Helmumlackierung: Die Arbeit hat sich gelohnt!

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Aus Alt mach Neu – ich habe das Osterwochenende genutzt um mich einem Projekt zu widmen, dass ich schon eine gefühlte Ewigkeit plane, bislang aber an der schwierigen Umsetzung scheiterte. Nach dem neuen Wettkampfoutfit letztes Jahr plane ich schon lange mein Wettkampfmaterial dem Corporate Design von OPTIMUM anzupassen. Doch mit Lack kaufen und einfach drübersprayen ist das leider nicht getan. Helm-Lackierung-Für-Dummies-Videos findet man im Netz leider auch nicht. Also habe ich viel recherchiert, gelesen und vor allem gezweifelt. Eine eindeutige Abfolge der Arbeitsschritte gibt es kaum. In diesem Blog-Eintrag seht ihr nun die Schrittfolge für die ich mich entschieden hab und was dabei rausgekommen ist :)

Ihr merkt schon, mit diesem Artikel will ich mich nicht nur der Darstellung des Ergebnisses für meine Freunde und andere Interessierte widmen, sondern auch potentiellen Nachahmern. Ich hoffe ich kann hier einige Tipps aus meiner Erfahrung weitergeben und euch auch die „Angst“ davor, dass etwas schief geht, nehmen. Wer also den Ablauf nicht so genau zu wissen braucht, kann den ein oder anderen Satz überspringen und sich dennoch denke ich an den Bildern erfreuen! :)

Skizze vom Helm

Am Anfang stand natürlich eine Skizze, die ich anhand meines jetzigen Helms gezeichnet habe. So oder so ähnlich sollte das am Ende mal aussehen, plus Schriftzug. Nach dem Anfertigen der Skizze vergingen erstmal einige Monate mit der Suche nach entsprechendem Material: möglichst ein Acryllack auf Wasserbasis, der für Kunststoffe, sowie Metall geeignet ist, in dem von mir benötigten Blau-Ton verfügbar ist, Schweiß, Regen und Hitze aushält und außerdem von der gleichen Marke wie Grundierung und Klarlack. Achja und natürlich als Spray, nicht als Farbtopf. Ihr könnt euch schon denken, dass ich das so nicht alles gefunden habe. Es wurde dann ein kunststofftauglicher Acryllack auf was für einer Basis auch immer. Die anderen Materialien waren aber von anderen Marken und somit hatte ich doch etwas Angst bzgl. der Verträglichkeit…

Grundierter Helm

Und los geht’s: Bevor ich angefangen habe am Helm irgendwas zu machen habe ich erstmal den Innenraum, die Belüftungsschächte und alle Ränder so sauber wie möglich abgeklebt (Mit Kreppband und Zewa), was allein schon ein paar Stunden gedauert hat. Einerseits um einen sauberen Farbübergang zu haben, andererseits um den Innenraum vor giftigen Dämpfen zu schützen – wer weiß, wie das Material reagiert! Danach also Bell- Aufkleber ab und den alten Lack abschleifen. Hier wurde mir ein Nassschleifpapier mit 400er Körnung empfohlen. Damit kann man nichts kaputt machen, dafür dauert’s aber ewig. Anschließend kann der Helm dann grundiert werden, um eine gute Haftbarkeit für die folgenden Farbschichten zu schaffen.

Weiße Lackierung mit Abklebung

Diese Grundierung habe ich am nächsten Tag dann wiederum leicht angeschliffen, damit die erste Farbschicht gut drauf bleibt. Hier reicht aber wirklich ein „anschleifen“, wohingegen ich vorher wirklich versucht habe so viel von der alten Lackschicht wie möglich runter zu kratzen – der Helm soll ja nicht 100g schwerer werden 😉

Dann folgte die erste Farbschicht. Ich fing mit Weiß an, da ich hier aufgrund der Schriftzüge am Feinsten abkleben musste. Hier fiel es mir schon schwer, die Farbe einheitlich dick aufzutragen und es bildeten sich vorne kleine Klümpchen. Gut, dass es nicht die letzte Schicht war und so habe ich mich einfach dazu entschieden, vorne kein Weiß zu lassen, sondern Blau.

Abgeklebter und angeschliffener Helm

Nach wiederum einem Tag Trocknungszeit folgte das Abkleben aller Stelle, wo am Ende Weiß bleiben sollte – mit wunderschöner Lila Klebefolie, die Maria noch übrig hatte.

An allen Stellen, die nicht abgeklebt sind, habe ich den Helm dann wieder angeschliffen. Diesmal mit einer 1200er Körnung, nachdem ich auf die 2000er keine Lust mehr hatte, also nach zwei Minuten immer noch keine Veränderung zu erkennen war. Damit ging es dann einigermaßen, wenn ich viel Wasser verwendet habe. Allerdings musste ich an den Kanten der Abklebungen stark aufpassen, nicht überall die Folie mit abzuschleifen.

blaue Lackschicht

Dann kam die blaue Lackschicht drüber. Die Aufkleber schimmern nur noch leicht durch und ich begann mir Sorgen zu machen, ob ich sie am Ende überhaupt noch abkriege ohne den kompletten Lack zu zerkratzen.

Da ich bei ca. 0-5° C lackiert habe ist die Farbe wesentlich schneller getrocknet als auf der Dose stand. Ich habe immer knapp einen Tag gewartet, aber ich denke 4 Stunden hätten sogar gereicht.

Bei der Arbeit =)

 

Am nächsten Tag kamen dann also die nächsten Aufkleber drauf und ein erneutes Anschleifen.

Hier noch ein Foto von mir beim Sprayen auf unsrem Balkon :) Ohne professionellen Mundschutz, dafür mit Halstuch und Schutzbrille – immerhin.

mit Schwarz-blauer Lackierung

 

 

Beim Lackieren von Blau auf Weiß hat mir der Übergang der Farben sehr gut gefallen und so entschied ich mich auf dem fertigen Helm auch einen solchen Farbverlauf zu sprayen. Somit habe ich nicht komplett Schwarz drüberlackiert, sondern vorne und hinten freigelassen bzw. einen Übergang gesprayt. Dieser Übergang ging wirklich sehr unkompliziert und kann zur Nachahmung nur empfohlen werden!

 

Folie abgezogen und poliert

Wiederum nach einer Nacht habe ich dann die Folie abgezogen. Ich war verdammt erleichtert, dass es wirklich gut ging. Lediglich ein Teil des Klebers ist auf dem Helm geblieben, was die weißen und blauen Stellen ziemlich unrein wirken ließ. Am Ende hat’s dann der gute alte Allzweckreiniger richten dürfen und der Helm glänzte.

Die Lackschicht war unter den abgeklebten Teilen nun natürlich minimal tiefer als auf dem schwarzen Teil. Um das auszugleichen und um den Helm und seine Farbe zu schützen folgte als letzter Schritt noch ein Klarlacküberzug.

Helmvorstellung bei Volker

Das Abziehen der Luftröhrenabklebungen ging dann problemlos und so konnte ich endlich meinen fertigen Helm bewundern. Auch Volker hat nicht wenig gestaunt, als ich gestern mit dieser netten Überraschung im Geschäft von OPTIMUM auftauchte 😀

 

 

 

 

 

Neuer Helm mit passender Sportbrille

Natürlich hat er dann direkt meine rote Brille beanstandet und wir haben – zumindest für’s Foto – was passendes von Oakley gefunden. Es wird also definitiv auf eine neue Sportbrille geben diese Saison – welche haben wir noch nicht entschieden, aber eins ist sicher: Sie wird blau!

 

Ein Kommentar

  1. Robert sagt:

    Echt cool! Und die blauen Brillegläser machen es noch besser!
    Bin gespannt, was es dann für eine Brille gibt :)

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