Die Krux mit dem eigenen Anspruch

Letztes Jahr sind wir durch die 3. Hessenliga marschiert, ohne es in der Form erwartet zu haben. Unser Ziel und auch Anspruch war und ist es, das dieses Jahr in der 2. Hessenliga zu wiederholen. Dass Siegen trotz unseres starken Teams aber nicht selbstverständlich ist, haben wir gestern in Darmstadt erfahren müssen.

Mit riesigem Team am Start. Glückwunsch an unsere Damen zum sensationellen Gesamtsieg!!

Der Woogsprint ist zugegebenermaßen alles andere als auf unser Team zugeschnitten. Ein brettflacher, schneller Radkurs gepaart mit einer kräftezehrenden Wendepunktstrecke beim Laufen spielt uns als starken Radfahrern und schlechten Läufern nicht in die Karten.

Bei mir lief am Anfang alles nach Plan. Zwar war ein Athlet, der beim MTV Kronberg aus der ersten Mannschaft aushalf, weit vorne weg und blieb im gesamten Rennverlauf außer Konkurrenz. Dahinter aber stieg ich in der Spitzengruppe aus dem Wasser, Markus direkt hinter mir. In der Wechselzone verpasste Markus dann leider knapp den Anschluss und so war ich diesmal der einzige Bruchköbeler ganz vorne.

Auf dem Rad gab es dann nicht wirklich viele Verschiebungen. Zwar konnten Freddy, Benny und Raffa allesamt ein bisschen Boden gut machen. Aber wirklich große Unterschiede taten sich hier nicht auf und im Prinzip fuhren alle 48 Starter ein ähnliches Tempo. Raffa hatte dann noch bei einem Überholvorgang Pech und erhielt eine gelbe Karte.

Die Laufstrecke mit insgesamt sechs Wendepunkten nahm ich dann an Position fünf in Angriff. Es fühlte sich total hart an, über 4:00 min/km kam ich irgendwie trotzdem nicht hinaus. Der Sieger aus Fritzlar zog erneut an mir vorbei, ansonsten hielt ich meine Position bis zum Ziel. Während Freddy einen starken Lauf zeigte und fast zeitgleich mit Markus an Position 10 und 11 ins Ziel kam, wurde Raffa nachträglich disqualifiziert, weil er seine Zeitstrafe zwar im Ziel beim Kampfrichter meldete, diese aber bereits nach dem Radfahren hätte absitzen müssen. Glücklicherweise lieferte Benny eine starke Leistung ab und kam als 15. ins Ziel und in die Wertung.

Als die Ergebnislisten dann aushingen, mussten wir erstmal rechnen: Spiridon, Vierheim, Oberurff, heute allesamt weit hinter uns. Aber: Die Kronberger waren dank des eingesprungenen Nachwuchstalents knapp vor uns und sicherten sich den Tagessieg. Zwar haben wir die Tabellenführung mit dem zweiten Platz deutlich ausbauen können, dennoch war die Stimmung irgendwie gedrückt – vielleicht auch durch Raffas Pechstag.

Das macht deutlich, wie mit dem Erfolg auch der eigene Anspruch gestiegen ist. Wir sind allesamt sehr ehrgeizig und genau das hat uns sicherlich auch so stark gemacht. Auch wenn Markus uns am Edersee in zwei Wochen durch die Ironman-Teilnahme in Nizza fehlen wird, blicken wir sehr optimistisch auf das Rennen. Die bergige Radstrecke ist wie für uns gemacht und das Ziel wird dort wie selbstverständlich erneut sein: der Tagessieg.

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