Immer noch verletzt

Die Saisonpause ist längst vorbei, doch an einen normalen Trainingsrhythmus ist leider noch nicht zu denken. Der Mittelfuß macht nach wie vor Probleme. Freitag steht endlich ein Termin beim Orthopäden an, der mir vermutlich die Diagnose Ermüdungsbruch ausstellen wird. Seit sechs Wochen bin ich nicht gelaufen, auch das Radfahren habe ich inzwischen komplett eingestellt und kompensiere das mehr schlecht als recht mit Schwimmen, Aquajogging und Krafttraining.

Im Herbsttraining steht eigentlich der Spaß im Vordergrund, insbesondere bei so tollem Wetter wie jetzt. Vielseitiges, zwangloses Bewegen, Mountainbiking, Klettern & Co., um eine Grundfitness aufzubauen oder zu erhalten. Leider kann ich den verlängerten Sommer nicht auskosten. Schwimmen macht richtig Spaß, aber nur damit kann ich mich selbst mit 15-20 km pro Woche nicht genug belasten, ohne abends im Bett zu liegen und aufgrund eines Bewegungsdrangs nicht einschlafen zu können. Selbst mit zusätzlichem Aquajogging und Krafttraining fällt das häufig schwer, insbesondere meine Beine sind einfach mehr Bewegung gewohnt.

Auch an der Motivation kratzt das Ganze sehr. Schon von Kleinigkeiten, wie zu vielen Brustschwimmern auf der Schwimmbahn, lasse ich mich runterziehen und bin oft kurz davor das Training hinzuschmeißen. Eigentlich bin ich jemand, der sich sehr selten zum Training motivieren muss, aber momentan ist es häufig ein großer Krampf.

Auch wenn es noch sehr lange hin ist, mache ich mir Sorgen um meinen zweiten Langdistanz-Start. Mein Ziel ist insb. auf der Laufstrecke 15 Minuten schneller zu werden und damit dann im Idealfall die WM-Qualifikation. Natürlich ist jetzt noch nichts entschieden und wenn der Fuß in vier Wochen auskuriert ist, ist noch mehr als genug Zeit für eine Top-Vorbereitung. Dennoch lassen sich die negativen Gedanken im Kopf nicht ausblenden.

Glücklicherweise wartet im Dezember eine viel größere Herausforderung auf mich, die mit all dem nichts zu tun hat, und gewiss viele Überraschungen bereithalten wird. Ob es als Papa dann überhaupt noch einen TrainingsPLAN gibt, oder nur noch Training, wer weiß. Aber die Gewissheit, dass der Ironman im nächsten Jahr ohnehin nicht die erste Priorität hat, hilft mir in der aktuellen Situation, das ganze Verletzungschaos durchzustehen.

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