zwischen 99 und 101%

Ehrgeizige Ziele bringen im Leistungssport immer ein gewisses Risiko mit sich. Ich bewege mich in diesem Jahr ständig auf einem schmalen Grat zwischen bestmöglicher Entwicklung und zu viel des Guten. Letzte Woche habe ich Schmerzen im Mittelfuß bekommen, den Lauf dann aber glücklicherweise direkt abgebrochen und damit Schlimmeres verhindert. Durch die dadurch entstandene Pause habe ich erst realisiert, wie hoch die Grundermüdung nach mittlerweile zwölf Wochen mit einem Schnitt von über 20 Wochenstunden Training ist/war und dem Körper dann erstmal das gegeben, wonach er verlangt hat: Ruhe.

Vier Tage hat es gedauert, bis ich mich wieder angriffsbereit gefühlt habe. Dem Fuß habe ich noch ein paar Tage mehr gegönnt, sodass ich inzwischen nichts mehr merke und zugleich auf dem Rad ordentlich Power spüre. Vielleicht sogar mehr als zuvor? Als hätte ich den Körper für ein paar nötige Updates kurz herunterfahren müssen.

Radtraining mit Alex (l.) und Michael (Fotograf 🙂 )

Ich bin zuversichtlich, dass es mit der einen Woche Laufpause getan ist und sich da nichts entwickelt. Unabhängig davon bin ich mit dem aktuellen Trainingsstand zufrieden. Im Februar und März hatte ich viele Urlaubstage und konnte damit jede Woche 2-3 lange Fettstoffwechsel-Einheiten machen. Wofür die meisten ins Trainingslager reisen (müssen) konnte ich also in den heimischen Gefilden durchziehen. Das Training des Fettstoffwechsels, der wohl wichtigste Faktor in der Langdistanz-Vorbereitung, scheint jetzt soweit ausgereizt zu sein, selbst 4- bis 5-stündige Radeinheiten gehen in der letzten Stunde genauso leicht von der Hand wie in der ersten. Auch die maximale Sauerstoffaufnahme sollte gut entwickelt sein, denn alle entsprechenden Trainingsreize konnte ich gut und regelmäßig durchziehen.

Das Herunterfahren und Neustarten kam quasi zeitgleich zum größten Umbruch im Verlauf des Trainingsjahres – denn in den noch verbleibenden elf Wochen bis zum Ironman verschieben sich die Trainingsinhalte. Die langen, lockeren Einheiten werden seltener und dienen lediglich dem Erhalt des guten Fettstoffwechsels. Auch das hochintensive Training reduziere ich ab jetzt, wenngleich auch dies weiter in einem Mindestmaß erhalten bleibt. Vermehrt kommt jetzt Langdistanz-Wettkampftempo ins Spiel, um hier eine Ökonomisierung zu erreichen und den Bewegungsapparat an dieses Tempo zu gewöhnen. Hinzu kommen Einheiten zur Verringerung der Laktatbildungsrate, ein für mich bislang nicht strukturiert genutzter Trainingsreiz. Ich bin sehr gespannt, wie das anschlägt.

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