Erlanger Triathlon: Oberschenkel wie Backsteine

Meine Mitteldistanz-Wettkämpfe waren bislang immer die Saisonhöhepunkte. Dieses Jahr jedoch war das große Highlight aber natürlich die Hochzeit und der Erlanger Triathlon rückte somit in den Hintergrund. Wie ihr euch vorstellen könnt, habe ich vor der Hochzeit und anschließend in Paris eher wenig trainiert und auch eher wenig geschlafen. Irgendwie kriege ich den Wettkampf dennoch hin, dachte ich. Wir beide freuten uns schließlich darauf, den Wettkampf in Erlangen mit einem Besuch bei meiner Oma zu verbinden. Mein einziges Ziel war also (endlich mal) einen ordentlichen Lauf hinzulegen und mich beim Schwimmen und Radeln extrem zurückzuhalten.

Die Schwimmstrecke im Main-Donau-Kanal bewältigte ich also nahezu mit Abschlagschwimmen, wie man im Video, das Maria von der Brücke aus gedreht hat, schön sehen kann. Nur bei meiner ersten Mitteldistanz überhaupt war ich noch langsamer, allerdings war die Strecke auch 2,1 Kilometer lang.

Während Maria im Anschluss vergeblich versuchte, etwas Schlaf nachzuholen, schlich ich mit angezogener Handbremse über die Radstrecke. Leider machte sich zunehmend mein linkes Knie bemerkbar, sodass sich jeglicher Gedanke daran, doch mal langsam auf Wettkampfmodus zu schalten, schnell zerschlug. Denn eigentlich fühlte ich mich trotz der durchgemachten Nacht ganz gut. Den flachen 80km-Kurs beendete ich in 2:12 Stunden mit der 39.besten Split-Zeit – eigentlich indiskutabel, aber für heute genau nach Plan.

Und der ging auf. Das Laufen fühlte sich von Anfang an gut an und der Rhythmus blieb auch bis zum Ende erhalten. Die Knieschmerzen wurden nicht stärker und ich konnte endlich mal in einer Mitteldistanz eine gute Laufleistung abrufen. Genau 1:30 Stunden benötigte ich für die gut 20 Kilometer, auf der neben vielen Flachpassagen auch ein paar Treppen und eine Brücke viermal zu überqueren waren.  Als 29. erreichte ich nach 4:16 Stunden zufrieden das Ziel.

Erlangen Lauf

Leider nahmen die Knieschmerzen danach rapide zu, insbesondere ab der Rückfahrt mit dem Auto waren sie kaum auszuhalten. Das kannte ich schon von der Kraichgau-Vorbereitung letztes Jahr, wo eine Oberschenkelverhärtung mich drei Wochen vorm Wettkampf komplett aus der Bahn warf. Seitdem mache ich nun Pause und massiere und knete am Oberschenkel rum. Ich kann fühlen, wie die Spannung abnimmt, aber es wird noch einige Zeit dauern, bis da wieder alles in Ordnung ist.

Das zeigt mir einmal mehr, wie wichtig die Grundlagen sind – und dass meine aktuell nicht mehr ausreichen. Zu lang war die Pause und dann zu hart der Wiedereinstieg mit dem Wettkampf. Ich kann zwar noch pointiert Leistung bringen, aber mich von der Belastung nicht mehr ordentlich erholen. Jetzt muss ich mir etwas Ruhe gönnen und dann mit einem soliden Formaufbau inkl. Verletzungsprophylaxe beginnen. Ob ich die zwei noch geplanten Wettkämpfe in Hanau und Rodgau mitmachen kann/werde, weiß ich noch nicht. Jedenfalls definitiv ohne große Ambitionen. Lieber verschreibe ich mir eine längere, solide Vorbereitung auf Frankfurt 2017 – und investiere jetzt mehr Zeit in die wirklich wichtigen Dinge des Lebens 🙂

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