichem Muskelkater in den Fußballen und Waden mündete. Durchziehen konnte ich dennoch alle Einheiten. An den sieben Tagen haben sich 106 Lauf-Kilometer angesammelt, wobei das weniger aussagekräftig ist, als die Intensität, die die Einheiten bestimmt hat.

Vor jeder Einheit stand ein langes Stabi- und Koordinationsprogramm.

 

Offiziell geht das Trainingslager bis Sonntag, wir reisen allerdings aufgrund einer Hochzeit am Wochenende schon am Donnerstag ab. Um den Effekt noch etwas mitzunehmen, soll ich Freitag und Sonntag daheim noch zwei intensive Einheiten dranhängen – zum Glück habe ich auch dafür starke Trainingspartner gefunden, dann wird das nicht ganz so schwer. Darauf folgt eine ruhige Woche. Ende Juli laufe ich einen 10er in Obertshausen und der Rückenwind aus Oberstdorf gibt mir das Selbstvertrauen, dort die 37 Minuten anzugreifen.

Für Nala war Oberstdorf mit all den Flüssen ein Traum! Zweimal war es sogar warm genug, um zusammen in der eiskalten Iller zu schwimmen (auf der Stelle, gegen die Strömung).

 

Sieg am Edersee

Der Edersee-Triathlon am Samstag war für mich der Abschluss der ersten Saisonhälfte und zugleich einer der diesjährigen Highlights. Der Start der 2. Hessenliga war zusammen mit der 1. Hessenliga für 11:35 Uhr angesetzt und es versprach kalt zu werden. Ein perfekter Tag also um ein extra langes Warm-Up zu testen, mit dem ich beim Lauf-Tempotraining zuletzt gute Erfahrungen gemacht habe. Bereits 50 Minuten vor dem Start begann ich mit Warmlaufen, Dehnen, Stabi, Steigerungen und 2×200 Meter im Wettkampftempo.

Teamfoto kurz vor dem Start, von links: Tobi, Freddy, ich, Benny und Raffa

Gut aufgewärmt ging es auch gut los. Hinter Weltmeister Patrick Lange, der als „VIP-Starter“ an der Spitze ein einsames Rennen machte, konnte ich mich in einer dreiköpfigen Gruppe behaupten und nach 21:30 Minuten als Dritter aus dem Wasser klettern. Auf die Kontrahenten, die bei den ersten beiden Liga-Wettkämpfen mit mir aus dem Wasser stiegen, bedeutete das schon mal ein Polster von 30-40 Sekunden.

Auf dem Rad überholten mich nach dem ersten Anstieg zwei Starter aus der ersten Liga und zwei Kontrahenten vom CJD Oberurff. Die beiden letzteren sollte ich allerdings im Normalfall beim Laufen im Griff haben, also fuhr ich weiter meinen Stiefel. Den letzten weiteren sich vor mir befindlichen Liga-Rivalen überholte ich etwa nach 15 Kilometern und konnte ihn am nächsten Berg abschütteln. Am letzten Anstieg des 43-Kilometer-Kurses fuhren noch zwei Starter aus der 1. Hessenliga vorbei, in unserer Liga blieb ich aber auf Rang drei.

Auf dem Rad hatte ich dieses Jahr ja schon des Öfteren gute Tage, nun sollte allerdings der erste werden, an dem es auch beim Laufen „flutschte“. Es lief von Anfang an richtig rund und die Steigungen sowie der Kiesboden der 10km-Strecke machten mir keine Probleme. Ich überholte schon vor dem Wendepunkt, den ich nach knapp 20 Minuten erreichte, die beiden Oberurffer und machte mich in Führung liegend auf den Rückweg. Auf den letzten drei Kilometern ließ ich es im Bewusstsein, dass da heute niemand mehr von hinten kommen sollte, nochmal richtig laufen, alle drei in 3:45 min/km oder gar schneller. Und so stand am Ende nicht nur Platz eins in der Liga-Einzelwertung sondern auch eine Laufzeit unter 39 Minuten.

Freddy und Tobi machten mit ebenfalls sehr flotten Läufen auf der Laufstrecke mächtig Boden gut und kamen weit vorne ins Ziel, während Benny und Raffa mehr Probleme hatten. Mit Platz zwei in der Teamwertung haben wir vor dem letzten Liga-Wettkampf Ende August nun drei Punkte Vorsprung auf Oberurff und sogar sieben Punkte auf Viernheim – der erneute Aufstieg ist also so gut wie sicher.

Die Siegerehrung musste leider ohne mich stattfinden, da ich vom Ziel aus direkt weiter zu einer Hochzeit durfte

Zurücklehnen wollen wir uns trotzdem nicht, denn in der 1. Liga wäre selbst ich mit meiner Zeit „nur“ Siebter geworden. Auf die nächste Saison blickend wartet also jede Menge Arbeit.

Das wird ein Spaß

Mein erstes reines Lauftrainingslager ist gebucht!

Wer fleißig mitliest, weiß dass mein Trainingsfokus schon seit 2-3 Jahren auf dem Laufen liegt. Weil ich hier die größten Defizite habe und auch, weil es mir einfach am meisten Spaß macht. Besonders erfolgreich war das bislang noch nicht, aber ich gebe nicht auf. Seit etwa sechs Wochen bin ich wieder regelmäßig im Lauftraining beim SSC Hanau-Rodenbach und fahre Anfang Juli nun sogar mit ins Trainingslager.

Laufen: Nicht gerade meine Stärke, aber meine Leidenschaft

Das bisherige Training hat schon viel gebracht, auch wenn sich das so kurzfristig natürlich noch nicht in Wettkampfergebnisse ummünzen ließ. Ich denke, in der zweiten Saisonhälfte wird man das dann auch in den Rennen merken. Aber daran, dass die Einheiten mich mittelfristig schneller machen, besteht kein Zweifel. In der Gruppe kann ich härter laufen – bzw. in meinem Fall reicht es sogar hinter der Gruppe herzulaufen, weil alle dort deutlich schneller als ich sind 😉

Übermorgen steht erstmal der dritte Liga-Wettkampf, eine Olympische Distanz am Edersee an. Das Rennen hat es in sich und dafür habe ich diese Woche in allen drei Disziplinen mal bewusst ruhiger gemacht. Wir starten in einer Startgruppe mit der 1. Hessenliga, das motiviert zusätzlich und ich will auch in dem doppelt so großen und stärkeren Feld eine Platzierung unter den Top 10 erreichen.

Vom 5.-12. Juli fahren wir dann nach Oberstdorf. Da dort nicht nur viel Training sondern auch eine traumhafte Landschaft wartet, begleiten Maria und Nala mich und wir machen gleichzeitig Urlaub. Der Trainingsplan für die Woche klingt mit insg. ca. 115km inkl. fünf Tempo-Einheiten echt brutal, da kann es nicht schlecht sein, zwischen den Einheiten gut zu entspannen und die Natur zu genießen. Ob ich tatsächlich jede Einheit mitlaufe oder 1-2 auslasse, weiß ich noch nicht. Schwer einzuschätzen, wie viel ich verkrafte, wenn mal kein Schwimmen und Radeln auf dem Programm steht. Aber auch ohne vollständige Planerfüllung wird es auf jeden Fall sehr „lohnend“, wie unser Trainer Sascha es schön beschrieben hat.

Die Krux mit dem eigenen Anspruch

Letztes Jahr sind wir durch die 3. Hessenliga marschiert, ohne es in der Form erwartet zu haben. Unser Ziel und auch Anspruch war und ist es, das dieses Jahr in der 2. Hessenliga zu wiederholen. Dass Siegen trotz unseres starken Teams aber nicht selbstverständlich ist, haben wir gestern in Darmstadt erfahren müssen.

Mit riesigem Team am Start. Glückwunsch an unsere Damen zum sensationellen Gesamtsieg!!

Der Woogsprint ist zugegebenermaßen alles andere als auf unser Team zugeschnitten. Ein brettflacher, schneller Radkurs gepaart mit einer kräftezehrenden Wendepunktstrecke beim Laufen spielt uns als starken Radfahrern und schlechten Läufern nicht in die Karten.

Bei mir lief am Anfang alles nach Plan. Zwar war ein Athlet, der beim MTV Kronberg aus der ersten Mannschaft aushalf, weit vorne weg und blieb im gesamten Rennverlauf außer Konkurrenz. Dahinter aber stieg ich in der Spitzengruppe aus dem Wasser, Markus direkt hinter mir. In der Wechselzone verpasste Markus dann leider knapp den Anschluss und so war ich diesmal der einzige Bruchköbeler ganz vorne.

Auf dem Rad gab es dann nicht wirklich viele Verschiebungen. Zwar konnten Freddy, Benny und Raffa allesamt ein bisschen Boden gut machen. Aber wirklich große Unterschiede taten sich hier nicht auf und im Prinzip fuhren alle 48 Starter ein ähnliches Tempo. Raffa hatte dann noch bei einem Überholvorgang Pech und erhielt eine gelbe Karte.

Die Laufstrecke mit insgesamt sechs Wendepunkten nahm ich dann an Position fünf in Angriff. Es fühlte sich total hart an, über 4:00 min/km kam ich irgendwie trotzdem nicht hinaus. Der Sieger aus Fritzlar zog erneut an mir vorbei, ansonsten hielt ich meine Position bis zum Ziel. Während Freddy einen starken Lauf zeigte und fast zeitgleich mit Markus an Position 10 und 11 ins Ziel kam, wurde Raffa nachträglich disqualifiziert, weil er seine Zeitstrafe zwar im Ziel beim Kampfrichter meldete, diese aber bereits nach dem Radfahren hätte absitzen müssen. Glücklicherweise lieferte Benny eine starke Leistung ab und kam als 15. ins Ziel und in die Wertung.

Als die Ergebnislisten dann aushingen, mussten wir erstmal rechnen: Spiridon, Vierheim, Oberurff, heute allesamt weit hinter uns. Aber: Die Kronberger waren dank des eingesprungenen Nachwuchstalents knapp vor uns und sicherten sich den Tagessieg. Zwar haben wir die Tabellenführung mit dem zweiten Platz deutlich ausbauen können, dennoch war die Stimmung irgendwie gedrückt – vielleicht auch durch Raffas Pechstag.

Das macht deutlich, wie mit dem Erfolg auch der eigene Anspruch gestiegen ist. Wir sind allesamt sehr ehrgeizig und genau das hat uns sicherlich auch so stark gemacht. Auch wenn Markus uns am Edersee in zwei Wochen durch die Ironman-Teilnahme in Nizza fehlen wird, blicken wir sehr optimistisch auf das Rennen. Die bergige Radstrecke ist wie für uns gemacht und das Ziel wird dort wie selbstverständlich erneut sein: der Tagessieg.

Es wird ernst und endlich passt alles

Gestern war unser Liga-Auftakt in Fritzlar. Markus Becker, Raffa, Tobi, Benny, Freddy und ich waren allesamt fit und so reisten wir mit dem luxuriösen Personalproblem an, dass Raffa als Einzelstarter in der offenen Klasse antreten durfte/konnte/musste. Und auch ohne unser im letzten Jahr stärkstes Zugpferd war unser Ziel klar: Die Tabellenführung.

Nach dem Aufstieg wussten wir nicht genau, was uns in der 2. Hessischen Triathlon-Liga (kurz: 2. HTL) erwartet, rechneten aber schon damit, dass die stärkste Konkurrenz die Mitaufsteiger vom CJD Oberurff sein würden. Denn auch in der 2. HTL waren ja die stärksten Teams aufgestiegen.

Mein Training lief nach dem frustrierenden Wettkampf in Langenselbold schnell wieder sehr gut. Zwei Tage nach dem Kinzigman bin ich die bislang schnellsten Intervalle meines Lebens gelaufen und habe auch in den weiteren zwei Wochen gut trainiert. Das Selbstbewusstsein war also wieder da, einen Nachweis in Form eines guten Wettkampfes war ich mir aber noch schuldig.

Zum Auftakt konnte ich mich auf den 15 Schwimmbahnen an Michael Böhler hängen, der die 750 Meter wie ein Uhrwerk konstant in 1:22 – 1:24 Minuten abspulte. Das sparte ordentlich Kraft und ich kam kurz hinter Markus Becker an Position fünf aus dem Wasser. An meinem Rad habe ich seit zwei Wochen einen Leistungsmesser (dazu demnächst mal mehr in einem eigenen Beitrag) und hatte mir vorgenommen, mich von Anfang an an den Wattwerten aus dem Training zu orientieren. Ich kann definitiv sagen, dass ich bislang bei jedem Triathlon, den ich gemacht habe, zu schnell losgefahren bin! Das fühlte sich zunächst an wie eine Kaffeefahrt und am Anfang verlor ich auch leicht Boden auf die Konkurrenz. Doch schon zum Ende des ersten Anstiegs war ich wieder an Position vier und am Ende der 21 Kilometer lagen Markus und ich vorne.

Tobi, Freddy und Benny machten derweil etwa 1-2 Minuten hinter uns Boden gut. Beim ersten Wendepunkt der 5km-Laufstrecke kamen mir – mit Markus im Schlepptau in Führung liegend – alle drei unter den Top-20 entgegen. Da war die Laune gleich noch besser, als sie ob der Position des Gesamtführenden eh schon war. Die Hitze machte mir zwar zunehmend zu schaffen, aber das war bei den Konkurrenten offenkundig nicht anders. Bis auf einen. Bei Kilometer 3 oder 4 überholte mich ein Viernheimer mit einem abartigen Tempo. Als ich nach soliden 19:25 Minuten ins Ziel kam, erklärte er mir, schon sichtlich erholt, dass er ehemaliger Leichtathlet sei, ab heute aber Triathlet. Die 16:50 finde ich trotzdem echt bemerkenswert, chapeau!

Wenige Sekunden nach mir folgte Markus auf Rang 4, dann bald auch schon Tobi (9), Freddy (10) und Benny (14). Kein anderes Team war auch nur annähernd so geschlossen vorne im Tableau vertreten und der Gesamtsieg stand fest. Dass am Ende gar Oberurff und Spiridon mit uns auf dem Podium standen – wie also letztes Jahr in der 3. HTL – war dann das Sahnehäubchen und wir mussten alle kurz schmunzeln. Raffa belegte im Einzelklassement übrigens Platz zwei!

Schon in zwei Wochen steht in Darmstadt der nächste Sprint an, dann mit brettflacher Radstrecke und einer nervenraubenden Wendepunkt-Laufstrecke. Für mich geht’s allerdings schon diesen Sonntag weiter. Beim Quarterman helfe ich in unserer zweiten Mannschaft aus, da Wolfgang sich verletzt hat. Hoffentlich sehe ich dort viele von euch auf und neben der Strecke 🙂

Ratlos in Langenselbold

Voll motiviert bin ich gestern zum Kinzigman gefahren. Ich war im Gegensatz zum Wettkampf in Gelnhausen gut vorbereitet, erholt und wollte das Podium erklimmen. Zunächst sah auch alles danach aus, als würde das klappen. Warum dann doch alles anders kam, darüber bin ich auch am Tag nach dem Rennen noch ratlos.

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Das Schwimmen lief gut. Es war zwar ungewohnt, wieder im Neo zu schwimmen, aber nach 7:12 Minuten (die Strecke ist hier immer etwas zu lang) kam ich als Vierter aus dem Wasser, 40 Sekunden hinter dem Führenden. Auf die Radstrecke ging ich zeitgleich mit Vincent Größer, dem Titelverteidiger und Sieger vom Kinzigtal-Triathlon letzte Woche. Dranbleiben konnte ich zwar nicht, aber die anderen drei vor mir sammelte ich bis zum letzten Wendepunkt ein und kam insgesamt mit einem Schnitt knapp über 40 km/h auf Platz zwei zurück zur Wechselzone am Kinzigsee und hatte noch Power fürs Laufen übrig.

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Und nun kommt der Teil, den ich mir nach wie vor nicht erklären kann. Ich fühlte mich beim Laufen von Anfang an wie gelähmt, die Füße wollten einfach nicht vom Boden weg. Die drei jungen Kerle (Jahrgänge 96/97!), die ich auf dem Rad alle 1-2 Minuten distanziert hatte, kassierten mich wieder und auch Tobi überholte mich auf dem letzten Kilometer mit einem bärenstarken Lauf. Dranbleiben? Keine Chance! Satte 90 Sekunden lief er am Ende schneller als ich und damit einem hochverdienten fünften Platz entgegen. Für mich blieb Rang sechs und große Ratlosigkeit.

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Ja wo bleibt er denn?

Was war los? Zu wenig Zucker, zu kleines Frühstück? Zu viel Gartenarbeit und Haushalt am Wochenende? Fehlendes Koppeltraining? Zu viele andere Dinge im Kopf? Die Leistungsdaten zeigen jedenfalls keine Ausreißer. Ich lief von Anfang bis Ende konstant. Nur eben konstant zu langsam.

Jetzt werde ich ein paar gute Trainingsläufe brauchen, um zum ersten Ligarennen wieder an meine Selbstwirksamkeit zu glauben. Zu wissen, dort mit Tobi, Raffa, Markus, Freddy, Benny und Max sechs Mitstreiter zu haben, die allesamt für ein Top-Ergebnis sorgen können, nimmt aber glücklicherweise Druck von mir. Die beste Konkurrenz kommt aus den eigenen Reihen. Und ob ich am Ende vor den Jungs liege oder dahinter ist mir relativ schnuppe. Hauptsache niemand aus den anderen Teams tut es 😉

(Bilder: Volker Meyer / OPTIMUM)

Unverhoffter Saisoneinstieg

Schmerzfrei durch Gelnhausen: Sowohl im positiven als auch im negativen Sinne: Zum einen hatte ich beim Kinzigtal-Triathlon keine Schmerzen im Fuß, der mir in der Vorwoche noch deutliche Probleme bereitet hatte. Zum anderen kam ich in keiner Wettkampfphase wirklich so recht aus der Komfortzone raus. Ob ich nicht konnte, oder aus Vorsicht nur nicht wollte? Schwer zu sagen.

Das Tria-Team war mit einer großen Mannschaft am Start.

Eigentlich hatte ich den Wettkampf letzte Woche bereits abgeschrieben. Freitagmorgen hatte ich bei den ersten Schritten nach dem Aufstehen noch leichte Mittelfußschmerzen. Samstag war dann alles gut, daher habe ich morgens ein hartes Krafttraining mit Muskelkater-Garantie absolviert – quasi als Absicherung, dass ich Sonntag nicht auf dumme Ideen komme und doch starte. Dann den ganzen Tag Umzugshelfer für Robert, abends noch einen schönen großen Salat, eigentlich die ideale Nicht-Wettkampf-Vorbereitung 😀  Um 5 Uhr morgens war ich dann kurz wach, der Muskelkater grüßte bereits aus Brust, Latissimus, Rückenstrecker und den Adduktoren, doch der Fuß hatte nichts zu meckern. Also kurzerhand ein paar Haferflocken eingeweicht, nochmal zwei Stunden hingelegt und dann gegessen, Sachen gepackt und ab nach Gelnhausen…

Die Schwimmleistung über 500 Meter war mit 7:15 Minuten extrem schwach, aber angesichts des Muskelkaters in nahezu der gesamten Antriebsmuskulatur habe ich dafür eine gute Entschuldigung. 😉 Im hinteren Teil der Top 10 des wie immer stark besetzten Feldes stieg ich dann aufs Rad und musste dort erstmal hart arbeiten um zu den Verfolgern aufzuschließen. Dort war das Tempo dann für mein Gefühl irgendwie zu niedrig. Sollte ich versuchen wegzufahren? Da fehlte mir irgendwie auch eine taktische Grundeinstellung zu dem Rennen und so blieb es bei einem eher lockeren Ritt.Kinzigtal_Rad

Beim Laufen konnte ich nach einer kurzen „Testphase“ dann doch auf das angestrebte Lauftempo zwischen 3:55 und 3:45 min/km erhöhen – ohne Schmerzen 🙂 800 Meter vor dem Ziel bin ich leider falsch abgebogen und ein paar Meter umsonst gelaufen. Daher kam ich mit über 5,1 Kilometern und einer Zeit nur knapp unter 20 Minuten ins Ziel, was aber auf die Endplatzierung (10) keinen Einfluss mehr hatte.

Zwar war ich hier beim letzten Mal Vierter, aber für DIE Vorbereitung ist das okay. Schon bis zum Kinzigman am kommenden Sonntag gibt’s für mich einige Stellschrauben, an denen ich drehen kann: Optimale Regeneration, Ernährung und Schlaf vorab, das Einsteigen in die Radschuhe muss ich noch üben und vor allem starte ich dort dann mit einer klaren Renntaktik. Die große Unbekannte bleibt die Schmerztoleranz, wenn’s böse wird. Dass ich das kann, muss ich mir am Sonntag noch beweisen.

Alles fit?

Ende April rätseln wieder alle Triathleten, ob denn das Training der letzten Monate fruchten wird. Bin ich fit? Werde ich gut abschneiden? Schaut man auf Facebook, Strava & Co., sieht man tausende Mitstreiter, die gefühlt vier Wochen auf Mallorca waren, bei purem Sonnenschein schon zehntausende Radkilometer abgespult haben und bestens vorbereitet in den ersten Wettkampf gehen. Wie gut, dass ich weiterhin weder auf Strava bin, noch den Facebook-Newsfeed allzu ausführlich durchforste. Denn beeinflussen kann ich nur meine eigene Form – und das habe ich (hoffentlich erfolgreich) in den letzten Monaten.

Radtraining

Radtraining auf dem Auflieger – nach der Ellbogenprellung erst seit knapp zwei Wochen wieder möglich

Eine Selbsteinschätzung in Schulnoten:
(Mal schauen, wie intensiv ich sie Sonntagabend überarbeiten darf/muss)

Allgemeine Form: 2-

Der Bänderriss und die Ellbogenprellung hatten mich ordentlich zurückgeworfen. Inzwischen kann ich wieder voll trainieren, aber etwas Trainingsrückstand ist noch da. Ob ich für eine Sprintdistanz schon „leidensfähig“ genug bin, kann ich wohl erst nach den ersten Wettkämpfen beurteilen. Das war in der Vergangenheit noch nicht unbedingt meine Stärke und im Training kann man das kaum simulieren. Darum sind grade die beiden Auftaktrennen in Gelnhausen und Langenselbold für mich sehr wichtig und ich hoffe auf bitterharte Zweikämpfe. 🙂

Schwimmen: 1-

Schon im Januar dieses Jahres bin ich im Training schnellere Zeiten als jemals zuvor geschwommen. Zwar konnte ich nach dem Bänderriss erstmal zwei Wochen nur mit Fußfessel und nach dem Radunfall drei Wochen gar nicht schwimmen, doch die Zeiten zeigen, dass ich zumindest wieder auf dem Niveau vom Jahresbeginn angekommen bin – und das ist schnell.

Rad: 2+

Die Form auf dem Rad wurde durch die zwei Ausfälle wohl am wenigsten beeinträchtigt. Das wochenlange einarmige Training selbst war zwar oft eine Tortour, dennoch war ich nie länger als zwei Wochen komplett raus. Insb. die Wochen seit dem Trainingslager stimmen mich sehr positiv, die Power ist da. Ob ich das Kraftniveau auch in Zeitfahrposition umsetzen kann, weiß ich noch nicht genau, schließlich kann ich erst seit knapp zwei Wochen wieder vorsichtig auf dem Auflieger fahren. Aber hier spielt die Zeit für mich und spätestens zum ersten Ligawettkampf bin ich wieder vollständig an die Aeroposition gewöhnt.

Laufen: 3+

Die lange Laufpause hat mir stark zugesetzt und der Wiedereinstieg erfolgte auf einem spürbar niedrigeren Niveau. Auch wenn die Reize ab Mitte März richtig gut waren fehlen einfach ein paar Wochen Training. Durch die Pause hat auch meine Belastungsverträglichkeit gelitten und es zwickt aktuell etwas im rechten Mittelfuß (Überlastung). Wenn das bis Sonntag bleibt, wird aus meinem Start in Gelnhausen noch nichts, dann steige ich erst beim Kinzigman ein. So blöd es auch ist, im Dezember und Januar war ich wohl schneller als jetzt. Auf den 5km werde ich im Wettkampf eine Zeit um die 19 Minuten laufen können – das hätte ich gerne 20-30 Sekunden schneller gehabt. Aber die Saison ist noch lang und auch hier wird die Zeit für mich spielen.

Ein Ruhetag, der sich doppelt auszahlt

Zum Abschluss der Entlastungswoche nach dem Trainingslager habe ich nochmal einen vollständigen Ruhetag eingelegt, um wieder fit in den nächsten Block zu starten. In der Vergangenheit war das durchaus eine Seltenheit bei mir, meist bin ich an Entlastungstagen zumindest kurz schwimmen oder radeln gegangen. Vielleicht war da im Nachhinein die eine oder andere Einheit, von der ich mehr profitiert hätte, wenn ich sie weggelassen hätte. Denn nach dem Tag Pause war ich wieder richtig fit und angriffslustig und hatte drei richtig gute Trainingstage bevor der nächste Entlastungstag folgte.

Nach zwei weiteren sehr intensiven Belastungstagen nehme ich die Erfahrung jetzt mit und halte heute den nächsten Tag ohne Sport ab. Natürlich mit der Absicht, ab morgen wieder Bäume auszureißen 🙂

Der Ruhetag letzte Woche hatte einen weiteren positiven Nebeneffekt: Ich habe den halben Tag an den Rädern geschraubt und gewerkelt und außerdem am Gemüsebeet im Garten gearbeitet. Fazit: Sowohl das Rennrad als auch das Triathlonrad laufen seit langem mal wieder wie Butter und im Garten sprießen seit gestern die ersten Spinat-Pflänzchen.

Heute lädt das Wetter nun wahrlich nicht zur Gartenarbeit ein, aber auch sonst gibt es genug zu tun, sodass der Kopf morgen frei ist fürs Training. Die nächsten Intervalle können kommen!

Wichtige Reize im Trainingslager

Diesmal alles anders. Anderes Land, andere Anreise, andere Ziele und vor allem: andere Trainingsinhalte. Im letzten Frühjahr war mein Trainingslager noch eher klassisch, sowohl vom Reiseziel (Lanzarote) als auch von der Anreise (Flug) und den Kerninhalten (Grundlagenausdauer). Gründe das zu ändern gab bzw. gibt es viele. Zum einen mein Umweltbewusstsein, das mich dazu gebracht hat, die Bahn als Alternative zum Flug ausprobieren zu wollen. Damit auch zwangsläufig die Anpassung des Reiseziels ganz pragmatisch daran, wie ich mit dem Zug an einem Tag möglichst weit in den Süden komme. Und nicht zuletzt die Saisonziele und damit die Trainingsinhalte, die dieses Jahr harte Intervall-Einheiten erfordern.

Also startete unsere muntere Reisegruppe, bestehend aus Tobi, Julia, Maria, Nala, mir und drei Radkoffern, von Frankfurt mit dem TGV nach Aix en Provence. Die Zugfahrt selbst war mega entspannt, ich glaube in den Frankreich-Urlaub fahre ich ab sofort nur noch mit dem Zug. Stressig war lediglich das Einladen der Radkoffer in den Zug und später ins Taxi, die sind schließlich sehr sperrig. Aber als wir erstmal drin waren, verging die Zeit mit Spielen und Trainingsplanung auch im Zug wie im Flug 🙂

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In Aix en Provence hatten wir ein Appartement im Süden, direkt am Park – ganz zur Freude von Nala, die dort fast jeden Tag im Bach war. Die Stadt selbst zu durchfahren / durchlaufen ist Horror, da die Verkehrsführung grauenhaft ist und es überall staut. Aber meist haben wir einen der direkten Wege nach draußen genommen und uns erwarteten reihenweise Berge, die erklommen werden wollten.

Mein geprellter Ellbogen hat mich beim Radtraining leider noch stark eingeschränkt und in Aeroposition konnte ich gar nicht fahren. In den Abfahrten hatte ich dann selbst in Tobis Windschatten Schwierigkeiten dranzubleiben, aber trotzdem sind wir fast alle Einheiten zusammen gefahren – eine tolle Abwechslung zum Training in Deutschland, das ich fast ausschließlich allein absolviere.

Doch auch wenn ich bei jeder Bodenwelle einen Arm vom Lenker nehmen musste: meine wichtigsten Intervall-Einheiten konnte ich allesamt durchziehen. Auf dem Rad waren dies drei Einheiten im Sprintdistanz-Wettkampftempo. Beim Laufen habe ich meine beiden Intervall-Einheiten sogar je zweimal hinbekommen, allesamt mit ordentlich Bums in den Beinen. Die eine Einheit waren 6x1km in durchschnittlich 3:50 min/km mit 90 Sekunden Pause, wobei da bergauf welche in 4:40 und bergab auch welche in 3:20 dabei waren. Die zweite Einheit waren 3x800m, 3x400m, 2x800m und 2x400m; etwas schneller als die 1km-Intervalle, dafür aber auch je drei Minuten Pause.

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Stabi war durch den Ellbogen auf zehn Minuten am Tag beschränkt. Zusätzlich natürlich täglich umfassendes Dehnen, denn im Trainingslager hat man ja endlich mal ausgiebig Zeit dafür. Schwimmen war ich nach drei Wochen Pause immerhin zweimal, beim zweiten Mal auch selbst beim Tempotraining schmerzfrei.

An Training habe ich also alles erfüllt, was ich mir vorgenommen hatte, und fühle mich zugleich gut erholt. Mit deutlich weniger Wochenstunden aber auch deutlich härteren Einheiten war es ein ganz anderes Trainingslager als auf Lanzarote. Zum Erfolg brauche ich diese Woche jetzt die Ruhe, die Trainingsbelastung sacken zu lassen und dann ab nächster Woche die Kraft, weitere wichtige Trainingsreize in derselben Qualität zu setzen. Nicht mehr lang bis zu den ersten Wettkämpfen!