Sport und Umweltbewusstsein

In diesem Tagen beginnen viele endlich nachzudenken, ob das mit dem Klimawandel doch keine Erfindung irgendwelcher Apokalyptiker sei, und uns die trockene Hitze gepaart mit heftigen Unwettern in den nächsten Jahren häufiger begegnen könnte. Das ist gut und längst überfällig, hilft aber im ersten Schritt wenig weiter. Weiterhelfen wird nur eine grundlegende Verhaltensänderung jedes Einzelnen im täglichen Leben und Umgang mit den Ressourcen dieser Welt. Oft heißt das, mit jahrelangen Gewohnheiten zu brechen, was dem Mensch als Gewohnheitstier grundsätzlich schwer fällt. Ich hinterfrage mein Konsumverhalten in den letzten Jahren immer stärker und möchte diese Plattform nutzen, um euch darzulegen, was ich in meinem Alltag und auch im Sport seitdem geändert habe.

Angefangen habe ich damit, das Autofahren auf das Allernötigste zu reduzieren. 2013 habe ich versucht, mehr Kilometer auf dem Rad als im Auto zu verbringen. Ich bin zwar knapp gescheitert, weil ich auf der Arbeit keine Chance (oder keinen Mumm) hatte, nein zu sagen. Mein Verständnis und auch meine Bereitschaft dafür, mal einen längeren und unkomfortableren Weg auf mich zu nehmen, sind dadurch deutlich gestiegen und seitdem hätte ich dieses Ziel in jedem der fünf Jahre locker erreicht.

Meine Wettkampfwahl richtet sich inzwischen danach, was einfach zu erreichen ist, nur auf die Liga-Wettkämpfe habe ich leider keinen Einfluss. Mit dem Auto zum Training zu fahren ist für mich ein absolutes No-Go. In die letzten beiden Trainingslager bin ich mit dem Zug gereist und werde das, wann immer praktikabel, wiederholen.

Ein weiterer großer Punkt ist das Einkaufen. Wir haben leider nach wie vor keinen Bioladen in Erlensee, aber in Offenbach liegt ein Alnatura auf meinem Heimweg, wo ich mir oft den Rucksack fülle. Doch selbst im Supermarkt kann man mit Augenmerk sich und seiner Umwelt Gutes tun: Warum muss Obst und Gemüse in Plastik gepackt werden?! Alles, was irgendwie unverpackt erhältlich ist, kaufe ich nur so. Auch wenn das oft heißt, dass ich in zwei weitere Läden gehen muss.

Über das Essen hinaus gibt es weitere Stellschrauben, an denen man einfach drehen kann. Bei Alltagskleidung kommt nur noch Bio-Qualität in Frage, wobei noch besser als Gutes kaufen gar nichts kaufen ist – und da mein Kleiderschrank voll ist, brauche ich derzeit nichts. Spülmittel, Allzweckreiniger, Entkalkungstabletten und andere Dinge, die im handelsüblichen Format mit Chemie vollgepumpt sind, kann man total easy selbst herstellen, einfach mal im Internet stöbern. Dem Ökosystem ist damit ein riesiger Gefallen getan.

Umweltbewusster zu werden kostet Überwindung, gesunden Menschenverstand und vor allem tiefe innere Überzeugung. Für Umweltschutz kriegst du keine Plakette, keine Anerkennung, kein Danke, wirst belächelt und ausgelacht. In diesem Fall erfüllt es mich mit Stolz, Außenseiter zu sein.

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