Schutzengel

Vor knapp zwei Wochen hatte ich einen schweren Sturz mit dem Rad, bin aber den Umständen entsprechend extrem glimpflich davon gekommen. Bei etwa 50km/h habe ich auf einer Abfahrt den Lenker verrissen und bin ein paar Meter über den Asphalt gerutscht. Ich konnte zwar direkt wieder aufstehen, aber meine Klamotten waren total zerfetzt und auch der Helm kaputt. Ich wurde dann ins Krankenhaus gefahren und einmal komplett durchgecheckt – bis auf eine leichte Rippenprellung, ein paar Blutergüssen und etliche Schürfwunden ist alles in Ordnung. Da habe ich richtig Glück gehabt, bei dem Tempo kann das ganz anders ausgehen…

Früher mal ein Aerohelm, jetzt nur noch ein Helm. Die Spitze ist beim Sturz abgebrochen.

Mein Training musste ich natürlich erstmal aussetzen, konnte es aber sehr schnell wieder aufnehmen – erst nur locker, inzwischen auch wieder intensiv. Leider war es nun aber mal wieder zu viel des Guten und seit Dienstag schmerzt der linke Mittelfuß. Vorher lief das Training richtig gut und somit bin ich eigentlich in Form. Aber mit dem Fuß muss ich jetzt sehr vorsichtig sein und da ich bei jedem Schritt Schmerzen habe, fällt auch der erste Liga-Wettkampf am Samstag für mich aus 🙁

Somit weiß ich aktuell nicht genau wo ich stehe. Meine FTP-Leistung auf dem Rad ist höher als je zuvor und die wettkampfspezifischen Läufe liefen auch sehr gut. Aber es sind nur noch weniger als acht Wochen bis Frankfurt und eine lange Pause ist jetzt nicht mehr drin. In den nächsten Tagen hilft erstmal nur abwarten.

zwischen 99 und 101%

Ehrgeizige Ziele bringen im Leistungssport immer ein gewisses Risiko mit sich. Ich bewege mich in diesem Jahr ständig auf einem schmalen Grat zwischen bestmöglicher Entwicklung und zu viel des Guten. Letzte Woche habe ich Schmerzen im Mittelfuß bekommen, den Lauf dann aber glücklicherweise direkt abgebrochen und damit Schlimmeres verhindert. Durch die dadurch entstandene Pause habe ich erst realisiert, wie hoch die Grundermüdung nach mittlerweile zwölf Wochen mit einem Schnitt von über 20 Wochenstunden Training ist/war und dem Körper dann erstmal das gegeben, wonach er verlangt hat: Ruhe.

Vier Tage hat es gedauert, bis ich mich wieder angriffsbereit gefühlt habe. Dem Fuß habe ich noch ein paar Tage mehr gegönnt, sodass ich inzwischen nichts mehr merke und zugleich auf dem Rad ordentlich Power spüre. Vielleicht sogar mehr als zuvor? Als hätte ich den Körper für ein paar nötige Updates kurz herunterfahren müssen.

Radtraining mit Alex (l.) und Michael (Fotograf 🙂 )

Ich bin zuversichtlich, dass es mit der einen Woche Laufpause getan ist und sich da nichts entwickelt. Unabhängig davon bin ich mit dem aktuellen Trainingsstand zufrieden. Im Februar und März hatte ich viele Urlaubstage und konnte damit jede Woche 2-3 lange Fettstoffwechsel-Einheiten machen. Wofür die meisten ins Trainingslager reisen (müssen) konnte ich also in den heimischen Gefilden durchziehen. Das Training des Fettstoffwechsels, der wohl wichtigste Faktor in der Langdistanz-Vorbereitung, scheint jetzt soweit ausgereizt zu sein, selbst 4- bis 5-stündige Radeinheiten gehen in der letzten Stunde genauso leicht von der Hand wie in der ersten. Auch die maximale Sauerstoffaufnahme sollte gut entwickelt sein, denn alle entsprechenden Trainingsreize konnte ich gut und regelmäßig durchziehen.

Das Herunterfahren und Neustarten kam quasi zeitgleich zum größten Umbruch im Verlauf des Trainingsjahres – denn in den noch verbleibenden elf Wochen bis zum Ironman verschieben sich die Trainingsinhalte. Die langen, lockeren Einheiten werden seltener und dienen lediglich dem Erhalt des guten Fettstoffwechsels. Auch das hochintensive Training reduziere ich ab jetzt, wenngleich auch dies weiter in einem Mindestmaß erhalten bleibt. Vermehrt kommt jetzt Langdistanz-Wettkampftempo ins Spiel, um hier eine Ökonomisierung zu erreichen und den Bewegungsapparat an dieses Tempo zu gewöhnen. Hinzu kommen Einheiten zur Verringerung der Laktatbildungsrate, ein für mich bislang nicht strukturiert genutzter Trainingsreiz. Ich bin sehr gespannt, wie das anschlägt.

Papa meldet sich zurück

Hinter mir liegt die längste Schreibpause seit Start dieses Blogs, was weniger damit zu tun hat, dass es nichts zu berichten gegeben hätte, sondern eher an meinem neuen Dasein als junger Papa. Einen Tag nach meinem letzten Eintrag kam Miriam zur Welt und bereichert uns seitdem jeden einzelnen Tag auf unvorstellbar schöne Weise!

Abgesehen davon, dass vieles nicht mehr so kompromisslos planbar ist wie vorher, läuft mein Training seitdem erstaunlich gut und konstant. Seit Anfang Dezember gehen Lauf- und Radumfänge und auch die Form stetig bergauf und auch wenn Miriam natürlich ganz klare Priorität Nummer eins ist, klappt es im Zusammenspiel mit Maria bislang super, mein Training weiterhin durchzuziehen.

Das Radtraining hat sich schon im Dezember stabilisiert und lässt sich seitdem ohne Einschränkungen durchziehen. Geholfen hat auch der erstmalige Einsatz von Rollentraining als Alternative, bei der ich nebenbei noch auf Miriam aufpassen konnte (das Surren der Rolle beruhigt sie total!) und Maria entlasten konnte – Payday für alle Beteiligten.

Die Laufschuhe habe ich im Dezember und Januar zunächst nur für lockere Einheiten geschnürt. Ausgangspunkt waren die zuletzt beschriebenen 5 Einheiten/Woche à 40-50 Minuten, im Januar waren es dann jeweils 60-70 Minuten und somit schon ein guter Grundstock von etwa 5-6 Stunden pro Woche. Alles im Grundlagentempo und ohne die sonst wichtigsten Reize in Richtung Intervalle oder langer Lauf. Aber eben genug, um wieder eine gute Belastungsverträglichkeit herzustellen. Einen der Läufe konnte ich Woche für Woche in Richtung langer Lauf ausbauen und kann mittlerweile wieder zwei Stunden laufen. Seit Anfang des Monats sind auch Intervalle dabei, Fußschmerzen habe ich nur noch sehr selten und weiß gut, was und wann genug ist.

Alles also quasi voll im Soll. Wer hätte das Anfang Dezember noch gedacht?! Und mehr als das. Der FTP-Test auf dem Rad letzte Woche hat schon fast dieselben Werte geliefert, die ich letztes Jahr zum Saisonhöhepunkt treten konnte. Beim Laufen ist mein Grundlagentempo etwa 20-30 s/km schneller als noch im letzten Winter. Da scheint sich das harte Lauftraining der letzten Saison nun trotz langer Verletzungspause doch auszuzahlen.

Auch mental bin ich durch die Verletzungspause gereift und habe wieder erfahren, dass ich aus jeder Situation etwas Positives mitnehmen kann – wenn ich mich auf das konzentriere, was ich beeinflussen kann. So bin ich durch vermehrtes Dehnen deutlich flexibler geworden, sowohl in der Hüfte als auch im Gluteus, was mir beim Laufen einen längeren Schritt und beim Radfahren einen offeneren Kniewinkel mit 1cm höherem Sattel ermöglicht. Beides beeinflusst das Tempo positiv und dient zusätzlich als Verletzungsprophylaxe.

Ihr seht, ich bin sehr positiv gestimmt und weiß genau, wo mein Fahrplan hingehen soll. Durch die lange Phase an Alternativtraining bin ich noch richtig hungrig und unverbraucht was das spezifische Training angeht und sehe noch viel Potenzial bis zur Langdistanz.

6 km Laufen, 6 km Schwimmen

So sehen die Tage bei mir zurzeit häufig aus. Satte elf Wochen musste ich aufs Laufen und Radeln verzichten und auch jetzt ist der Wiedereinstieg sehr mühselig. Von 2 km habe ich mich langsam auf bis zu 10 km gesteigert, wobei mein Körper es mich direkt bereuen lässt, wenn ich mal zehn Minuten mehr laufe als geplant. Richtig gut läuft dafür das Schwimmen.

Endlich wieder laufen!

Bis ich wieder voll belastbar bin, wird wohl noch sehr lange dauern. Radfahren macht mir komischerweise mehr Probleme als Laufen, zumindest mit Klickpedalen, weil das Ödem quasi direkt auf dem Druckpunkt am Pedal sitzt. Aber mir ist es auch wichtiger, erstmal wieder ins Lauftraining reinzukommen. 4x/Woche 30-45 Minuten sind schon wieder gut möglich. Überhaupt wieder die Laufschuhe zu schnüren ist schon ein Hoch der Gefühle. Und es reicht als Mindestumfang, um eine gewisse Belastungsverträglichkeit herzustellen und – langsam gesteigert – kann ich dann hoffentlich etwa im Februar auch wieder mit Intervallen starten und nach und nach meinen langen Lauf vom Wasser (Aquajogging steht grade hoch im Kurs) ans Land verlegen.

Auf der anderen Seite gibt mir die Verletzungs- und Rehazeit die Möglichkeit, mal so viel zu Schwimmen, wie ich möchte. Auf den Ausgang eines Triathlons hat das nur einen marginalen Einfluss, daher halte ich die Belastung hier, wenn ich gesund bin, zugunsten der beiden wichtigeren Disziplinen eher gering. Aber jetzt, wo ich nicht Radeln und Laufen kann, gehe ich im Wasser voll auf. Ich schwimme 5-6 Mal die Woche und mir wird nie langweilig, selbst bei Ausdauereinheiten über zwei Stunden. Dieses klassische Grundlagenausdauer-Training macht man ja normalerweise nur an Land. Daneben mache ich alle vier Woche eine Schwerpunktwoche mit vier HIT-Intervalleinheiten, in den übrigen Wochen jeweils nur eine. Und die Entwicklung der Zeiten stimmt mich sehr positiv, dass mich das im Schwimmen nach Jahren des Stillstands ein gutes Stück voranbringt.

Meine Langdistanz-Zeit in der Auftaktdisziplin um die angestrebten 15 Minuten zu drücken wird zugegebener Maßen schwer, denn mit 52:12 Minuten war ich schon 2017 nur fünf Minuten von den schnellsten Profis entfernt. Aber zumindest eine Verbesserung um zwei Minuten halte ich inzwischen für realistisch. 50:02 Minuten sind ein Schnitt von 1:19min/km, das kann ich mir gut vorstellen. Das wäre durchaus cool, unter den ersten zehn Agegroupern aus dem Wasser zu kommen. Entscheidend für die Hawaii-Quali wird aber natürlich sein, ob ich rechtzeitig ins Rad- und Lauftraining komme, um an den verbleibenden 13 Minuten zu arbeiten 🙂

Immer noch verletzt

Die Saisonpause ist längst vorbei, doch an einen normalen Trainingsrhythmus ist leider noch nicht zu denken. Der Mittelfuß macht nach wie vor Probleme. Freitag steht endlich ein Termin beim Orthopäden an, der mir vermutlich die Diagnose Ermüdungsbruch ausstellen wird. Seit sechs Wochen bin ich nicht gelaufen, auch das Radfahren habe ich inzwischen komplett eingestellt und kompensiere das mehr schlecht als recht mit Schwimmen, Aquajogging und Krafttraining.

Im Herbsttraining steht eigentlich der Spaß im Vordergrund, insbesondere bei so tollem Wetter wie jetzt. Vielseitiges, zwangloses Bewegen, Mountainbiking, Klettern & Co., um eine Grundfitness aufzubauen oder zu erhalten. Leider kann ich den verlängerten Sommer nicht auskosten. Schwimmen macht richtig Spaß, aber nur damit kann ich mich selbst mit 15-20 km pro Woche nicht genug belasten, ohne abends im Bett zu liegen und aufgrund eines Bewegungsdrangs nicht einschlafen zu können. Selbst mit zusätzlichem Aquajogging und Krafttraining fällt das häufig schwer, insbesondere meine Beine sind einfach mehr Bewegung gewohnt.

Auch an der Motivation kratzt das Ganze sehr. Schon von Kleinigkeiten, wie zu vielen Brustschwimmern auf der Schwimmbahn, lasse ich mich runterziehen und bin oft kurz davor das Training hinzuschmeißen. Eigentlich bin ich jemand, der sich sehr selten zum Training motivieren muss, aber momentan ist es häufig ein großer Krampf.

Auch wenn es noch sehr lange hin ist, mache ich mir Sorgen um meinen zweiten Langdistanz-Start. Mein Ziel ist insb. auf der Laufstrecke 15 Minuten schneller zu werden und damit dann im Idealfall die WM-Qualifikation. Natürlich ist jetzt noch nichts entschieden und wenn der Fuß in vier Wochen auskuriert ist, ist noch mehr als genug Zeit für eine Top-Vorbereitung. Dennoch lassen sich die negativen Gedanken im Kopf nicht ausblenden.

Glücklicherweise wartet im Dezember eine viel größere Herausforderung auf mich, die mit all dem nichts zu tun hat, und gewiss viele Überraschungen bereithalten wird. Ob es als Papa dann überhaupt noch einen TrainingsPLAN gibt, oder nur noch Training, wer weiß. Aber die Gewissheit, dass der Ironman im nächsten Jahr ohnehin nicht die erste Priorität hat, hilft mir in der aktuellen Situation, das ganze Verletzungschaos durchzustehen.

Saisonende ohne Finale

Gerne hätte ich die Saison mit einem Dreikampf in Nidderau beendet, mit Raffa und Markus, die dort letztlich in einem spannenden Zweikampf Erster und Zweiter geworden sind. Aber als letzten Donnerstag der rechte Mittelfußknochen anfing zu schmerzen, war klar, dass das Saisonende in diesem Jahr ohne Finale vonstattengehen müsse. Einen besseren Zeitpunkt hätte es im Prinzip nicht geben können (okay, drei Tage später vielleicht 🙂 ), denn jetzt ist ohnehin Off-Season.

Nicht zum ersten Mal in diesem Jahr hatte ich Mittelfußprobleme und auch wenn es diesmal keinen wirklichen Auslöser gab und der Schmerz nach fünf Tagen wieder weg war, ist das sicherlich ein Anzeichen für zu hohe Belastung. Der Bänderanriss im Februar hat meine Saison leider sehr nachhaltig geprägt, nach der Reha-Phase kamen wiederholt Folgeverletzungen wie Umknicken, Überlastung der Fußballenmuskulatur oder eben jeder Mittelfußschmerz. Die Belastungstoleranz des Fußes war im Vergleich zum restlichen Körper einfach zu niedrig.

Im Herbst wird die Steigerung der Belastungsverträglichkeit der Füße als Verletzungsprophylaxe zum Wiedereinstieg eine wichtige Rolle spielen. Das umfasst zunächst propriozeptives Training (also Übungen auf wackeligem Untergrund), Barfußlaufen, bald folgend intensives Krafttraining und letztlich Prellsprünge. Das Lauftraining werde ich parallel dazu beginnen, zunächst mit niedrigen Umfängen.

Ansonsten besteht der Trainingsplan fürs Erste aus „Spaß haben“. Die kommende Saison wird ohnehin lang und hart genug.

Zweite Meisterschaft in Folge

Das Wichtigste zuerst: Der Vereinskollegin geht es deutlich besser und die Operationen sind gut verlaufen. Morgen können wir sie erstmals besuchen.

Für uns war es am Sonntag Zeit, uns wieder dem Sport zu widmen. Der Viernheimer Triathlon lud die Teams der Hessenliga zum Saisonfinale ein und als Tabellenführer wollten wir natürlich nichts anderes als den Aufstieg und die Meisterschaft klarmachen. Für Freddy und Benny rückten Max und René in die Mannschaft, zudem waren Markus, Raffa und ich dabei.

Schon der Wecker verlangte uns am frühen Morgen alles ab, 5 Uhr aufstehen, 5:25 Uhr Abfahrt. In Viernheim wurden parallel auch die Deutschen Meisterschaften auf der Olympischen Distanz ausgetragen, entsprechend hochkarätig war das Teilnehmerfeld. Beim Schwimmstart werde ich nie wieder den Fehler machen mich in die zweite Reihe zu stellen, denn von Anfang an herrschte im Pulk harter Körpereinsatz. Die Waschmaschine beendete den Schleudergang trauriger Weise erst, als ich vor dem Landgang blindlings den falschen Füßen hinterher schwamm und erstmal wieder umdrehen musste. Danach war es zwar etwas ruhiger, aber Markus, der vorher nach eigener Aussage hinter mir schwamm, war am Ende des 1,4 Kilometer langen Kurses schließlich rund 30 Sekunden vor mir.

Ab aufs Rad, rein in die Schuhe. Vorerst zumindest, denn als der Schleudergang auf der holprigen Zubringerstrecke wieder angeschaltet wurde, bemerkte ich ein Steinchen in meinem linken Schuh, exakt am Druckpunkt des Fußballens. Also erstmal wieder raus aus dem Schuh, wieder rein, raus, rein, raus. Das Steinchen steckte nicht im Fuß, sondern im Schuh, und da wollte es auch bleiben. Ich entschloss mich angesichts der bereits zahlreichen verlorenen Plätze, den Schmerz zu ignorieren und weiterzufahren. Nach etwa fünf Minuten, als ich den Anstieg zur Juhöhe erreichte, lösten leider Rückenschmerzen den Fußschmerz ab. Angesichts der Verletzungshistorie meines Bruders nahm ich sofort den Druck vom Pedal. Wichtig war heute angesichts unseres komfortablen Vorsprungs in der Tabelle nur gesund anzukommen.

Den Anstieg, immerhin ca. 15-20 Minuten lang, fuhr ich fast komplett im Wiegetritt, weil sich der Rücken dabei weniger verspannte als im Sitzen. Oben angekommen hatte Raffa seinen Schwimmrückstand bereits rausgefahren und fuhr an mir vorbei –bei ihm lief es glücklicherweise deutlich besser. Auf der Abfahrt verlor ich weiter Zeit und hatte beim ersten Wendepunkt bereits fünf Minuten Rückstand auf Markus und drei auf Raffa. Dabei blieb es dann auf der flachen zweiten Hälfte auch und ich wechselte als gefühlt Dreihundertster zum Laufen.

Darauf hatte ich mich den ganzen Tag gefreut und angesichts der unfreiwillig gesparten Körner lief es auch richtig rund. Mit 39:16 Minuten kam ich sogar bis auf 20 Sekunden an Raffa heran. Markus kam knapp drei Minuten vor uns ins Ziel und Max eine Viertelstunde später. Im Tagesranking reichte das zu Platz drei und in der Liga-Gesamtwertung zur Meisterschaft und zum Aufstieg in die 1. Hessenliga. Mit uns steigen unsere Freunde vom CJD Oberurff auf, die uns nicht nur in Viernheim wieder erstklassig Paroli geboten haben, sondern die ganze Saison lang der härteste Konkurrent um die Meisterschaft waren. Wir alle freuen uns sehr, dass ausgerechnet dieses sympathische Team mitkommt in die 1. Liga. Auf viele weitere spannende Duelle im Jahr 2019! 🙂

Freud und Leid, so eng bei einander

Gestern freute ich mich noch über meinen Sieg beim Rodgau-Triathlon, mein erster Gesamtsieg außerhalb der Liga seit dem Quarterman-Erfolg 2014. Heute Morgen erreichte mich dann die bittere Nachricht, dass eine gute Freundin beim Radtraining  gestürzt ist und auf der Intensivstation liegt. Einmal mehr zeigt sich, wie wichtig es ist, sich über das zu freuen, was man hat, insbesondere über Gesundheit und Freunde. 🙁

Sport und Umweltbewusstsein

In diesem Tagen beginnen viele endlich nachzudenken, ob das mit dem Klimawandel doch keine Erfindung irgendwelcher Apokalyptiker sei, und uns die trockene Hitze gepaart mit heftigen Unwettern in den nächsten Jahren häufiger begegnen könnte. Das ist gut und längst überfällig, hilft aber im ersten Schritt wenig weiter. Weiterhelfen wird nur eine grundlegende Verhaltensänderung jedes Einzelnen im täglichen Leben und Umgang mit den Ressourcen dieser Welt. Oft heißt das, mit jahrelangen Gewohnheiten zu brechen, was dem Mensch als Gewohnheitstier grundsätzlich schwer fällt. Ich hinterfrage mein Konsumverhalten in den letzten Jahren immer stärker und möchte diese Plattform nutzen, um euch darzulegen, was ich in meinem Alltag und auch im Sport seitdem geändert habe.

Angefangen habe ich damit, das Autofahren auf das Allernötigste zu reduzieren. 2013 habe ich versucht, mehr Kilometer auf dem Rad als im Auto zu verbringen. Ich bin zwar knapp gescheitert, weil ich auf der Arbeit keine Chance (oder keinen Mumm) hatte, nein zu sagen. Mein Verständnis und auch meine Bereitschaft dafür, mal einen längeren und unkomfortableren Weg auf mich zu nehmen, sind dadurch deutlich gestiegen und seitdem hätte ich dieses Ziel in jedem der fünf Jahre locker erreicht.

Meine Wettkampfwahl richtet sich inzwischen danach, was einfach zu erreichen ist, nur auf die Liga-Wettkämpfe habe ich leider keinen Einfluss. Mit dem Auto zum Training zu fahren ist für mich ein absolutes No-Go. In die letzten beiden Trainingslager bin ich mit dem Zug gereist und werde das, wann immer praktikabel, wiederholen.

Ein weiterer großer Punkt ist das Einkaufen. Wir haben leider nach wie vor keinen Bioladen in Erlensee, aber in Offenbach liegt ein Alnatura auf meinem Heimweg, wo ich mir oft den Rucksack fülle. Doch selbst im Supermarkt kann man mit Augenmerk sich und seiner Umwelt Gutes tun: Warum muss Obst und Gemüse in Plastik gepackt werden?! Alles, was irgendwie unverpackt erhältlich ist, kaufe ich nur so. Auch wenn das oft heißt, dass ich in zwei weitere Läden gehen muss.

Über das Essen hinaus gibt es weitere Stellschrauben, an denen man einfach drehen kann. Bei Alltagskleidung kommt nur noch Bio-Qualität in Frage, wobei noch besser als Gutes kaufen gar nichts kaufen ist – und da mein Kleiderschrank voll ist, brauche ich derzeit nichts. Spülmittel, Allzweckreiniger, Entkalkungstabletten und andere Dinge, die im handelsüblichen Format mit Chemie vollgepumpt sind, kann man total easy selbst herstellen, einfach mal im Internet stöbern. Dem Ökosystem ist damit ein riesiger Gefallen getan.

Umweltbewusster zu werden kostet Überwindung, gesunden Menschenverstand und vor allem tiefe innere Überzeugung. Für Umweltschutz kriegst du keine Plakette, keine Anerkennung, kein Danke, wirst belächelt und ausgelacht. In diesem Fall erfüllt es mich mit Stolz, Außenseiter zu sein.

Keine Bestzeit

32 Grad, der kühlste Tag der Woche – der gestrige Sonntag war quasi wie gemacht für eine neue 10km-Bestzeit. Also klingelte der Wecker bereits um 6 Uhr fürs Frühstück, damit ich um 8:50 Uhr (bei immerhin erst 25 Grad) ohne vollen Magen am Start des Waldlaufes in Obertshausen stehen konnte.

Auf der Strecke ragten insb. an Anfang und Ende viele Wurzeln aus dem Boden, was das Laufen erschwerte und einen weiteren Bänderriss brauche ich nun wirklich nicht. Doch daran lag es nicht, dass es mir ungewohnt schwer fiel, das angestrebte Tempo von 3:42-3:45 min/km zu laufen. Von Anfang an fühlte sich das nicht wirklich gut oder leicht an, wie es eigentlich die ersten Kilometer noch sein müsste. Und so wurde ich auch schnell langsamer, schon nach dem dritten Kilometer war keine Bestzeit mehr in Aussicht.

Die offizielle Endzeit von 38:28 Minuten täuscht über das schlechte Ergebnis hinweg, da die Strecke 250 Meter (und somit rund eine Minute) zu kurz war. Mein Ziel habe ich damit um zwei Minuten verfehlt, was auf 10km schon sehr deutlich ist. Möge ich beim nächsten Mal einen besseren Tag erwischen. Eigentlich wollte ich erst Ende September in Rodenbach den nächsten 10er laufen, jetzt treibt es mich eventuell schon Mitte August nach Karben.