Bike-Fitting bei der Velozeit

Die letzten zwei Wochen lief’s leider gar nicht gut. Das Trainingslager hat mir wohl doch mehr zugesetzt, als ich vermutet hatte und so kamen Sprunggelenksschmerzen beim Laufen und Knieprobleme beim Radfahren. Das ist natürlich auch der hohen Gesamtbelastung geschuldet, aber sicherlich nicht ausschließlich. Höchste Zeit an einer weiteren Stellschraube der Leistung zu drehen – am Bike-Fitting. Dafür ging es heute durch die Empfehlung eines Kollegen nach Hanau zur Velozeit zur Radbiometrie mit allem drum und dran.

Auf der Hinfahrt das gleiche Bild, wie bei der letzten Ausfahrt. Sobald ich auf die Auflieger gehe fangen die Knieschmerzen im linken Knie an :(. Na gut, sollte ja keine Leistungsdiagnostik werden, sondern eine Radanpassung an meinen Körper.

Bevor ich aufs Rad durfte ging ich mit Dirk – selbst begnadeter Radfahrer – eine Liste an Punkten durch, die für die Biometrie entscheidend sind. Das umfasste anfangs Dinge wie bekannte Defizite, aktuelle und vergangene Schmerzen und natürlich meine Ziele. Anschließend wurde es praktischer und wir führten einige Beweglichkeitstests sowie einen Fußgewölbeabdruck durch. Ich scheine im Training schonmal einiges richtig zu machen. Keine Fehlstellungen oder Muskelverkürzungen, eine großteils überdurchschnittliche Beweglichkeit und auch normal gewölbte Füße. Einziges Makel war eine Beinlängendifferenz von einem halben Zentimeter, was aber auch voll im Normbereich ist. Für das Fußgewölbe habe ich nach dem Fitting mal Carbon-Einlagen ausprobiert, damit die gesamte Fußsohle Kraft überträgt. Ein ungewohntes Gefühl, den ganzen Fuß auf der Sohle zu spüren, aber kann durchaus noch was bringen.

Nun wurde mein Rad vermessen und ich durfte ein wenig treten. Dirk fiel dann direkt auf, dass mein Kniewinkel zu klein ist. Die Messwerte hab ich nicht mehr im Kopf, aber das Winkelmaß bestätigte seine Einschätzung und wir gingen mit dem Sattel ein Stück nach oben. Wieder treten. Wieder messen. Wieder hoch. Treten. Messen. Hoch. In kleinen Schritten hoben wir den Sattel insg. um fast zwei Zentimeter an, was verdammt viel ist. Das tolle daran: Vorher hatte ich ab der ersten Umdrehung direkt Knieschmerzen, wenn ich in die Aero-Position ging. Jetzt überhaupt nicht mehr! Ich war echt verblüfft, dass selbst der akute Schmerz dadurch weg ging! Hoffentlich bleibt das so.

Anschließend stellten wir den Lenker noch maximal hoch, die Überhöhung von 16,5cm ist aber dennoch krass. Die nächsten Einheiten werden zeigen, ob meine Lendenwirbelsäule damit zurecht kommt oder ich einen anderen Vorbau brauche. Obwohl ein anderer Vorbau vermutlich Sinn macht wurde hier zu keiner Zeit versucht mir etwas aufzuschwatzen. Das hab ich bei anderen Bike-Fittern auch schon anders gehört.

Mein Fazit:

Dirk hat sich viel Zeit genommen um mir alles zu erklären, auch wie ich die Position über die Saison noch anpassen kann. Videos von der Position eingangs und ausgangs hat er auch gemacht, die sind nur leider zu groß um sie hier hochzuladen, sorry 🙁 Ob die Kraftübertragung und die Aerodynamik nun besser sind, lässt sich natürlich salopp schwer sagen, aber allein die Tatsache, dass ich mit der neuen Position weniger Schmerzen habe, waren die 100€ wert! Schließlich bringt Training immer noch am meisten Form und das geht jetzt hoffentlich bald wieder 😉 Jetzt werd ich versuchen mich selbst zu zügeln und langsam an die neue Position zu gewöhnen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.