Hessenmeister

Nach sieben Jahren auf der Mitteldistanz kommt dieses Jahr die erste Langdistanz – und schwupp, klappt’s auf der Mitteldistanz. Mein vierter Start beim Moret Triathlon sollte nicht nur eine mutmachende Generalprobe für den Ironman Frankfurt werden, sondern auch meine bislang beste Leistung auf der Halbdistanz…
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Los ging’s im über 25 Grad warmen See ohne Neo. Nachdem es die ganze Nacht geregnet hatte, zeigte der Himmel pünktlich zum Start Erbarmen mit uns und verschonte uns gar den gesamten Tag. Der Schwimmauftakt lief besser als erwartet, mit einer Minute Rückstand kam ich als Dritter aus dem Wasser und verließ auch die Wechselzone an dieser Position. Auf der neuen Strecke kommt man recht schnell zum ersten Wendepunkt und kann dort perfekt die Abstände nach vorne und hinten checken. Während der Erste sich bereits von allen anderen absetze und der Zweite bald durch einen platten Reifen weit zurück geworfen wurde, waren dahinter fünf Athleten sehr nah beieinander – mit mir in der Mitte und nicht mal einer Minute hinter mir Raffa.

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Während ich die erste Runde bewusst „nur“ im Langdistanz-Tempo gefahren bin, kam Raffa von hinten immer näher. Tobis tägliche Strava-News im Trainingslager „Dieser Raffa ballert wie ein Verrückter“ waren offenkundig keine Fake News, sondern der Junge kann einfach Radfahren 😉 Bei Kilometer 40 überholte – oder besser gesagt überrollte – er mich dann und ich sah keine Chance da dran zu bleiben. Für mich ging es für die nächsten 53 Kilometer dann an Position fünf weiter, der Rückstand auf Raffa stieg bis in die T2 auf knapp vier Minuten. Die unrhythmische Strecke mit dem ständigen Auf und Ab, Bremsen und Beschleunigen, fiel mir sehr schwer, aber klar: Für Frankfurt habe ich etwas anderes trainiert.
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Und dann kam der wohl schönste Moment des Tages: Der Beginn des Laufens. Im Training hat sich das dieses Jahr bislang immer super angefühlt, auch nach langen und intensiven Radeinheiten ging ein Tempo um die 4:10 – 4:30 min/km locker aus der Hüfte. Das war die letzten Jahre zwar auch schon häufiger so, zum ersten Mal hatte ich dieses gleiche Gefühl nun aber auch im Wettkampf.
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An Position fünf liegend lief ich die ersten zehn Kilometer in 42:30 Minuten und immer mit Blick nach vorne. Gegen Raffa war heute absolut kein Gras gewachsen, auch wenn der Abstand etwas kleiner wurde. Ich dachte: Einer bricht immer ein – und wenn das passiert, bin ich da.
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Er jedoch definitiv nicht. Raffa lief nach 4:49 Stunden nicht nur als Gesamt-Dritter, sondern auch als neuer Hessenmeister aller Altersklassen über die Ziellinie – Gratulation, absolut verdient!

Auch hinter ihm zeigte keiner der Läufer mehr eine Schwäche, im Endeffekt macht’s ja für meine Leistung auch keinen Unterschied. Drei Minuten nach Raffa schloss ich meinen Halbmarathon in 1:32 Stunden ab und wurde nach zwei dritten Plätzen in den letzten Jahren zum ersten Mal Hessenmeister in meiner Altersklasse und bin damit überglücklich!
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Den Vergleich gestern hat Raffa klar für sich entschieden, aber ich werde in diesem Jahr noch einige Möglichkeiten auf Revanche bekommen – Liga, Vereinsmeisterschaft und natürlich (und hier wird abgerechnet) der Ironman, bei dem auch Raffa startet. Die Form passt bei uns beiden und ich bin mega happy, endlich wieder vereinsinterne Konkurrenz zu haben! :)

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Und Raffa und ich sind nicht die einzigen neuen Hessenmeister vom Tria-Team. Auch Julia hat bei ihrer ersten Mitteldistanz direkt die Altersklasse gewonnen. Da hat sich das Trainingslager auf Lanzarote doch ausgezahlt – Glückwunsch zum klasse Debut!
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Kräftig angefeuert und angebellt haben mich natürlich Maria und Nala, Robert und Mama, das Tria-Team und das OPTIMUM-Team. Und von OPTIMUM gab’s neben den vielen Fotos (Danke Volker!) auch noch eine neue Brille, die ich dann beim Ironman tragen werde, eine Rudy Project Tralyx SP 39. Cool! 😀
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Nala war sehr stolz auf Herrchen und hat die Meisterschafts-Medaille stolz nach Hause getragen 😀 Ich freue mich jetzt auf ein bisschen Regeneration, die letzten harten Trainingstage vor Frankfurt und dann auf ein geiles Rennen!

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