Puzzlen

Sommersportler werden im Winter gemacht – Das muss man sich im Winter des Öfteren einreden, um die vielen Einheiten bei schlechtem Wetter nicht in Frage zu stellen. Dennoch zeigt sich mir dieses Jahr so stark wie noch nie, dass das nur die halbe Wahrheit ist. Ich würde es eher so umschreiben: Im Winter holt man sich all die Teile, die man braucht um einen Sommersportler zu bauen. Diese im Sommer zu besorgen würde nicht reichen, da man noch Zeit braucht, diese zusammenzufügen. Wer die Schrauben jetzt nicht fest genug oder zu stark anzieht, steht halbfertig oder gar als Trümmerhaufen an der Startlinie. Wer aber die richtige Härte trifft, setzt das Puzzle richtig zusammen und alle Teile greifen ineinander.

Der Trainingsplan ist dann sozusagen der Drehmomentschlüssel. Bislang habe ich diesen zumeist richtig eingestellt. Ab und zu fühle ich mich zwischen den vielen intensiven Einheiten mal müde, aber es hat nie eine Schraube gedroht zu brechen. In den Einheiten selbst schaffe ich es dann die gewünschte Intensität anzuschlagen und muss nur selten eine halb festgezurrte Schraube zurücklassen.

Nun merke ich von Tag zu Tag, wie immer mehr Schrauben fixiert sind, auch wenn ich den Händen die anstrengende Arbeit noch ansehe. Zum Kinzigtal-Triathlon ging’s noch direkt aus der Werkstatt, am Sonntag beim Kinzigman soll der aktuelle Stand nun etwas genauer betrachtet werden, um das Gesamtsystem auf Schwachstellen zu überprüfen. Die Werkstatt wurde sozusagen heute geschlossen und macht erst Sonntagmorgen wieder auf 🙂

Besonders deutlich merke ich die Fortschritte beim Schwimmen. Im Winter habe ich weniger gemacht als in den vergangenen Jahren, weil ich oft schon im Februar / März in Frühform war und mich zum Sommer nicht mehr steigern konnte. Seit dem Trainingslager auf Lanzarote, also in den letzten zehn Wochen vor Moret habe ich die Trainingshäufigkeit und die Intensitäten stark angezogen, schwimme etwa sechsmal die Woche, 2- bis 3-mal davon in oder über Wettkampftempo. Ich würde behaupten, jetzt schon auf einem anderen Level zu sein, als noch vor zwei Wochen in Gelnhausen.

Am Sonntag soll sich das bestenfalls schon auszahlen und ich werde versuchen im Wasser an Tom Weber dranzubleiben, der mit Sicherheit als Erster aus dem Wasser steigen wird. Das wäre eine sehr gute Ausgangssituation um auf dem Rad richtig Gas zu geben und die Konkurrenz früh unter Druck zu setzen. Zwar ist an einen Sieg ähnlich wie in Gelnhausen nicht zu denken, aber wenn es weiter nach vorne geht (8. Platz), wäre das eine gelungene Generalprobe. In jedem Fall wird die „Inspektion“ Aufschluss darüber geben, ob das Puzzle schon ein Gesamtbild erahnen lässt.

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