Laufen mit Schwimmbrille

Am Wochenende war ich beim Kinzigman in Langenselbold und wollte diesen als Generalprobe für den Moret Triathlon nutzen. Gleicher Ablauf am Morgen, gleicher Wechsel (auch wenn der für die Sprintdistanz zu langsam ist) und Start mit Uhr am Handgelenk. Im Ziel war ich zufrieden und platt – der Weg dahin lief aber nicht ganz so gradlinig wie erhofft 😉
Kinzigtal_2016_Finish
Nach dem Start suchte ich direkt die Beine von Tom Weber und fand mich damit mitten im Geprügel an der Front wieder. Es waren auch fünf Bundesliga-Starter des DSW Darmstadt dabei, da merkt man auch direkt, dass es rauer zugeht. Zum ersten Mal ist es mir passiert, dass jemand mein Bein komplett gepackt und sich daran nach vorne gezogen hat. Der Anschluss an die Spitzengruppe war dann leider weg, aber mit 6:52 Minuten kam ich dennoch als Sechster aus dem Wasser.

Kinzigtal_2016_T1
Die Abläufe in der Wechselzone waren noch nicht so eingespielt, wie das für einen Hauptwettkampf nötig sein wird. Auf die Radstrecke ging’s also nicht nur mit Helm, Startnummer und Sonnenbrille, sondern auch mit Schwimmbrille unterm Helm (siehe Bild oben 😀 ). Ich merkte zwar, dass da etwas stört und habe immer wieder hingefasst. Ich dachte aber, es wäre ein Polster aus dem Helm, das sich gelöst hat.

Kinzigtal_2016_Bike
Und so war sie auch in der zweiten Wechselzone, die ich als immer noch Sechster mit etwas Abstand zur fünfköpfigen Spitzengruppe erreichte, noch dran. Erst beim Aufsetzen des Bandanas habe ich die Schwimmbrille identifizieren können und folglich nach dem ersten Kilometer Marcel zugeworfen, der an der Strecke stand, um mich anzufeuern. Für einen ordentlichen Lacher habe ich bei uns beiden damit jedenfalls sorgen können 😀 😀 😀
Kinzigtal_2016_Run

Gut gelaunt ging’s also auf die anschließenden fünf Laufkilometer, die großteils über schwierig zu laufende Wiesenflächen führte. In der Top Ten konnte ich mich behaupten, mehr war aber nicht drin. Mit der Leistung und den Werten, die die Pulsuhr ausgespuckt hat, bin ich zufrieden. Das Wechseln muss ich aber definitiv noch üben.

Puzzlen

Sommersportler werden im Winter gemacht – Das muss man sich im Winter des Öfteren einreden, um die vielen Einheiten bei schlechtem Wetter nicht in Frage zu stellen. Dennoch zeigt sich mir dieses Jahr so stark wie noch nie, dass das nur die halbe Wahrheit ist. Ich würde es eher so umschreiben: Im Winter holt man sich all die Teile, die man braucht um einen Sommersportler zu bauen. Diese im Sommer zu besorgen würde nicht reichen, da man noch Zeit braucht, diese zusammenzufügen. Wer die Schrauben jetzt nicht fest genug oder zu stark anzieht, steht halbfertig oder gar als Trümmerhaufen an der Startlinie. Wer aber die richtige Härte trifft, setzt das Puzzle richtig zusammen und alle Teile greifen ineinander.

Der Trainingsplan ist dann sozusagen der Drehmomentschlüssel. Bislang habe ich diesen zumeist richtig eingestellt. Ab und zu fühle ich mich zwischen den vielen intensiven Einheiten mal müde, aber es hat nie eine Schraube gedroht zu brechen. In den Einheiten selbst schaffe ich es dann die gewünschte Intensität anzuschlagen und muss nur selten eine halb festgezurrte Schraube zurücklassen.

Nun merke ich von Tag zu Tag, wie immer mehr Schrauben fixiert sind, auch wenn ich den Händen die anstrengende Arbeit noch ansehe. Zum Kinzigtal-Triathlon ging’s noch direkt aus der Werkstatt, am Sonntag beim Kinzigman soll der aktuelle Stand nun etwas genauer betrachtet werden, um das Gesamtsystem auf Schwachstellen zu überprüfen. Die Werkstatt wurde sozusagen heute geschlossen und macht erst Sonntagmorgen wieder auf :)

Besonders deutlich merke ich die Fortschritte beim Schwimmen. Im Winter habe ich weniger gemacht als in den vergangenen Jahren, weil ich oft schon im Februar / März in Frühform war und mich zum Sommer nicht mehr steigern konnte. Seit dem Trainingslager auf Lanzarote, also in den letzten zehn Wochen vor Moret habe ich die Trainingshäufigkeit und die Intensitäten stark angezogen, schwimme etwa sechsmal die Woche, 2- bis 3-mal davon in oder über Wettkampftempo. Ich würde behaupten, jetzt schon auf einem anderen Level zu sein, als noch vor zwei Wochen in Gelnhausen.

Am Sonntag soll sich das bestenfalls schon auszahlen und ich werde versuchen im Wasser an Tom Weber dranzubleiben, der mit Sicherheit als Erster aus dem Wasser steigen wird. Das wäre eine sehr gute Ausgangssituation um auf dem Rad richtig Gas zu geben und die Konkurrenz früh unter Druck zu setzen. Zwar ist an einen Sieg ähnlich wie in Gelnhausen nicht zu denken, aber wenn es weiter nach vorne geht (8. Platz), wäre das eine gelungene Generalprobe. In jedem Fall wird die „Inspektion“ Aufschluss darüber geben, ob das Puzzle schon ein Gesamtbild erahnen lässt.

Kinzigtal-Triathlon

Unspektakulär und durchschnittlich. So kann ich wohl meinen Saisoneinstieg in Gelnhausen bezeichnen. Und so negativ das auch klingt, war das eigentlich genau das, was ich wollte…

Kaiserwetter auf dem Rad

Kaiserwetter auf dem Rad

Die Sprint-Distanz bin ich aus dem vollen Training heraus angegangen, freitags habe ich u.a. noch 5×1.000 Meter im 10er-Renntempo absolviert. Für die Sprintdistanz war ich als Mitteldistanzler nicht gut vorbereitet und bei dem starken Starterfeld gab es für mich nichts zu holen. Von daher habe ich lieber mein Training voll durchgezogen und den Wettkampf als harte Einheit in den Plan integriert. Nach dem Sturz im letzten Jahr war mir wichtig, einfach und ohne Komplikationen in die Saison reinzukommen.

Nach dem „Einrollen“ zum Ort des Geschehens durfte ich dann vom Kommentator sogar mehrmals vernehmen, dass ich zum erweiterten Favoritenkreis zählen sollte. Hört, hört. Was mich aber besonders gefreut hat, dass mich auf der Strecke inzwischen teilweise Leute namentlich anfeuern, die ich gar nicht oder kaum kenne. Irgendwie scheine ich mir in der Region nach und nach doch einen Namen gemacht zu haben :)

Heute jedoch sollte ich mich nicht mit Ruhm bekleckern. Durch das reduzierte Schwimmtraining blieb mir selbst der kurze Moment erspart, vorne aus dem Wasser zu steigen und die Erwartungen an den „Mitfavoriten“ aufrecht zu erhalten. Mit knapp sieben Minuten war ich langsamer als in den letzten Jahren, während die Konkurrenz – heute  bestehend aus zwei kompletten 2.-Bundesliga-Teams – über den Winter wohl die richtigen Reize gesetzt hat. So ging es in der Verfolgergruppe um den Hanau-Sieger Max Ostermeier aufs Rad.

Dort war das Tempo der Konkurrenz zunächst sehr verhalten, also führte ich die Gruppe über einen großen Teil des „Hinwegs“ an. Immer wieder gab es kleinere Überholmanöver und wir sammelten auch noch ein, zwei Athleten ein.  Erst als der Vorjahressieger Sven Bartels vorbeirauschte, erhöhte sich auch bei uns das Tempo. Kurz vor dem Wendepunkt ließ ich mich nach einem Überholmanöver dann nicht schnell genug zurückfallen und bekam prompt eine Zeitstrafe durch einen Kampfrichter. Meine erste Zeitstrafe jemals, puh. Sehr ärgerlich, aber vertretbar. Und vor allem: Schön zu sehen, dass hart durchgegriffen wird. Wenn ich mal nach hinten schaute, fuhren die Konkurrenten alle sehr fair mit 10 Meter Abstand, das war in den letzten Jahren bei diesem Rennen auch nicht immer so.

Mit dem Ausgang des Rennens hatte ich nun erst recht nichts mehr zu tun, eine Minute auf der Sprintdistanz ist eine Welt. Umso besser, dachte ich mir, dass das Rennen als harte Trainingseinheit geplant war. Denn der Trainingsreiz ändert sich dadurch nicht und kommt nur, wenn man weiterschuftet. Also ging’s auch auf dem „Rückweg“ (großteils an der Spitze der inzwischen ausgedünnten Drei-Mann-Verfolgergruppe) mit ordentlichem Druck Richtung Wechselzone.

Zieleinlauf

Zieleinlauf

Der Lauf fühlte sich dann recht hart an und ich verlor auch nicht allzu viel Zeit auf die beiden starken Läufer, die mit mir die Wechselzone erreichten. 19:50 Minuten sind am Ende aber ziemlich ernüchternd, das fühlte sich schneller an. Da rächte sich dann wohl die Intervalleinheit von Freitag.

Inkl. Zeitstrafe war der Training Day dann nach 1:08:52 Stunden vorbei und Rang acht ist hinsichtlich des starken Starterfeldes und meiner Saison-Ambitionen absolut zufriedenstellend. Neben fünf 2.-Bundesliga-Startern vor mir habe ich ja immerhin auch drei hinter mir lassen können. Und vor allem: Ich bin heil angekommen im Wettkampfjahr! 😀

Lanzarote-Trainingslager in Bildern

 

Frankfurter Halbmarathon mit dem schnellsten Komiker

Gruppenfoto vor dem Start

Gruppenfoto vor dem Start

Knöchel und Fußnagel sind ausgeheilt, bis aufs Schwimmen ist alles wieder auf dem Stand von vor der Verstauchung. Heute ging’s dann mit einer großen Tria-Team-Truppe nach Frankfurt – angeführt von unserem Vereinskomiker René. Das muss einfach mal gesagt sein, wenn er dabei ist hat man immer Spaß – egal wo, egal wann und egal wie schnell oder langsam. So waren Hin- und Rückfahrt die eigentlichen Highlights des Tages, garniert durch ein flottes Laufintermezzo :)

Gut gelaunt ging’s also Richtung Start, den ich leider zu spät erreichte und so die Gruppe unter 1:30 verpasste. Im langsameren Block ging’s dann etwas später auf die Strecke und mit mit einer Hand voll weiterer Läufer, die sich ebenfalls „falsch“ einsortiert hatten auf Verfolgungsjagd des vorigen Startblockes. Mein Lauf war von Anfang bis Ende nicht überragend, aber OK. Ich hab nicht wirklich in einen Wettkampfmodus gefunden und blieb großteils im Wohlfühlbereich. Auch die Schwankungen waren sehr groß, da fehlen um die Jahreszeit einfach noch die Tempodauerläufe und das Gefühl fürs Tempo. Dafür ist die Zeit dann aber reccht ordentlich und etwa zwei Minuten schneller als letztes Jahr. 1:27:28 Stunden sind eine neue Bestzeit, aber da ist mit mehr Quäl-Dich-Feeling noch mehr drin. Da das aber vor Moret der letzte Halbmarathon war, werde ich es nie erfahren.

Neue Bestzeiten gab’s im Team heute gleich fünf, Pausenclown René kann nicht nur unterhalten, sondern auch auf der Strecke liefern. Er blieb erstmals unter 1:32,  Freddy und Markus Becker kamen mit ca. 1:30:30 rein und Nina nach 2:13. Das Trainingslager kann also für uns alle kommen, wir freuen uns tierisch auf Lanzarote!

Auf „Betriebstemperatur“

Gestern habe ich mir beim langen Lauf den Knöchel verstaucht und bin erstmal ein paar Tage außer Gefecht. Das gibt Gelegenheit zum Nachdenken, zum Reflektieren und zum Planen. Nach einer stressigen Zeit abseits des Sports konnte ich in den vergangenen zehn Tagen wieder wesentlich mehr machen und habe alles gut verkraftet. Die Umfänge erreichen langsam das Jahresmaximum, bevor es im Anschluss mit der Intensität aufwärts geht.

Nachdem ich gestern umgeknickt bin, habe ich nicht daran gedacht, wie lange ich wohl pausieren muss und konnte für mich schnell verneinen, dass ein zu hohes Trainingspensum und damit schwindende Konzentration schuld daran gewesen sein könnte. Bei Dunkelheit keine neuen Feldwege zu testen ist wohl die weisere Einsicht für die Zukunft. Vielmehr habe ich mir gedacht: Schade. Denn ich habe gerade keine Beschwerden, verkrafte auch 20 Trainingsstunden in der Woche sehr gut und die Motivation ist ungebremst hoch. Schade also, dass ich den aktuellen Trainingsblock nun unterbrechen muss. Aber auch das ist kein Weltuntergang, meine Grundlagen sind da und ich habe keine Angst hier durch ein paar Tage Ruhe weit zurückgeworfen zu werden.

Zeit also zu reflektieren. Zu reflektieren, wo ich gerade stehe, wo ich hinwill und was dazu noch geschehen muss. Durch den nun feststehenden Hochzeitstermin begrenzt sich meine Saisonplanung komplett auf Wettkämpfe bis Juli, das eigentliche Jahres-Highlight, die Mitteldistanz in Erlangen, fällt sozusagen dem Lebens-Highlight zum Opfer :) Damit gewinnt der Moret Triathlon als voraussichtlich einzige Mitteldistanz 2016 natürlich an Bedeutung und ich werde diesen nun doch halbwegs erholt und nicht wie geplant voll aus dem Training heraus angehen. Langfristiges Ziel – und darauf ist aktuell auch das Training mit sehr langen Läufen ausgelegt – ist nach wie vor der Ironman Frankfurt 2017. Sollte der Moret Triathlon nicht überragend laufen und ich auf der Mitteldistanz nach so vielen erfolglosen Jahren eine ungeahnte Perspektive sehen, bleibt’s auch dabei 😉

In den kommenden Wochen sind noch ein paar Laufwettkämpfe geplant. Über dem 10km-Lauf im Rahmen der Triathlon Convention in Langen an diesem Sonntag schwebt aufgrund des geschwollenen Knöchels ein eher größeres Fragezeichen. Aber dem Frankfurter Halbmarathon Mitte März und dem Zehner am Ostermontag in Rodgau sollte nichts im Wege stehen. Seit der Bestzeit im Dezember habe ich weniger spezifisch am Wettkampftempo gearbeitet, daher wäre aktuell eine Bestätigung der Leistung und bis zum Ostermontag eine leichte Steigerung das Ziel und ein Erfolg. Schließlich wird aktuell erst die Grundlage für die richtig harten Sachen gelegt.

Mit hochliegenden Beinen bleibt mir jetzt nur noch, euch viel Gesundheit zu wünschen und daran zu erinnern, jeden Moment schmerzfreien Trainings zu genießen, anstatt ihn als selbstverständlich zu betrachten. Im Kopf weiterlaufend… euer Markus

Lanza Diary

In Deutschland fällt es aktuell schwer zu glauben, dass Weihnachten ist. Noch surrealer erschien das aber in unseren neun Tagen auf Lanzarote. Bei kurzen Hosen, Sonnenschein und bis zu 25 Grad war der Running Gag der Woche schnell gefunden: „Noch X Tage bis Weihnachten!“ :) Und nicht nur das Wetter war ein purer Genuss, auch die Zeit mit Maria, das Essen und das Training auf der Insel waren absolut genial.

12421371_10206565753994874_2028125190_nWir waren in einem kleinen Appartement in La Santa, einem kleinen Fischerort auf der Nordseite der Insel. Wer dort lebt ist entweder Surfer, Fischer oder arbeitet im Restaurant. Nur zwei Kilometer entfernt ist der berühmte Club La Santa, ein wahnsinniger Hotelkomplex mit allen möglichen Sportanlagen (Tennis, Squash, Laufbahn, Pool, …) Auf der gesamten Insel, insb. an den Küsten ist es sehr windig, der Wellengang macht auch das Schwimmen im Meer schwierig. Ausprobiert habe ich es natürlich trotzdem, bei angenehmen 22 Grad Wassertemperatur kann man nicht viel falsch machen.

Impressionen vom fischigen Essen

Impressionen vom fischigen Essen

Zwischen unseren unzähligen, unheimlich leckeren Fisch-Mahlzeiten habe ich mit dem Rad fast die ganze Insel erkundet, knapp 6.000 Höhenmeter gesammelt und über 20 Stunden im Sattel verbracht. Sehr beeindruckend, was man dort alles sieht, was eine auf dem Papier triste Vulkanlandschaft doch hergibt und was die Natur dort alles geformt hat. So war jede Radtour auch immer ein Erlebnis. Zu Beginn der Touren gibt es von der Küste startend eigentlich nur eine Möglichkeit: Bergauf. Hinzu kam in den ersten Tagen ein starker Südwind, sodass des Öfteren nach einer Stunde nur 17-18 Kilometer auf der Uhr standen. Dafür vergingen die letzten 20 dann wie im Flug, teils mit einem Schnitt an die 50 km/h. Je weiter man hoch fährt und sich dem Kern der Insel nähert, desto besser sind die Straßen ausgebaut, mehr Verkehr gibt es trotzdem nicht und es ist sehr, sehr angenehm dort zu fahren. Was bleibt: Es geht fast nur bergauf- und ab.

Impressionen vom Training

Impressionen vom Training

Auch läuferisch war ich fleißig, habe insgesamt vier Intervalleinheiten am Berg absolviert, zwei lange Läufe und ein paar Koppelläufe. Die Königsetappe am vorletzten Tag war ein langer Lauf auf einen Vulkan, 300 Höhenmeter kamen allein bei dieser Einheit zusammen. Die Aussicht von dort oben war unbezahlbar schön, im Sonnenuntergang über die halbe Insel zu blicken und die Woche mehr als zufrieden Revue passieren zu lassen.

Die neun Tage hätte ich mir nicht schöner ausmalen können. Ich habe nicht nur gut trainiert und körperlich alles bestens verkraftet, sondern auch eine tolle Zeit mit Maria verbracht und diese sehr genossen. Ein Traumurlaub, der auf jeden Fall wiederholt wird, vielleicht schon im April. Zurück in Deutschland wird nun wieder verstärkt an der Laufform gearbeitet, es stehen weitere Intervalle am Berg, Sprungläufe und auch längere Einheiten an. Von der Sonne Lanzarotes werde ich noch lange zehren können, meine Akkus sind „voll aufgeladen“. Und es sind nur noch 363 Tage bis Weihnachten! 😀

(L)Aufwärtstrend

Yeah, heute 38:46 Minuten beim 10-Kilometer-Lauf in Rodgau gelaufen und die Bestzeit um eine Minute verbessert. Was mich aber am meisten freut, ist, dass endlich mal nach einem guten Trainingsblock auch gutes Resultat als Belohnung folgt. Nachdem der Sommer mir keinen einzigen Wettkampf bot, bei dem ich meine gute Form rauslassen konnte, war das eine echte Genugtuung, denn das Training der letzten Wochen war top.

Der Trainingsfokus lag im zurückliegenden 3-Wochen-Block komplett auf Laufintervallen. Genau alle drei Tage eine solche Einheit, insgesamt sieben Stück, alles dazwischen war Bonus. Und das zahlt sich aus, schon im Training habe ich gemerkt, dass die Grundschnelligkeit und auch die Verträglichkeit gegenüber Geschwindigkeiten zwischen 3:30 und 4:00 min/km deutlich gestiegen ist.

Der Lauf heute war also nur das i-Tüpfelchen eines perfekten Blocks, der heute endet. Jetzt hat der Körper eine Woche Zeit, das alles mal zu verarbeiten und sich für’s Trainingslager ausruhen – die Vorfreude auf Lanzarote könnte kaum größer sein! :)

Laufseminar mit Kurt Stenzel

Heute hatten wir vom Tria Team ein Laufseminar mit Kurt Stenzel mit Videoanalyse. Mein Lauftraining in den letzten Wochen war sehr intensiv und hat sich top entwickelt. Ich laufe regelmäßig 2x wöchentlich Intervalle oder Fahrtspiele, das bringt einiges für’s Tempo, was ich dann hoffentlich nächste Woche beim 10er in Rodgau auch mal in eine neue Bestzeit ummünzen kann. Dennoch bin ich davon, gut oder schön laufen zu können, natürlich noch meilenweit entfernt und muss noch einiges verbessern. Da kam das Seminar also grade recht.

Bei Schneeregen ging’s zur Laufbahn, zum Glück aber erstmal ins Warme zur Begrüßung und Theorie. Als wir dann für die Videoaufnahmen wieder rausgingen, war es dann trocken. Bislang wusste ich, dass ich vom Oberkörper her zu steif bin und meine Füße in der Schwungphae zu stark nach innen schwingen. Jedoch nicht, wie das zu beheben ist, sonst würde ich es ja versuchen.

Das waren auch genau die zwei Hauptmerkmale, die Kurt auffielen. Seine Erklärung: Ich drücke mich wohl zu wenig über die großen Zehen und zu sehr über die vierte oder gar fünfte Zehe ab. Dadurch rotiert der Fuß so stark nach innen, dass er teilweise in der Vorschwungphase am Knöchel bzw. bei schnellerem Laufen an der Wade scheuern kann. Das zu ändern ist im Prinzip ganz einfach – bewusst über die großen Zehen abdrücken. Werde ich natürlich versuchen umzusetzen, ohne am Anfang zu übertreiben, da das sicherlich muskulär nochmal eine andere Belastung im Fuß ist. Mittelfristig könnte ein besserer Abdruck über den ganzen Fuß auch etwas das Tempo etwas steigern.

Den steifen Oberkörper wegzubekommen, ist da schon schwieriger. Locker lassen, ohne die Spannung im Rumpf zu verlieren – das fällt nicht nur mir schwer, das Problem hatten einige. Priorität hat für mich aber ganz klar der Abdruck vom Boden, wenn das dann mal läuft, kommt der Oberkörper. Mein Lauf-ABC werde ich in Zukunft noch bewusster ausführen und mich auch hier auf meine „Schwachstellen“ konzentrieren. Das aktuelle Training mit dem Intervallfokus behalte ich bei. Eine Woche noch, dann ist der 10er in Rodgau und dann eine Woche Ruhe, bevor es endlich nach Lanzarote ins Trainingslager / Trainingsurlaub geht. Ich kann die Sonne kaum erwarten! :)

5er in Rodenbach

Ein Berg voll Ingwer

…OK, dieser „Gewürzstand“ hat nix mit dem Lauf zu tun. Trotzdem möchte ich diesen Laden hier nochmal abfeiern. 3 Meter Ingwer – Klares Statement, mehr braucht der Mensch nicht! :D

 

…Nun zum Lauf 😀 Nach einer schönen Bahneinheit am Dienstag wollte ich dieses Wochenende mal einen Ist-Zustand für den Winter festlegen und bin beim 5km-Straßenlauf in Rodenbach gestartet.

Geplant hatte ich einen 3:50er Schnitt, mit der Option, ab KM3 je nach Gefühl noch ein bisschen was drauf zu legen, um unter 19 Minuten zu bleiben. Am Start war es zwar schwierig das Tempo richtig einzuschätzen, da die meisten Kinder, die sich beim Start ganz nach vorne stellten, wie verrückt losrannten. Spätestens aber als es nach 300 Metern aus dem Stadion rausging, fand ich gut in meinen Rhythmus und siehe da – erster Kilometer 3:49 min, fühlte sich noch sehr gut an.

Um mich rum liefen lauter 12-14-Jährige, da sieht man mal, dass es sich lohnt, früh an der Grundschnelligkeit zu arbeiten :) Für mich ging’s nun nur noch nach vorne, da die meisten den Lauf zu schnell angegangen sind – aber wer hat das in dem Alter nicht gemacht…

Der zweite Kilometer war mit 3:42 min der schnellste. Inzwischen auch begleitet von zwei „gleichgroßen“ Startern aus der Herrenklasse, lief es immer noch gut, Kilometer drei und vier folgten mit 3:47 und 3:46 min. Dann wurde es zwar langsam zäh, aber die sub19 war noch drin und trieben mich an, weiter den Schritt zu halten. Derweil war Jannik sicher längt beim zweiten Becher Tee, mit knallharten 15:56 min wurde er Gesamt-Dritter und blieb erstmals unter der magischen 16-Minuten-Grenze. Hut ab!

Nach dem Lauf mit Alex und Jannik - die natürlich beide schon längst umgezogen sind, wenn ich ins Ziel komme - OK, fast ;)

Nach dem Lauf mit Alex und Jannik – die natürlich beide schon längst umgezogen sind, wenn ich ins Ziel komme – OK, fast ;)

Für mich haben auch schlappe 19 Minuten schon was halb-magisches, mit kleinen Brötchen muss man anfangen. Hat dann am Ende auch grade so gereicht, 18:58 Minuten standen auf der Uhr. Offizielle Zeit genau 19 Minuten, die zwei Sekunden on top kommen vom verzögerten Start, es gab nur eine Brutto-Zeitnahme.

Also für den Moment sehr happy, darauf soll nun im Winter aufgebaut werden, diese Zeit gilt es zu verbessern.