Meine Ironman-Saison: Was bleibt, und was besser nicht?

Wenn ich in diesem Jahr nur meine Wettkämpfe betrachte, bleibt wenig auszusetzen: Bei den wichtigen Rennen war ich sehr gut in Form und habe meine Leistung abgerufen. Insb. in Frankfurt hat das Punkt-genau gepasst, was zum Beispiel die Schwimmleistung zeigt, die deutlich über dem war, was ich dieses Jahr sonst so gezeigt habe. Bei den kurzen Wettkämpfen war ich zumindest nicht schlechter als die Jahre zuvor. Mehr war beim Trainingsschwerpunkt Langdistanz nicht zu erwarten.

Was mich besonders freut – und das vergisst man in guten Tagen viel zu schnell – ist, dass ich komplett ohne Sturz oder Unfall durch die Saison gekommen bin. Ich bin im Straßenverkehr inzwischen extrem vorsichtig und rechne quasi immer damit, dass mir die Vorfahrt genommen wird. Wenn ich dadurch sturzfrei bleibe, verzichte ich gerne auf das letzte Prozent. Auch krank war ich höchstens mal ein paar Tage und verletzt nie wirklich schlimm – obwohl ich quasi durchgehend auf einem schmalen Grat zwischen optimaler Trainingsauslastung und Übertraining gewandert bin. Das viele Kraft- und Koordinationstraining bringt langfristig halt doch einiges. Ich denke, gerade dieser Konstanz in der Vorbereitung habe ich die guten Wettkämpfe zu verdanken.

Verbesserungspotenzial im Training sehe ich dennoch zu genüge. Beim Schwimmen zeigt sich eine große Diskrepanz zwischen Trainingseinsatz und Output: In den letzten zwölf Monaten bin ich 500 Kilometer geschwommen und habe meine Form dadurch nicht steigern können. Ich stagniere hier im Prinzip seit 2013/2014 auf einem Niveau. Das wäre grundsätzlich auch okay, nicht jedoch bei dem, was ich da immer noch reinstecke. Bei kurzen Intervallen bin ich gar langsamer geworden. 15×100 Meter bin ich im letzten Jahr noch in 1:17-1:19 Minuten mit 1:35er Abgang geschwommen. Jetzt war ich eigentlich immer etwa bei 1:20 Minuten.

Auf dem Rad sieht es ähnlich aus. Knapp 11.000 Kilometer haben zwar dazu geführt, dass ich knappe fünf Stunden problemlos einen Schnitt über 36 km/h fahren konnte. Auf den Unterdistanzen, selbst auf der Mitteldistanz, hat mich das jedoch kein bisschen voran gebracht und ich werde mir die Spritzigkeit für die kommende Kurzdistanz-Saison neu erarbeiten müssen.

Nur beim Laufen konnte ich, insb. auch durch das harte Bahntraining beim SSC Rodenbach bis Februar, auf allen Distanzen einen großen Schritt machen. Die 5 Kilometer laufe ich auf der Sprintdistanz inzwischen immer um die 19:30 Minuten, die Solo-Bestzeit über 10 Kilometer konnte ich auf 38:15 Minuten verbessern. An dieser Stelle Danke an Sascha, der als Trainer einen großartigen Job macht!

Insgesamt bleibt festzuhalten, dass das Langdistanztraining für andere Distanzen wenig hilfreich ist und ich, wenn ich mich langfristig (auch auf der Langdistanz) verbessern will, wieder mehr „echtes“ Tempotraining brauche. Diesen Winter fand ich es großartig, einmal die Woche von der Arbeit heimzulaufen. Aktuell hätte ich auf einen 30er einfach keine Lust und habe viel mehr Spaß an kurzen Einheiten, die ordentlich knallen.

Um meine Tembobarriere zu überwinden, verzichte ich zunächst für ein paar Wochen vollständig auf Schwimmtraining. Beim Wiedereinstieg will ich das Schwimmen weniger langsame Einheiten schwimmen und mich stärker fokussieren: Gezielte Technikblöcke, Sprint- und Krafttraining. Das Lauftraining habe ich dieses Jahr insgesamt gut vertragen, insgesamt sind ganze 2700 Kilometer zusammengekommen. Aber ich glaube, um das Tempotraining wieder hochzufahren, muss ich auch hier reduzieren. Ziel sind pro Woche zwei Einheiten mit Intervallen und Sprüngen, entweder am Berg, im Gelände oder auf der Bahn. Zusätzlich dann bestenfalls nur ein Lauf, der aber auch nicht zu locker sein sollte, um eine gute Lauftechnik beizubehalten. Damit fange ich natürlich nicht von heute auf morgen an.

Das Grundlagentraining will ich währenddessen komplett aufs Rad verlagern und hier erst im Frühjahr ins harte Intervalltraining einsteigen. Das ist sozusagen das notwendige Übel, wenn ich beim Laufen und Schwimmen weiter voran kommen will – und spart mir zudem zahlreiche nervige Zugfahrten zur Arbeit. Im Frühjahr will ich mehr zusammen mit den Jungs aus der Liga-Mannschaft trainieren. Da komme ich weiter aus der Komfortzone raus, als ich es alleine schaffe.

Gespannt bin ich nun auf die Liga-Termine, die auf dem morgigen HTV-Veranstaltertag festgelegt werden. Denn danach wird sich mein Wettkampfplan für das nächste Jahr richten.

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