Ein Ruhetag, der sich doppelt auszahlt

Zum Abschluss der Entlastungswoche nach dem Trainingslager habe ich nochmal einen vollständigen Ruhetag eingelegt, um wieder fit in den nächsten Block zu starten. In der Vergangenheit war das durchaus eine Seltenheit bei mir, meist bin ich an Entlastungstagen zumindest kurz schwimmen oder radeln gegangen. Vielleicht war da im Nachhinein die eine oder andere Einheit, von der ich mehr profitiert hätte, wenn ich sie weggelassen hätte. Denn nach dem Tag Pause war ich wieder richtig fit und angriffslustig und hatte drei richtig gute Trainingstage bevor der nächste Entlastungstag folgte.

Nach zwei weiteren sehr intensiven Belastungstagen nehme ich die Erfahrung jetzt mit und halte heute den nächsten Tag ohne Sport ab. Natürlich mit der Absicht, ab morgen wieder Bäume auszureißen :)

Der Ruhetag letzte Woche hatte einen weiteren positiven Nebeneffekt: Ich habe den halben Tag an den Rädern geschraubt und gewerkelt und außerdem am Gemüsebeet im Garten gearbeitet. Fazit: Sowohl das Rennrad als auch das Triathlonrad laufen seit langem mal wieder wie Butter und im Garten sprießen seit gestern die ersten Spinat-Pflänzchen.

Heute lädt das Wetter nun wahrlich nicht zur Gartenarbeit ein, aber auch sonst gibt es genug zu tun, sodass der Kopf morgen frei ist fürs Training. Die nächsten Intervalle können kommen!

Wichtige Reize im Trainingslager

Diesmal alles anders. Anderes Land, andere Anreise, andere Ziele und vor allem: andere Trainingsinhalte. Im letzten Frühjahr war mein Trainingslager noch eher klassisch, sowohl vom Reiseziel (Lanzarote) als auch von der Anreise (Flug) und den Kerninhalten (Grundlagenausdauer). Gründe das zu ändern gab bzw. gibt es viele. Zum einen mein Umweltbewusstsein, das mich dazu gebracht hat, die Bahn als Alternative zum Flug ausprobieren zu wollen. Damit auch zwangsläufig die Anpassung des Reiseziels ganz pragmatisch daran, wie ich mit dem Zug an einem Tag möglichst weit in den Süden komme. Und nicht zuletzt die Saisonziele und damit die Trainingsinhalte, die dieses Jahr harte Intervall-Einheiten erfordern.

Also startete unsere muntere Reisegruppe, bestehend aus Tobi, Julia, Maria, Nala, mir und drei Radkoffern, von Frankfurt mit dem TGV nach Aix en Provence. Die Zugfahrt selbst war mega entspannt, ich glaube in den Frankreich-Urlaub fahre ich ab sofort nur noch mit dem Zug. Stressig war lediglich das Einladen der Radkoffer in den Zug und später ins Taxi, die sind schließlich sehr sperrig. Aber als wir erstmal drin waren, verging die Zeit mit Spielen und Trainingsplanung auch im Zug wie im Flug :)

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In Aix en Provence hatten wir ein Appartement im Süden, direkt am Park – ganz zur Freude von Nala, die dort fast jeden Tag im Bach war. Die Stadt selbst zu durchfahren / durchlaufen ist Horror, da die Verkehrsführung grauenhaft ist und es überall staut. Aber meist haben wir einen der direkten Wege nach draußen genommen und uns erwarteten reihenweise Berge, die erklommen werden wollten.

Mein geprellter Ellbogen hat mich beim Radtraining leider noch stark eingeschränkt und in Aeroposition konnte ich gar nicht fahren. In den Abfahrten hatte ich dann selbst in Tobis Windschatten Schwierigkeiten dranzubleiben, aber trotzdem sind wir fast alle Einheiten zusammen gefahren – eine tolle Abwechslung zum Training in Deutschland, das ich fast ausschließlich allein absolviere.

Doch auch wenn ich bei jeder Bodenwelle einen Arm vom Lenker nehmen musste: meine wichtigsten Intervall-Einheiten konnte ich allesamt durchziehen. Auf dem Rad waren dies drei Einheiten im Sprintdistanz-Wettkampftempo. Beim Laufen habe ich meine beiden Intervall-Einheiten sogar je zweimal hinbekommen, allesamt mit ordentlich Bums in den Beinen. Die eine Einheit waren 6x1km in durchschnittlich 3:50 min/km mit 90 Sekunden Pause, wobei da bergauf welche in 4:40 und bergab auch welche in 3:20 dabei waren. Die zweite Einheit waren 3x800m, 3x400m, 2x800m und 2x400m; etwas schneller als die 1km-Intervalle, dafür aber auch je drei Minuten Pause.

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Stabi war durch den Ellbogen auf zehn Minuten am Tag beschränkt. Zusätzlich natürlich täglich umfassendes Dehnen, denn im Trainingslager hat man ja endlich mal ausgiebig Zeit dafür. Schwimmen war ich nach drei Wochen Pause immerhin zweimal, beim zweiten Mal auch selbst beim Tempotraining schmerzfrei.

An Training habe ich also alles erfüllt, was ich mir vorgenommen hatte, und fühle mich zugleich gut erholt. Mit deutlich weniger Wochenstunden aber auch deutlich härteren Einheiten war es ein ganz anderes Trainingslager als auf Lanzarote. Zum Erfolg brauche ich diese Woche jetzt die Ruhe, die Trainingsbelastung sacken zu lassen und dann ab nächster Woche die Kraft, weitere wichtige Trainingsreize in derselben Qualität zu setzen. Nicht mehr lang bis zu den ersten Wettkämpfen!

Nicht kleinzukriegen

Manchmal läuft’s und manchmal halt nicht. Wichtig ist nur, wie man damit umgeht. Ich hole diese Saison all das nach, was mir letztes Jahr glücklicherweise erspart geblieben ist. Der Bänderriss hat mich vor allem im Laufen ordentlich zurückgeworfen. Bei den ersten Intervall-Einheiten nach der Pause war ich ca. 15 Sekunden langsamer auf den Kilometer, das ist schon ‚ne Menge Holz. Dennoch freue ich mich einfach, wieder schnell laufen zu können!

Der nächste Rückschlag folgte letzten Dienstag beim ersten Rad-Intervalltraining. Kurz vor Schluss wurde ich umgefahren, jetzt ist der Ellbogen geprellt und die zuletzt gute Schwimmform schwindet unaufhaltsam dahin, wie zuvor bereits die Laufform. Also erstmal einarmig Radfahren. Aber hey – ich kann ja immer noch laufen! :)

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Leichter kleinzukriegen als ich: Mein Rad ;)

Umso mehr freue ich mich auf die Auszeit im Süden. Heute treten zwei Paare, drei Räder und ein Hund, die wohl unkonventionellste Reisegruppe im europäischen Schienenverkehr, die Reise nach Aix-en-Provence/Südfrankreich an. Ein paar Kilometer von der Mittelmeerküste entfernt verbringen wir über Ostern dort acht Tage und wollen einerseits ein bisschen ausspannen, andererseits auch an der Form arbeiten. Ob ich dann Schwimmen, Radfahren, Laufen oder doch nur Boccia spielen kann? Ich wage keine Prognosen. Genießen werde ich es aber auf jeden Fall. Und das Schöne an unserem sportlichen Dreikampf ist ja: Irgendwas geht immer! 😀

Was der Arzt sagt / Was der Physio sagt

Sechs Wochen Pause hatte der Arzt im Krankenhaus, und eine Woche später auch ein ansässiger Orthopäde, mir prophezeit. Schwimmen wäre okay, mehr nicht. Ein Glück, dass wir im Verein mit Markus Neumann einen Physiotherapeuten habe, der ein Gespür für Leistungssportler hat und sich auch die nötige Zeit für Erklärungen nimmt, während der durchschnittliche Arzt längst zum nächsten Patienten rennen muss.

Einen Tag nach dem Besuch beim Orthopäden war ich dann in der Praxis in Büdesheim und der Kollege von Markus, der mich untersucht hat, war erstaunt wie schnell der Knöchel abgeschwollen ist. Eventuell sei es sogar kein kompletter Riss, aber das könne man ohne MRT nie sicher sagen. Fakt sei aber, alles was sich gut anfühle und nicht schmerze, dürfe und solle ich sogar machen. Er hat mir dann ein Tape drauf gemacht, sodass ich die Bandage nicht mehr tragen musste.

Inzwischen – eine weitere Woche später – war ich schon zweimal Radfahren, wieder mit vollem Beinschlag schwimmen und zumindest im Wasser kann ich auch wieder Intervalle machen. Heute war ich sogar mal 13 Minuten auf ebenem Untergrund laufen und dem Knöchel hat’s gut getan.

Kurz gesagt bin ich schon viiieeel weiter als gedacht und bin zuversichtlich in 1-2 Wochen wieder voll einsatzfähig zu sein :) Das Trainingslager kann also kommen!

Bänderriss im rechten Knöchel

Ausgerechnet an meinem Geburtstag musste ich einen herben Rückschlag hinnehmen. Beim Lauftraining im Schnee bin ich umgeknickt und habe mir das Außenband am rechten Knöchel gerissen. Zunächst schien es gar nicht so schlimm zu sein, doch über Nacht ist der Knöchel dick geworden und am nächsten Tag auch rot angelaufen. Also ab ins Krankenhaus und da leider einen Bänderriss diagnostiziert bekommen. Das bedeutet etwa sechs Wochen Sportpause und Ruhigstellung mit einer festen Bandage, damit das Band wieder zusammen wachsen kann.

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Happy birthday :P

 

Die Form war mit Bestzeiten im Schwimmtraining und auch beim Laufen zuvor wirklich  vielversprechend und das Training für die Sprintdistanz hat Spaß gemacht. Daher ist es zwar sehr schade, aber ich bin vor allem froh, dass es nicht letzten Winter oder gar vor dem Ironman passiert ist. Und einen Bänderriss habe ich schon öfter überstanden.

Ich habe inzwischen gelernt, mit Verletzungen viel entspannter umzugehen. Das hilft auch beim Heilungsprozess, ebenso wie meine Ernährung. So bin ich zuversichtlich, dass ich weniger als sechs Wochen brauchen werde, bis ich wieder locker einsteigen kann. Jetzt muss ich mir für diese Zeit aber erstmal ein anderes Projekt suchen, damit mir nicht langweilig wird und meine Mitmenschen nicht darunter leiden 😉

Zwei gute Läufe zum Jahreswechsel / Neue 10er-Bestzeit

Mit zwei 10km-Läufen habe ich den Jahreswechsel sportlich vollzogen. Erst der Silvesterlauf in Oberrodenbach und dann heute die Winterlaufserie in Rodgau-Jügesheim. Und beide waren mehr als ordentlich.

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Sauber bleiben Fehlanzeige. Beide Läufe waren echte Schlammschlachten

Den Silvesterlauf in Oberrodenbach wollte ich aus vollem Training heraus als Tempodauerlauf nutzen, die Strecke ist mit massig Höhenmetern und schlammigem Terrain schließlich bei weitem nicht bestzeitenfähig. Es lief dann sogar besser als gedacht. Nach 40:55 Minuten, kontrolliert aber durchaus flott, war ich als Gesamtzwölfter im Ziel. Den Heimweg habe ich mit Nala dann zu Fuß angetreten, die 8km haben mir dann allerdings sehr zugesetzt und ich war erstmal ordentlich platt.

Sechs Tage später dann der nächste Lauf – diesmal mit weniger Vorbelastung und mit der Ambition die Bestzeit von 38:15 Minuten anzugreifen. Ganz erholt war ich noch nicht, das zeigt die Durchschnittsherzfrequenz, die sieben Schläge niedriger war als in Rodenbach. Dennoch fühlte es sich sehr gut an und ich lief sogar etwas zu schnell an. Die ersten sieben Kilometer waren in etwa 3:48 min/km recht konstant. KM8+9 waren dann nur knapp schneller als ein 4er-Schnitt und auf dem letzten Kilometer ging es somit nicht mehr darum, unter 38 Minuten zu kommen, sondern die Bestzeit knapp zu verbessern. Das war Antrieb genug nochmal zu beschleunigen. Nach 38:08 Minuten stand im Schuh das Wasser und auf der Uhr eine neue persönliche Bestzeit.

Die 38 Minuten werden dieses Jahr noch fallen, da bin ich mir sicher. Saisonziel sind 37:30 Minuten. Dafür muss ich mir im Sommer noch ein, zwei Läufe suchen, denn die nächsten in Frage kommenden Termine in der Region passen leider nicht – beim letzten Lauf in Jügesheim ist Ball des Sports, beim Zehner in Rodenbach und dem Osterlauf in Jügesheim bin ich im Trainingslager. Aber ich finde schon noch einen Lauf! :)

2018

Ich habe lange nichts von mir hören lassen, aber keine Sorge: Trainiert hab ich trotzdem. Nach der bewusst längeren Saisonpause bin ich beim Schwimmen und Radeln quasi wieder bei Null eingestiegen. Auf dem Rad bin ich dadurch richtig langsam geworden, beim Schwimmen hatte das genau den Effekt, den ich wollte: Ein kompletter Neuanfang mit neuen Reizen und anderem Trainingsaufbau. Aktuell schwimme ich schon wieder fast so schnell wie davor. Beim Laufen habe ich eigentlich nur eine Woche wirklich pausiert, um mich nicht von der orthopädischen Belastung zu entwöhnen.

Das kommende Jahr wird für mich nun ein Übergangsjahr, in dem ich mir nach der harten Ironman-Saison darüber klar werden will, ob (und wenn ja, wo?) ich es 2019 mit der Hawaii-Quali versuchen will. Aktuell freue ich mich sehr darüber, bei Unlust einfach auch mal nicht zu trainieren und wieder viel mehr kurze, intensive Reize setzen zu können. Aber das Verlangen nach dem nächsten großen Ding gedeiht bereits in mir heran 😉

Was die Wettkämpfe angeht, stehen im nächsten Jahr Sprints im Vordergrund, allen voran die Liga-Rennen. Die Saison teile ich in zwei Blöcke auf. Der Erste beginnt bereits Ende April mit dem Kinzigtal-Triathlon und dem Kinzigman und umfasst dann bis Ende Juni sehr viele Wettkämpfe, inkl. der ersten drei Liga-Rennen. Dann mache ich zwei Monate Wettkampfpause bis zum Liga-Saisonabschluss in Viernheim Ende August und den Vereinsmeisterschaften Anfang September.

Neben den Triathlons will ich weiterhin an der Laufform arbeiten und hierfür auch den ein oder anderen 10-Kilometer-Lauf absolvieren. Da folgt bereits am 6. Januar bei der Winterlaufserie in Jügesheim die erste Standortbestimmung. Mal schauen, wie nah ich da an die Bestzeit von 38:15 Minuten rankomme.

Meine Ironman-Saison: Was bleibt, und was besser nicht?

Wenn ich in diesem Jahr nur meine Wettkämpfe betrachte, bleibt wenig auszusetzen: Bei den wichtigen Rennen war ich sehr gut in Form und habe meine Leistung abgerufen. Insb. in Frankfurt hat das Punkt-genau gepasst, was zum Beispiel die Schwimmleistung zeigt, die deutlich über dem war, was ich dieses Jahr sonst so gezeigt habe. Bei den kurzen Wettkämpfen war ich zumindest nicht schlechter als die Jahre zuvor. Mehr war beim Trainingsschwerpunkt Langdistanz nicht zu erwarten.

Was mich besonders freut – und das vergisst man in guten Tagen viel zu schnell – ist, dass ich komplett ohne Sturz oder Unfall durch die Saison gekommen bin. Ich bin im Straßenverkehr inzwischen extrem vorsichtig und rechne quasi immer damit, dass mir die Vorfahrt genommen wird. Wenn ich dadurch sturzfrei bleibe, verzichte ich gerne auf das letzte Prozent. Auch krank war ich höchstens mal ein paar Tage und verletzt nie wirklich schlimm – obwohl ich quasi durchgehend auf einem schmalen Grat zwischen optimaler Trainingsauslastung und Übertraining gewandert bin. Das viele Kraft- und Koordinationstraining bringt langfristig halt doch einiges. Ich denke, gerade dieser Konstanz in der Vorbereitung habe ich die guten Wettkämpfe zu verdanken.

Verbesserungspotenzial im Training sehe ich dennoch zu genüge. Beim Schwimmen zeigt sich eine große Diskrepanz zwischen Trainingseinsatz und Output: In den letzten zwölf Monaten bin ich 500 Kilometer geschwommen und habe meine Form dadurch nicht steigern können. Ich stagniere hier im Prinzip seit 2013/2014 auf einem Niveau. Das wäre grundsätzlich auch okay, nicht jedoch bei dem, was ich da immer noch reinstecke. Bei kurzen Intervallen bin ich gar langsamer geworden. 15×100 Meter bin ich im letzten Jahr noch in 1:17-1:19 Minuten mit 1:35er Abgang geschwommen. Jetzt war ich eigentlich immer etwa bei 1:20 Minuten.

Auf dem Rad sieht es ähnlich aus. Knapp 11.000 Kilometer haben zwar dazu geführt, dass ich knappe fünf Stunden problemlos einen Schnitt über 36 km/h fahren konnte. Auf den Unterdistanzen, selbst auf der Mitteldistanz, hat mich das jedoch kein bisschen voran gebracht und ich werde mir die Spritzigkeit für die kommende Kurzdistanz-Saison neu erarbeiten müssen.

Nur beim Laufen konnte ich, insb. auch durch das harte Bahntraining beim SSC Rodenbach bis Februar, auf allen Distanzen einen großen Schritt machen. Die 5 Kilometer laufe ich auf der Sprintdistanz inzwischen immer um die 19:30 Minuten, die Solo-Bestzeit über 10 Kilometer konnte ich auf 38:15 Minuten verbessern. An dieser Stelle Danke an Sascha, der als Trainer einen großartigen Job macht!

Insgesamt bleibt festzuhalten, dass das Langdistanztraining für andere Distanzen wenig hilfreich ist und ich, wenn ich mich langfristig (auch auf der Langdistanz) verbessern will, wieder mehr „echtes“ Tempotraining brauche. Diesen Winter fand ich es großartig, einmal die Woche von der Arbeit heimzulaufen. Aktuell hätte ich auf einen 30er einfach keine Lust und habe viel mehr Spaß an kurzen Einheiten, die ordentlich knallen.

Um meine Tembobarriere zu überwinden, verzichte ich zunächst für ein paar Wochen vollständig auf Schwimmtraining. Beim Wiedereinstieg will ich das Schwimmen weniger langsame Einheiten schwimmen und mich stärker fokussieren: Gezielte Technikblöcke, Sprint- und Krafttraining. Das Lauftraining habe ich dieses Jahr insgesamt gut vertragen, insgesamt sind ganze 2700 Kilometer zusammengekommen. Aber ich glaube, um das Tempotraining wieder hochzufahren, muss ich auch hier reduzieren. Ziel sind pro Woche zwei Einheiten mit Intervallen und Sprüngen, entweder am Berg, im Gelände oder auf der Bahn. Zusätzlich dann bestenfalls nur ein Lauf, der aber auch nicht zu locker sein sollte, um eine gute Lauftechnik beizubehalten. Damit fange ich natürlich nicht von heute auf morgen an.

Das Grundlagentraining will ich währenddessen komplett aufs Rad verlagern und hier erst im Frühjahr ins harte Intervalltraining einsteigen. Das ist sozusagen das notwendige Übel, wenn ich beim Laufen und Schwimmen weiter voran kommen will – und spart mir zudem zahlreiche nervige Zugfahrten zur Arbeit. Im Frühjahr will ich mehr zusammen mit den Jungs aus der Liga-Mannschaft trainieren. Da komme ich weiter aus der Komfortzone raus, als ich es alleine schaffe.

Gespannt bin ich nun auf die Liga-Termine, die auf dem morgigen HTV-Veranstaltertag festgelegt werden. Denn danach wird sich mein Wettkampfplan für das nächste Jahr richten.

Vereinsmeister!

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Da darf man sich schon mal freuen: Während der Vereinsmeistertitel für mich in den letzten Jahren nie besonders spannend war, war das gegen Raffa nun ein bretthartes Stück Arbeit.

Unser Urlaub war toll und meine Offseason ist quasi schon voll im Gange. Aber für diesen einen Wettkampf wollte ich nochmal fit sein, habe versucht, das Niveau mit einzelnen harten Schwimm- und Laufeinheiten hochzuhalten. Beim Alzenau Triathlon wurde über die Sprintdistanz unsere Vereinsmeisterschaft ausgetragen.

Los ging’s um 10:10 Uhr in der zweiten Startgruppe im üppig warmen Meerhofsee. Ohne Neo wären wir bei knapp über 17 Grad wohl erfrohren, so war’s dann doch recht erträglich. Die Strecke war angesichts meiner Zeit von 6:20 Minuten nie im Leben 550 Meter lang, aber bei der Kälte hatten wir alle nichts dagegen, schnell wieder aus dem Wasser draußen zu sein :)

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Eigentlich hätte ich an dieser Position Max vermutet, aber er ist nach wie vor kein Neo-Freiwasser-Fan und so kam ich als Erster aus dem Wasser. Eine gute Position um in der zweiten Disziplin auf den Raffa-Express zu warten :) Aber hätte man mir das Foto von seinem Schwimm-Ausstieg schon während des Wettkampfs gezeigt – ich hätte vermutlich die Flucht ergriffen 😉

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Angriffslustig wie immer. Raffa auf der Suche nach Menschenfleisch :D

Da mir das Foto aber so schnell niemand vor die Nase hielt, rollte der Respondek-Berger-Express im üblichen 12-Meter-Abstand über Alzenaus Radwege und Straßen. Das Tempo war hoch und wir zogen nach und nach an allen 10 Minuten vorher gestarteten Startern der ersten Startgruppe vorbei. Tatsächlich an allen: Wir wechselten gar als Erster und Zweiter zum Laufen.

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Nach einer Saison, in der wir uns gegenseitig in neue Sphären getrieben haben und beide längst mehr erreicht hatten, als wir wollten, sollten diese fünf Laufkilometer also entscheiden, wer Vereinsmeister wird und in der Jahresbilanz (bislang 2:2) vorne liegt. Showdown! Raffa übernahm sofort das Tempo und legte fulminant los. Zwar war mein Rennplan, um alles in der Welt an ihm dran zu bleiben, in der Situation dachte ich jedoch, könnte es klüger zu sein, etwas langsamer anzugehen. Und das zahlte sich aus. Die 20-Meter-Lücke, die Raffa zu Beginn riss, konnte ich ca. einen Kilometer vor dem Ziel schließen. Dann bekam Raffa Seitenstechen, musste kurz Gehen und ich zog etwa 50 Meter davon. Den Vorsprung gab ich anschließend nicht mehr her und rannte schließlich mit 25 Sekunden Vorsprung ins Ziel.

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Ich freue mich schon auf die nächsten Duelle 2018!

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Nala hat zwar nicht wirklich verstanden, warum ich so lange ohne sie Gassi gehe, aber wenn’s im Ziel kostenloses Spielzeug gefüllt mit Wasser gibt, findet sie das alles in allem okay :)

So geht ein grandioses Jahr mit einem tollen Wettkampf zu Ende. Und das in einem Team, in dem es einfach Spaß macht, zu starten. Nächstes Jahr wird mein Fokus komplett auf der Liga liegen und zum ersten Mal kann ich dazu sagen: Ich freue mich drauf!

Fotos: Volker Meyer/ OPTIMUM
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Aufstieg!

Die Liga-Saison läuft weiter wie am Schnürchen. Gestern stand der dritte von vier Wettkämpfen in der 3. Hessenliga an und wir konnten tatsächlich zum dritten Mal gewinnen. Für mich war es zugleich der perfekte Schlusspunkt unter meine sowohl im Einzel als auch im Liga-Team bislang erfolgreichste Saison.

Neue 10er-Bestzeit, Hessenmeistertitel, ein richtig guter Ironman und bereits zwei Liga-Siege – kein Malheur in Fuldatal hätte meine Saisonbilanz noch schmälern können. Das klare Ziel war der dritte Gesamtsieg, schließlich wollten wir an unsere Siegesserie anknüpfen und frühzeitig den Aufstieg klarmachen. Und in Bestbesetzung an der Seite von Raffa, Freddy, Markus und Benny war das durchaus realistisch.

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Unsre ärgsten Konkurrenten wollten es uns nicht leicht machen. Nur 17 Sekunden konnten wir auf den 750 Metern in der Auftaktdisziplin auf das Team von Oberurff rausschwimmen. Diese starteten also in der direkten Verfolgung auf die Radstrecke. Dort attackierten sie direkt und überholten uns noch auf der ersten von vier Runden. Nachdem wir zwischenzeitlich wieder überholt hatten, leistete ich mir einen groben Patzer und war nach drei Runden überzeugt, schon fertig zu sein. Fertig war ich zu dem Zeitpunkt wohl auch, aber leider eher Oberschenkel und Rücken und weniger die Radstrecke. Oberurff nahm diese Einladung dankend an und setzte sich wieder an die Spitze. Egal, abhaken und weiter.

Ein Glück war die Radstrecke dann eine Runde später wirklich vorbei. Das Überholmanöver, bei dem ich vorne fahren musste, hatte mir körperlich zugesetzt und der Rücken litt stark unter der krassen Sattel-Überhöhung des Leihrad von Julia. Danke an dieser Stelle, mit meinem quietschenden Rennrad hätte ich vermutlich nicht mal zwei Runden mithalten können.

Mit wenigen Metern Rückstand gingen wir auf die Laufstrecke. Und die hatte es in sich. Den ersten Kilometer ging es nur berghoch, teils mit über 15% Steigung. Wir haben bewusst langsam begonnen, der Abstand wurde dennoch geringer und auf dem ersten Gefälle hatten wir bereits zur Spitze aufgeschlossen. Etwa 1-2 Kilometer liefen wir zusammen, dann konnten die Oberurffer unser Tempo nicht mehr halten. Mit 44 Sekunden Vorsprung war der Sieg nach einem sehr umkämpften Rennen schließlich ungefährdet. Beim Radfahren war ich noch richtig platt, beim Laufen wäre an dem Tag sogar noch mehr gegangen.

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Der Aufstieg in die zweite Hessenliga ist uns damit nicht mehr zu nehmen. Beim letzten Liga-Rennen in Viernheim geht es noch um den Meistertitel, ein fünfter Platz würde uns dafür reichen. Ich jedoch werde dort nicht starten (können), denn für Maria und mich geht’s am Freitag in den wohlverdienten Urlaub. Jungs, es war eine geile Saison mit euch und ich freue mich darauf, nächstes Jahr die zweite Liga aufzumischen! :)