Ziele langsam runterschrauben

Nur noch ein Monat bis zum Ironman und seit dem letzten Blog-Eintrag ist wieder so viel passiert. Mit Kind komme ich leider nur noch selten dazu, mich hier mitzuteilen, weswegen ich diesen Blog trotz der weiterhin vielen interessierten Leser einstellen möchte. Ich habe mich immer über die vielen positiven Reaktionen gefreut und auch aktuell über alle, die mich darauf ansprechen, ich solle doch wieder mehr schreiben. Die Prioritäten haben sich mit der Geburt von Miriam klar verschoben und mir die Zeit für ein paar Zeilen zu nehmen, fällt mir immer schwieriger.

Bis dahin jedoch möchte ich euch weiter an meinem triathletischen Leben teilhaben lassen. Leider macht mein linker Mittelfuß weiterhin Probleme. Um unsere Chancen auf den Aufstieg zu wahren, bin ich beim Liga-Sprint in Griesheim gestartet und habe mit dem fünften Platz auch meinen Teil zu unserer ersten Podiumsplatzierung des Jahres beigetragen. Leider hat der Fuß es mir nach dem Wettkampf gerächt und schmerzt wieder. Hinter mir liegen – den Wettkampf und zwei lockere Vorbereitungsläufe davor mal ausgenommen – also mittlerweile drei Wochen ohne strukturiertes Lauftraining und eine Besserung ist nur marginal in Sicht. Inzwischen geht es nicht mehr darum, mit einer ordentlichen Laufform zum Ironman zu gelangen, sondern ob ich überhaupt in der Lage sein werde, 42 Kilometer zu laufen.

Dritter Platz in Griesheim mit dem Tria-Team. Wir beklatschen unsere Lieblingskonkurrenten aus Oberurff, die hinter Darmstadt auf Rang zwei landeten und damit in der Tabelle knapp vor uns liegen.

Einer der lockeren Läufe vor Griesheim war ein besonders interessanter: Ich habe an einer Studie der Uniklinik Frankfurt teilgenommen, die bei ambitionierten Triathleten untersucht, ob zwischen einem „normalen“ Lauf und einem Koppellauf Unterschiede im Laufstil festzustellen sind.

In diesem Anzug durfte ich zunächst einen Lauf ohne Vorermüdung absolvieren und dann eine Koppeleinheit. Dabei wurden mit Sensoren an allen Gelenken die Bewegungen in den einzelnen Gelenken gemessen und verglichen. Sehr große Unterschiede zwischen beiden Läufen gab es nicht, aber die Erkenntnisse waren dennoch sehr interessant. Ich knicke in der Stützphase mit der Hüfte ein, was auf eine Schwäche der Abduktoren hindeutet. Außerdem überkreuzen meine Füße sehr stark, was meinen Laufstil ja schon lange charakterisiert: auf dem Foto oben ist gut zu sehen wie der Fuß in der Schwungphase nach innen rotiert.

 

Für den Ironman bringt das nichts mehr, aber für die Zeit danach. Aktuell ist mein Training ohnehin gezwungenermaßen wieder fast ausschließlich Radtraining. Da läuft es richtig gut, schwimmen wird auch endlich wieder. Ich werde also schnell in der zweiten Wechselzone sein. Ob ich dann das Ziel erreiche, entscheidet der Fuß.

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